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Löwenberger Land Ist der Feuerteufel von Nassenheide zurück? – Belohnung für Hinweise geplant
Lokales Oberhavel Löwenberger Land Ist der Feuerteufel von Nassenheide zurück? – Belohnung für Hinweise geplant
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18:00 23.04.2019
Rund 14 Feuerwehrkameraden mussten Dienstagvormittag erneut zu schwelenden Glutnestern in das Waldgebiet bei Nassenheide ausrücken.
Rund 14 Feuerwehrkameraden mussten Dienstagvormittag erneut zu schwelenden Glutnestern in das Waldgebiet bei Nassenheide ausrücken. Quelle: Julian Stähle
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Nassenheide

Die Angst hat wieder Einzug gehalten in Nassenheide. Allein innerhalb der vergangenen Woche brannte es in dem Ortsteil des Löwenberger Landes zwei Mal. Rund 80 Feuerwehrkameraden bekämpften am Ostermontag über Stunden hinweg ein Flammenmeer südlich des Ortes, das sich auf rund 2,5 Hektar ausgebreitet hatte. Am Dienstag rückten gegen 10.45 Uhr 14 Feuerwehrkameraden erneut in das Gebiet aus, um aufschwelende Glutnester abzulöschen. Gründonnerstag hatten bereits 500 Quadratmeter Ödland nahe der Alten Grüneberger Landstraße gebrannt. „Die Häufigkeit, in der es immer wieder rund um Nassenheide brennt, ist beängstigend“, sagt Anwohnerin Steffi Fechner. „Jedes Mal, wenn die Sirene geht, hoffe ich, dass alle Einsatzkräfte gesund wieder nach Hause kommen und der Spuk bald ein Ende hat.“ Die Häufung von Bränden in der Region in den vergangenen Jahren ist bemerkenswert. „Im Dorf ist das immer wieder Gesprächsthema“, weiß Steffi Fechner. Seit längerem werde gemunkelt, dass ein Feuerteufel sein Unwesen treibe. Sven Marten, Stadtbrandmeister in Oranienburg, meint: „Die Häufung gerade um dieses Gebiet herum ist auffällig.“ Bei der Auswertung der Waldbrandsaison 2018 wurde Oberhavel, insbesondere die Region des Löwenberger Landes, demzufolge als Schwerpunktregion eingestuft.

Kriminalpolizei prüft Zusammenhänge mit vergangenen Bränden

Auf Spekulationen über die Ursache der Brandserie lässt sich der Stadtbrandmeister nicht ein: „Wir bekämpfen die Brände. Die Ursachenermittlung ist Sache der Polizei“, sagt er. Dort laufen die Ermittlungen zu den aktuellen Bränden auf Hochtouren. „Die Ermittlungsgruppe, die schon in den vergangenen Jahren zu den Feuern in der Region ermittelt hat, geht dem Verdacht der Brandstiftung, ob vorsätzlich oder fahrlässig, immer nach. Ob bei den aktuellen Vorkommnissen Zusammenhänge mit älteren Bränden bestehen, wird intensiv geprüft“, berichtet Polizeipressesprecherin Dörte Röhrs.

Neue Belohnung für Hinweise auf Täter geplant

Auf die neuerliche Brandserie reagiert auch die Gemeindevertretung des Löwenberger Landes. Schon 2017 und 2018 hatte sie gemeinsam mit der Stadt Liebenwalde eine Belohnung für Hinweise zum Täter in Höhe von 10 000 Euro ausgelobt. „Immer wieder kommt es im Gebiet des Löwenberger Landes sowie Liebenwalde vermehrt zu Bränden“, hieß es in der Begründung für die neuerliche Aussetzung der Belohnung. Sechs Brandeinsätze habe es in diesem Jahr im Löwenberger Land bereits gegeben, verbunden mit stets sehr schweren Bedingungen für die ehrenamtlichen Kräfte der Feuerwehr. In fast allen Fällen müsse leider von gezielten Brandstiftungen ausgegangen werden. Daher wollen die Gemeinde Löwenberger Land (5000 Euro) sowie die Stadt Liebenwalde (5000 Euro) – vorbehaltlich der Zustimmung durch die Gemeindevertretung und die Stadtverordnetenversammlung – auch in diesem Jahr wieder eine Belohnung für Hinweise aussetzen, die zur Ergreifung und rechtskräftigen Verurteilung des Feuerteufels führen.

„Aufhören wird dieser Alptraum wohl erst, wenn der Brandstifter endlich gefasst wird“, glaubt Steffi Fechner. In der Nachbarschaft achte man seit der unheimlichen Brandserie „noch mehr aufeinander als ohnehin schon“, sagt sie. Das ungute Gefühl wird den Nassenheidern dennoch vorerst auch weiterhin ein täglicher Begleiter sein.

Der Waldbrand südlich von Nassenheide die Feuerwehr nicht nur am Ostermontag, sondern auch am Dienstag weiter auf Trab. Quelle: Privat

Von Nadine Bieneck und Bert Wittke