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Löwenberger Land Bernd-Christian Schneck: Bei Kitas und Schulen wird nicht gekürzt
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16:43 29.11.2019
Ist seit Bestehen der Gemeinde Löwenberger Land ununterbrochen deren Bürgermeister: Bernd-Christian Schneck (SPD). Quelle: Enrico Kugler
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Löwenberg

Seit 1998 ist Bernd-Christian Schneck Bürgermeister der Gemeinde Löwenberger Land. Davor trug er bereits von 1992 bis 1998 als Amtsdirektor die politische Verantwortung für die Gemeinde, die im Jahr 2003 mit Nassenheide und Neuendorf auf insgesamt 17 Ortsteile angewachsen ist. Die MAZ bat den 58-jährigen Verwaltungschef zu einem Gespräch.

Sie sind ein Dauerbrenner auf dem Posten des Bürgermeisters im Löwenberger Land. Kommen da nicht mal Gedanken an einen wohlverdienten Ruhestand auf?

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Bernd-Christian Schneck: Zunächst mal habe ich in dieser Wahlperiode noch drei Jahre vor mir. Theoretisch könnte für mich am 19. November 2022 der letzte Arbeitstag sein.. Dann war ich 24 Jahre ununterbrochen Bürgermeister der Gemeinde. Da beschäftigt man sich schon mit der Frage, wie es weitergehen soll. Gegenwärtig habe ich allerdings noch nicht entschieden.

Ein Ergebnis der jüngsten Kommunalwahlen war die Tatsache, dass es zum ersten Mal seit Bestehen der Gemeinde Fraktionen im Gemeindeparlament gibt. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Das ist sowohl für die Gemeindevertreter als auch die Verwaltungsmitarbeiter ungewohnt und bedeutet zweifellos ein neues Arbeiten. Die Fraktionen haben zum Beispiel das Recht, die Vorsitzenden der Ausschüsse zu benennen. Und sie können Anträge einbringen, über die diskutiert und natürlich auch abgestimmt werden muss. Einzelne Fraktionen nutzen dies, um – diplomatisch ausgedrückt – ihr Profil zu schärfen. Trotz der Einführung von Fraktionen ist aber nach wie vor jeder Gemeindevertreter frei in seinen Entscheidungen und dabei einzig seinem Gewissen verpflichtet. Es ist aber auch klar: Wer etwas durchsetzen möchte, muss nach Mehrheiten suchen.

Die Gemeinde hatte kürzlich eine Stelle im IT-Bereich ausgeschrieben. Eine Folge der zunehmenden Digitalisierung auch in der Verwaltung?

Das Zauberwort heißt E-Government. Damit sollen Informationen, die Kommunikation und Transaktionen zwischen staatlichen und kommunalen Institutionen, aber auch zwischen Institutionen und den Bürgern vereinfacht werden. Zum Beispiel wollen wir den Abgeordneten die Sitzungsunterlagen elektronisch anbieten. Es geht aber auch darum, dass verstärkt Dienstleistungen, die die Verwaltung dem Bürger anbietet, über das Internet abgewickelt werden können. Auch ein papierloses Rechnungswesen gehört dazu. Wir besetzen zunächst mal ab 1. Dezember eine zweite Stelle in unserem IT-Bereich, um die Umsetzung dieser Ziele voranzutreiben. Parallel sind wir dabei, unseren Internetauftritt zu überarbeiten. Als Schulträger sind wir natürlich auch für die IT-Landschaft an der Schule verantwortlich. Dort haben wir dieses Jahr ein neues Computerkabinett installiert. Und auch Einrichtungen wie die Kitas oder freiwillige Feuerwehren dürfen bei der Digitalisierung nicht vergessen werden. Schließlich haben wir erst kürzlich drei Hotspots, also freies W-Land im öffentlichen Raum in Betrieb genommen, in Löwenberg und in an der Großen Plötze in Neuendorf.

Die Gemeinde legt weiter an Einwohnern zu. Eine gute Entwicklung?

Ein Zeichen dafür, dass sich die Leute in der Gemeinde wohl fühlen und gut aufgehoben glauben. Auch die steigende Zahl der Geburten freut uns. Im Laufe des kommenden Jahres wollen wir den Nachwuchs mit Begrüßungspaketen willkommen heißen. Viele Frauen aus den Ortsgruppen der Christlichen Bürgerhilfe haben dafür ganz fleißig Söckchen und Mützchen gestrickt. Und wir werden wohl den Löwenberger Löwen dazu packen sowie Informationsmaterial über unsere Region.

Mehr Einwohner bedeuten aber wohl auch, dass die Anforderungen an die Gemeinde zunehmen.

Keine Frage, die Infrastruktur muss mitwachsen. Zum Beispiel, was den Betreuungsbedarf der Kinder betrifft. Wir werden im kommenden Jahr die Kapazität der Kita in Grüneberg erweitern. Zugleich stellt ein freier Träger in Nassenheide 60 Betreuungsplätze im Kita- und Krippenbereich zur Verfügung. Darüber hinaus beginnen im neuen Jahr die Planungsarbeiten für den Neubau der Kita in Teschendorf. Bei Kitas und Schulen wird nicht gekürzt.

Zudem hat die Gemeinde zum ersten Mal seit ihres Bestehens mit dem Bau kommunalen Wohnraums begonnen.

Ja. Über die Gewo Gransee, in der wir Gesellschafter sind, werden derzeit zehn Wohnungen in Nassenheide errichtet. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass vor allem kleinere Wohnungen gefragt sind, von älteren Menschen aber auch von jungen Leuten, die sich vom Elternhaus abnabeln wollen. Dem tragen wir mit diesem Bauvorhaben Rechnung und es gibt Überlegungen, weitere Wohnungen zu bauen.

