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Löwenberger Land Junge Truppe mit viel Feuereifer
Lokales Oberhavel Löwenberger Land Junge Truppe mit viel Feuereifer
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00:20 05.01.2019
Die Freiwillige Feuerwehr Nassenheide vor ihrem Gerätehaus, das in den Jahren 2002 und 2003 modernisiert wurde. Quelle: Bert Wittke
Nassenheide

„Wir sind gut aufgestellt“, sagen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Nassenheide über sich selbst. „Okay“, räumt Jugendwart Christian Anske nach einer kurzen Pause ein, „es könnten ein paar mehr Mitglieder sein, wenn man bedenkt, dass unser Dorf rund 1800 Einwohner hat und damit der größte Ortsteil der Gemeinde Löwenberger Land ist. Aber mit einer einzigen Ausnahme habe die Wehr zu allen Einsätzen des Jahres 2018 ausrücken können. Und das waren nicht wenige.

Elf Kameraden im landesweiten Löscheinsatz

Unter anderem wurden die Kameraden aus Nassenheide zu 15 Waldbränden, 14 Flächenbränden, einem Großbrand (Anfang Januar in Löwenberg), fünf Kleinbränden und acht Unfällen gerufen. Außerdem waren insgesamt sieben Feuerwehrleute aus Nassenheide beim landesweiten Löscheinsatz in Treuenbrietzen und vier Kameraden bei den Löscharbeiten in Fichtenwalde dabei. Ein Einsatz 2018 ist den Feuerwehrleuten ganz besonders im Gedächtnis geblieben, weil er etwas skurril oder besser gesagt eine echte Schweinerei war.

Robin Peronne erhielt noch im alten Jahr von Gemeindebürgermeister Bernd-Christian Schneck die Ernennungsurkunde zum Löschgruppenführer. Quelle: Bert Wittke

„Das war am 23. Mai“, sagt Robin Peronne. Der 25-Jährige, der am 1. Januar 2019 die Leitung der Löschgruppe von David Schädler übernommen hat, erinnert sich deshalb so genau, weil er einen Tag später geheiratet hat. Die Nassenheide wurden seinerzeit in die Teschendorfer Straße gerufen. Dort hatte die Polizei einen Transporter gestoppt, der Schweine geladen hatte. Weil es ein verdammt heißer Tag war, erhielten die Kameraden den Auftrag, die Tiere abzukühlen. „Wir haben einen Spritzstrahl eingesetzt“, erzählt Robin Peronne. Das sei wie ein erfrischender Regen für die Tiere gewesen.

Lkw hinterlässt rekordverdächtige Ölspur

Auch an einen Einsatz von 2017 denken die Nassenheider noch häufig zurück. Damals hatten sie es mit der bisher wohl längsten Ölspur ihrer Geschichte zu tun. Ein Lkw der aus Richtung Neuholland kam und über Freienhagen fuhr, verlor infolge eines Leitungsrisses Diesel. Erst an der Sprint-Tankstelle in Nassenheide fiel dem Fahrer das Malheur auf. Oberlöschmeister Christian Anske gelang es schließlich unterm dem Fahrzeug liegend, das Leck notdürftig abzudichten. Was bleib, war eine kilometerlange Ölspur, die abgestumpft werden musste.

Ein Rekordeinsatzjahr für die Freiwillige Feuerwehr Nassenheide war 2017. Starkregen und Hochwasser verlangten den Kameraden alles ab.

Die beiden Anwärter Torsten Schmuckenneuer (l.) und Kevin Neumann. Quelle: Bert Wittke

In jener Zeit wuchs bei Kevin Neumann der Entschluss, die Reihen der Nassenheider Feuerwehr verstärken zu wollen. Er, der vor etwa zwei Jahren von Velten nach Nassenheide gezogen ist und in der Straße An der alten Schule wohnt, war dort, wie er sagt, bei dem Starkregen „abgesoffen“. „Da waren die Jungs von der Feuerwehr gleich da und haben mir geholfen“, erinnert sich der 36-Jährige. Inzwischen ist er Anwärter und absolviert zurzeit die Truppausbildung. Überdies habe er, so Kevin Neumann, über die Feuerwehr einen Fuß in Tür der Dorfgemeinschaft bekommen wollen. Das ist ihm gelungen. „Der Zusammenhalt der Truppe ist echt gut“, sagt der Anwärter, der es nicht bereut hat, sich den örtlichen Feuerwehrleuten angeschlossen zu haben.

Torsten Schmuckenneuer: Ich wollte mithelfen

Ähnlich sieht es auch Torsten Schmuckenneuer. Der 43-Jährige ist vor fünf Jahren von Bergfelde nach Nassenheide gezogen. Seit zwei Jahren ist Mitglied der freiwilligen Feuerwehr und absolviert ebenfalls zurzeit die Truppausbildung. „Ich habe immer die Feuerwehrsirene im Ort gehört, wenn die Kameraden ausgerückt sind“, erzählt er. „Da wollte mithelfen. Torsten Schmuckenneuer wohnt mit seiner Familie Am Waldsee – das letzte Haus vor dem Wald. „Da macht man sich schon so seine Gedanken, wenn es während des Sommers dauern in den Wäldern brennt.“ Außerdem habe er als Berufskraftfahrer sämtlich Fahrerlaubnisklassen. „Ich kann mich sofort ans Lenkrad jedes Feuerwehrautos setzen und losfahren“, sagt der Anwärter. Auch Tochter Laurien, die sechs Jahre alt ist und nächstes Jahr zur Schule kommt, hat bereits den Wunsch, in die Jugendfeuerwehr des Ortes einzutreten.

Die alte Druckspritze, die von 1906/1907 stammt, wird von den Kameraden in Ehren gehalten und rollt bei festlichen Anlässen – etwa dem 112-jährigen Bestehen der Feuerwehr – in den Festumzügen mit. Quelle: Bert Wittke

Nassenheides Kameraden, die mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren zu den jüngsten freiwilligen Feuerwehren im Kreis Oberhavel zählen, sind auch dann zuverlässig zur Stelle, wenn es gilt, Veranstaltungen des Dorfes mit Rat und Tat zu unterstützen. Dazu gehören die Absicherung der traditionellen Dorffeste zur Sommersonnenwende, die Osterfeuer, die Fackelumzüge am Martinstag, die Kindertage und die Knutfeste. Das nächste Knutfest steht schon wieder unmittelbar vor der Tür und findet am 5. Januar statt.

Florian Lokat (l.) und Christian Anske mit „Hotte“, der zur Ausbildungszwecken genutzt wird. Quelle: Bert Wittke

Klasse fanden es die Feuerwehrleute, als sie voriges Jahr von einem Bewohner des Dorfes eingeladen wurden. Bei dem hatten sie nach dem Starkregen im Vorjahr den Keller ausgepumpt. Zum Dank dafür gab es gegrilltes Schwein und kühles Bier.

Warum gegenwärtig keine Frau in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr Nassenheide Dienst tut, dafür hat keiner von den Herren der Schöpfung eine Erklärung. Fakt sei, so der neue Löschgruppenführer Robin Peronne, dass die Feuerwehrleute „eine gute Truppe sind, in der zusammengehalten wird. So wie es sein muss.“ Und Verstärkung sei natürlich jederzeit herzlich willkommen. Zum Dienst trifft sich die Truppe meistens an einem Sonnabend in der Zeit von 9 bis 12 Uhr.

Von Bert Wittke

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