Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Löwenberger Land Stolz auf das neue Gerätehaus
Lokales Oberhavel Löwenberger Land Stolz auf das neue Gerätehaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:50 27.06.2019
Eine dufte Truppe – die Freiwillige Feuerwehr Teschendorf. Quelle: Enrico Kugler
Teschendorf

Eigentlich könnten die Feuerwehrleute in Teschendorf eine rundum zufriedene Truppe sein. Kurz vorm letzten Jahreswechsel konnten sie ein nigelnagelneues Gerätehaus in Besitz nehmen. Rund 1,1 Millionen Euro wurden in das Gebäude investiert, 416 425 Euro der Summe sind Fördergelder aus dem Kommunalen Infrastrukturprogramm des brandenburgischen Innenministeriums. „Wir haben das schönste und modernste Feuerwehrgebäude im Löwenberger Land“, sagen die Teschendorfer. Und das soll nicht überheblich klingen, sondern sich vielmehr nach Stolz anhören. Denn das sind sie auf ihre neue Heimstätte mit der großen, weithin sichtbaren Aufschrift „Freiwillige Feuerwehr Teschendorf“. Lange haben sie ausharren und während der zweijährigen Bauzeit zu Einsätzen und Dienst immer ins benachbarte Neuendorf fahren müssen. Aber das Warten, da sind alle einer Meinung, hat sich gelohnt.

Schmuck ist das neue Gerätehaus in der Hauptstarße in Teschendorf geworden. Quelle: Enrico Kugler

Die Teschendorfer waren die letzte Löschgruppe der Gemeinde, die ein neues Gerätehaus erhalten hat. Neidisch auf die anderen freiwilligen Feuerwehren waren sie deshalb nie. „Die anderen hatten ja auch nicht die besten Bedingungen in ihren Depots. Teilweise waren die sogar noch schlechter und beengter als unsere“, sagt Kamerad Sven Lauble, Gemeindejugendwart im Löwenberger Land. „Wir finden es auch schön, dass etliche unserer Wünsche beim Bau des neuen Gerätehauses berücksichtigt wurden“, unterstreicht Thomas Roggelin. Am wichtigsten, so der Löschgruppenführer, sei dabei gewesen, den Neubau am Standort des alten Gebäudes zu errichten. Der Hauptlöschmeister begründet dies mit der zentralen Lage im Ort und der Möglichkeit, von dort abseits der beiden prägnanten 90-Grad-Kurven im Ort schnell und gefahrenlos ausrücken zu können. Wenn sich nun noch alle Kraftfahrer daran halten würden, nicht die den Feuerwehrleuten vorbehaltenen Parkplätze zuzustellen, fänden das Teschendorfs Brandschützer super.

Immer wieder müssen die Teschendorfer zu Waldbränden ausrücken, die vorsätzlich gelegt wurden. Quelle: JS

Bei all der Freude über den Neubau zeichnen sich in den Gesichtern der Feuerwehrleute aber auch Sorgenfalten ab. Man kann sogar sagen, dass viele von ihnen reichlich verärgert sind. Der Frust richtet sich gegen den Feuerteufel, der den derzeit 28 aktiven Kameradinnen und Kameraden nun schon seit Jahren „die Hölle heiß macht“. „Die meisten Einsätze, zu denen wir ausrücken müssen, sind Waldbrände“, sagt Thomas Roggelin. Die überwiegende Mehrheit davon gezielt gelegt. Ein Beispiel dafür, wie sehr die Teschendorfer unter dem Feuerteufel zu leiden haben, ist das diesjährige Osterfest. Statt mit ihren Familien und Freunden feiern zu können, mussten sie Gründonnerstag, Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag zu Löscheinsätzen ausrücken. Der Brandstifter sollte sich in Acht nehmen. Wenn ihn die Teschendorfer zu fassen bekommen, werden sie ihm vermutlich „kräftig Feuer unterm Hinter machen.“ Noch aber rennt er in den Wäldern rum und konnte bislang auch trotz einer satten Belohnung in Höhe von 15 000 Euro, die die Gemeinde Löwenberger Land und die Städte Liebenwalde und Oranienburg gemeinsam ausgelobt haben, nicht gefasst werden.

Lisa Hoffmann leitet als Jugendwartin die Geschicke von insgesamt zehn Mädchen und Jungen, die zurzeit der Teschendorfer Jugendwehr angehören. Unter ihnen Rhea, Hannah, Nick und Jan. Quelle: Enrico Kugler