Wie sieht es überhaupt mit der Ausweisung zusätzlichen Baulands in den Ortsteilen aus?

Großflächig ist das ein Problem. Aber ein gewisses Verdichtungspotential ist vor allem in den größeren Ortsteilen vorhanden. Wir wollen aber auch schauen, wo es in den kleinen Orten Möglichkeiten gibt, kleinere Baufenster auszuweisen. Zum Glück tut sich auf diesem Gebiet jetzt auch überregional etwas.

Was meinen Sie damit?

Nach Abschaffung der Grundzentren, wie auch Löwenberg eines war, gibt es jetzt wieder eine ähnliche Klassifizierung - sogenannte Orte mit grundfunktionalen Schwerpunkten Orte, für die es erweiterte Kapazitäten bezüglich einer Wohnbebauung gibt. Angeschoben worden ist das Verfahren von der regionalen Planungsgemeinschaft in Neuruppin, die aus 60 Regionalräten besteht. Neu ist, dass in diesem Gremium nun auch Orte mit Sitz und Stimme mitarbeiten können, die weniger als 10 000 Einwohner haben. Das war bislang nicht so. Wir hoffen zudem, dass es auch Genehmigungen für die Schaffung zusätzlicher Gewerbeflächen geben wird.

Genehmigt und bereits so gut wie fertig ist ein anderes Projekt, das von den Leuten lange herbeigesehnt wurde – der Radweg zwischen Nassenheide und Teschendorf.

Wir sind froh über diesen Radweg, weil er eine Lücke schließt. Man gelangt jetzt auf ausgebauten Radwegen von Berlin über Oranienburg bis nach Löwenberg. Aber nicht nur für Touristen, vor allem auch für Schulkinder und ältere Leute ist der Radweg ein Segen. Wir werden ihn am 5. Dezember offiziell freigeben. Und ich kann auch vermelden, dass die Gemeinde noch im Dezember Gespräche mit dem Landkreis über die Zukunft des sanierungsbedürftigen Radweges zwischen Liebenberg und Grüneberg führen wird.

Für die freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde war das Jahr 2019 gewissermaßen wieder ein brandheißes. Wie reagiert die Gemeinde darauf?

Die rund 160 aktiven Kameradinnen und Kameraden des Löwenberger Landes waren bei zahlreichen Wald- und Flächenbränden voll gefordert. Ihrem Einsatz und ihren Leistungen kann man gar nicht genug Respekt zollen. Ebenso den Familien der Feuerwehrleute. Wir haben als Gemeinde die Aufwandsentschädigungen für die Löschgruppen deutlich erhöht. Und wir haben erneut – gemeinsam mit Liebenwalde und Oranienburg – wieder eine Belohnung ausgelobt für Hinweise, die zur Ergreifung und Verurteilung von Brandstiftern führen. Noch konnten wir die 15 000 Euro niemandem auszuzahlen. Und natürlich wird die Gemeinde wie in den Vorjahren, als wir insgesamt sieben neue Gerätehäuser gebaut haben, auch weiterhin viel Geld in den Brandschutz investieren. Es ist noch nicht lange her, da konnten wir der Löschgruppe Löwenberg ein neues Tanklöschfahrzeug 4000 übergeben. Und der Auftrag für ein Hilfeleistungsfahrzeug (HLF 10) ist bereits ausgelöst.

In Brandenburg müssen seit kurzer Zeit keine Straßenausbaubeiträge mehr gezahlt werden und auch Ihre Gemeinde hat auf diese Weise bereits einen Straßenabschnitt im Ortsteil Linde erneuert. Werden weitere derartige Projekte folgen?

Ganz sicher. Es gibt auch schon Anfragen von Anliegern, wann ihre Straße an der Reihe ist. Wir werden uns die Straßen ansehen und dann mit den Gemeindevertretern eine Prioritätenliste erarbeiten. Nicht vergessen werden darf, dass dort, wo bislang noch keine Straßen existiert haben, nach dem Erschließungsbeitragsrecht verfahren wird.

Stichwort Beteiligung. Die Gemeinde, so war zu hören, hat sich auch dieses Jahr wieder finanziell an der Sanierung von Kirchen beteiligt.

Das ist bei uns Tradition, dass kirchliche und weltliche Gemeinde zusammenarbeiten. Für Arbeiten in den Gotteshäusern in Grieben und Nassenheide wurden 2019 je rund 10 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Was wäre ein kommunalpolitischer Wunsch zum Weihnachtsfest?

Auf jeden Fall werden wir weiter vehement für einen Stundentakt des RE 5 kämpfen. Bislang hält nur jeder zweite Zug auf dem Bahnhof Löwenberg (Mark). Ich bin sicher, dass noch viel mehr Autofahrer auf ihren fahrbaren Untersatz verzichten würden, wenn der RE 5 endlich im Stundentakt in Neulöwenberg hält. Wenn man die Leute von der Straße haben will, muss man den Nahverkehr attraktiver machen.

Wie lief das Jahr für Sie persönlich?

Das war ein ganz besonderes Jahr. Am 31. März hat unsere Tochter unser erstes Enkelkind David zur Welt gebracht. Und nun versuchen wir möglichst viel Zeit gemeinsam zu verbringen. Unsere Tochter wurde vor 30 Jahren geboren, wir feiern dieses Jahr 30 Jahre Mauerfall und wir sind dieses Jahr Großeltern geworden – da darf man getrost von einem denkwürdigen Jahr reden.

Von Bert Wittke

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