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Löwenberger Land Für eine holperfreie Fahrt
Lokales Oberhavel Löwenberger Land Für eine holperfreie Fahrt
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18:42 21.11.2018
Uwe Frenkel und Philipp Lang von der Aqua Zehdenick putzen den Radweg zwischen Grüneberg und Lebenberg heraus. Wegen des desolaten Zustandes gab es Proteste und Forderungen.
Uwe Frenkel und Philipp Lang von der Aqua Zehdenick putzen den Radweg zwischen Grüneberg und Lebenberg heraus. Wegen des desolaten Zustandes gab es Proteste und Forderungen. Quelle: FOTO: Enrico Kugler
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Liebenberg/Grüneberg

Der Radweg von Liebenberg nach Grüneberg scheint demnächst wieder weitestgehend ruckelfrei befahrbar zu sein. Der Landkreis Oberhavel hat einen Auftrag ausgelöst, um die etwas mehr als zwei Kilometer lange Strecke von Ortseingang zu Ortseingang zu entkrauten und zu begradigen. Damit wäre der 1,80 Meter breite Streifen wieder nutzbar. „Offiziell wird es aber kein Radweg werden, dazu ist er zu schmal“, sagt Constanze Gatzke, Pressesprecherin des Landkreises Oberhavel. Er müsste eine Breite von 2,50 Meter aufweisen. Der Weg wurde vor Jahren entwidmet, daran wird sich nichts ändern.

Maßnahme ist gefördert

„Seit dem 15. Oktober sind wir mit zwei Kollegen vor Ort, die den Weg auf der gesamten Strecke reinigen. Und Reparaturen werden wir auch vornehmen“, sagt Martina Dahlenburg, Geschäftsführerin der Aqua Zehdenick. Die Strukturentwicklungsgesellschaft für Arbeit und Qualifizierung mbH wurde beauftragt, die Arbeiten durchzuführen. „Es ist eine geförderte Maßnahme mit zwei Teilnehmern“, so Martina Dahlenburg. Die beiden Mitarbeiter sind mit geeignetem Werkzeug wie Motorsense oder Schippe unterwegs, um den zugewachsenen, ja zugewucherten Weg in Gänze wieder sichtbar zu machen. Der Weg war beim Bau in den 90er-Jahren komplett gepflastert worden. Damals ist noch nicht mit Wurzelsperren gearbeitet worden. Deshalb gab es im Laufe der Jahre immense Verwerfungen des gepflasterten Radweges, die eine unfallfreie Nutzung nicht mehr garantierten. Da sich auch die Richtlinien für die Anlage von Landstraßen änderten und für Radwege eine Breite von 2,50 Meter vorschrieben, entwidmete der Landkreis den Radweg vor einigen Jahren. Die Verwerfungen nahmen zu. Sträucher, Bäume und sonstiges Grün wucherte. Der einstige Radweg war nicht mehr nutzbar.

So sah der Radweg jahrelang aus. Quelle: Stefan Blumberg

Sicherer für Kinder und ältere Personen

Seit Jahren kämpfen Einwohner und Politiker darum, den Radweg wieder zu aktivieren. Fahrradfreunde und Kommunalpolitiker hatten keine Gelegenheit ausgelassen, darauf hinzuweisen, dass der Weg sowohl bei Pedaleuren als auch bei Fußgängern sehr beliebt ist. Und das über die Grenzen des Löwenberger Landes hinaus. Dabei wurde vor allem auf Schloss & Gut Liebenberg verwiesen, fraglos ein touristischer Leuchtturm in der Region. Überdies werde der Weg auch von Kindern benutzt, die die Schule in Grüneberg besuchen. Es hatte teils harsche Kritik in Richtung Kreis und speziell an Landrat Ludger Weskamp gegeben.

Die jetzigen Aktivitäten bezeichnet der Liebenberger Ortsvorsteher Hartmut Kreutzmann „als Teilerfolg, weil der Weg zumindest wieder nutzbar wird“. Insbesondere die Sicherheit für Kinder und Ältere sei damit ein ganzes Stück erhöht worden. Sonst müssten sie – wie auch die anderen Radfahrer – auf der Straße fahren, die wegen des Verkehrsaufkommens ein hohes Gefahrenpotenzial berge. Für eine endgültige Lösung hält er die Verschönerungsarbeiten nicht, aber fürs Erste sei es in Ordnung. Grundsätzlich erfreut darüber, „dass jetzt etwas passiert“, ist der Grüneberger Ortsvorsteher Karl-Heinz Wacker. Dennoch relativiert er: „Wenn wir was Gescheites machen wollen, dann kann es nur eine grundhafte Sanierung sein, zu der auch Wurzelsperren gehören und ein Bitumenbelag.“ Er verlangt keine Superpiste, sondern einen Radweg, auf dem man ordentlich entlang kommt.

Einsatz bis 14. Dezember

Dass es ein Radweg entsprechend der Bestimmungen werden wird – das ist eher ein schwieriges Unterfangen. „Dazu müsste Land angekauft werden. Es gibt auf diesem Abschnitt mehrere Gründstücksbesitzer“, so Constanze Gatzke.

Die Mitarbeiter der Aqua Zehdenick sind planmäßig bis zum 14. Dezember 2018 im Einsatz, um den Weg so weit in Schuss zu bekommen, dass er von vorn bis hinten wieder zu befahren (oder zu begehen) ist. Die Radfahrer lauern schon auf die Fertigstellung. „Es gab bereits einige Reaktionen. Sie erkundigten sich, was dort passiert und freuen sich darauf, den Weg bald wieder nutzen zu können“, so Martina Dahlenburg.

Von Stefan Blumberg