Nach Waldbränden rangieren Verkehrsunfälle an zweiter Stelle der Teschendorfer Einsatzliste. Das liegt hauptsächlich daran, dass der Ort direkt an der vielbefahrenen Bundesstraße 96 liegt, die sich quer durchs Dorf schlängelt. Vor allem in der Ferien- und Urlaubszeit, so der Löschgruppenführer, nehme die Zahl der Unfälle zu. Positiv sei anzumerken, dass die Zahl der schweren Unglücke, bei denen Tote zu beklagen sind, abgenommen hat. Wie andere Feuerwehren auch, müssen die Teschendorfer große Anstrengungen unternehmen, die Tageseinsatzbereitschaft zu gewährleisten. Deshalb ist ihnen jeder, der die Reihen der Wehr verstärken will, herzlich willkommen. Das gilt auch für den Nachwuchs. In der Jugendwehr treffen sich gegenwärtig zehn Mädchen und Jungen zweimal im Monat – jeweils sonnabends ab 10 Uhr – mit Lisa Hoffmann zum Dienst. Die Jugendwartin macht diesen Job gerne. „Wir sind eine aufgeweckte und lustige Truppe“, sagt sie. Beim Stationslauf im vergangenen Jahr in Neuruppin kam Teschendorfs Nachwuchs immerhin unter zehn Teams auf dem zweiten Platz ins Ziel. „Ich möchte mich an dieser Stelle auch ganz herzlich bei Kamerad Sven Lauble bedanken“, sagt Lisa Hoffmann. Er unterstütze sie sehr. Zum Beispiel, wenn die Truppe gefahren werden muss. Die Jugendwartin hat derzeit noch keinen Lkw-Führerschein, will diesen aber bei der Feuerwehr unbedingt machen.

Zum neuen Gerätehaus in Teschendorf gehört auch ein separater Schulungsraum, in dem Maskottchen Florian wacht, wenn die Feuerwehrleute unterwegs sind. Quelle: Enrico Kugler

Einen guten Stand in den Reihen der Teschendorfer Wehr haben die Frauen. „Hier wird unsereiner wie jeder andere Kamerad auch als vollwertiges Mitglied geachtet“, möchte Ines Mieth dick unterstrichen wissen. Sie gehört seit 2008 zu den Teschendorfern und war zuvor seit 1995 Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr in Falkenthal. Und weil sie mit Leib und Seele Feuerwehrfrau ist, verwundert es nicht, dass sie auch ihren Mann bei der Feuerwehr kennengelernt hat. In Moncaprice bei Löwenberg habe mal eines warmen Tages ein Mähdrescher gebrannt. Bei diesem Löscheinsatz, hat er ihr Herz entflammt – und umgekehrt. Mit sieben Frauen in ihren Reihen haben die Teschendorfer, wie sie selbst sagen, kreisweit die meisten Frauen in ihren Reihen.

Löschgruppenführer in Teschendorf ist Hauptlöschmeister Thomas Roggelin. Quelle: Enrico Kugler

Und es gibt wohl auch keine Wehr im Kreis, die zum Einsatz mit einem Schmetterling ausrückt. Keiner kann heute mehr genau sagen, warum das Tragkraftspritzenfahrzeug mit den 750 Litern Wasser und jeder Menge technischer Hilfsmittel an Bord diesen Namen bekommen hat. Jemand glaubt sich zu erinnern, dass es bei einem Einsatz auf schwierigem Boden, wo andere Fahrzeuge nicht mehr weiterkamen, leicht wie ein Schmetterling üben den schmierigen Untergrund geglitten ist. Natürlich gibt es auch in der Teschendorfer Wehr Einsätze, an die sich die Feuerwehrleute immer wieder erinnern, wenn sie gemütlich zusammensitzen. Zum Beispiel an den Unfall mit dem Lkw, der Kisten mit Punica geladen hatte und umgekippt war. In der darauffolgenden Woche sei in zahlreichen Teschendorfer Haushalten nur noch Punica getrunken worden.

Blick in die neuen Umkleideräume. Früher mussten sich die Feuerwehrleute in der Fahrzeughalle für den Dienst oder Einsätze fertig machen. Quelle: Enrico Kugler

Die Kameradinnen und Kameraden freuen sich, wenn die Leute ihre Arbeit schätzen und die Feuerwehr unterstützen. So wie zum Beispiel Otto-Rüdiger Schulze. Der Chef des gleichnamigen Recyclingunternehmens hat den Feuerwehrleuten, die auch schon zu Einsätzen auf seinem Betriebsgelände waren, eine neue Pumpe spendiert. Dafür packen die Kameraden kräftig mit zu, wann immer im Dorf gefeiert wird – Erntedankfest, Stoppelrennen, Weihnachtsmarkt, Maifeuer, Knutfest.

Die Feuerwehrleute in Teschendorf könnten wirklich eine rundum zufriedene Truppe sein, wenn es jetzt noch gelingt, dafür zu sorgen, dass sich der Feuerteufel bei einem seiner künftigen Wald- und Feldzüge die Finger verbrennt.

Von Bert Wittke

Die Energieinsel GmbH aus Vehlefanz (Oberkrämer) unterstützt den zweiten MAZ-Feuerwehr-Cup in Germendorf als Hauptsponsor. Geschäftsführer Rico Rückstadt hofft auf viele Tore, wenngleich das für ihn teuer werden könnte.

27.06.2019

Kurz vor 6 Uhr war die Nacht für zahlreiche Kameraden der freiwilligen Feuerwehren des Löwenberger Landes sowie aus Germendorf und Sachsenhausen vorbei. Bei Nassenheide brannte rund 1,5 Hektar Wald – aus noch ungeklärter Ursache.

26.06.2019

Noch bis zum Freitag sind 27 Kinder und Jugendliche aus Oberkrämer und Umgebung im Feriencamp in Neuendorf. Sie erleben dort eine Mischung aus Spaß und Lernen. Acht Betreuer sind ständig vor Ort.

26.06.2019