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Löwenberger Land Treckerstau in Nassenheide: Landwirte verschaffen sich Gehör
Lokales Oberhavel Löwenberger Land Treckerstau in Nassenheide: Landwirte verschaffen sich Gehör
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14:55 26.11.2019
Die Landwirte machten ihren Standpunkt deutlich. Quelle: Enrico Kugler
Nassenheide

Tausende orangefarbene Trecker-Rundumleuchten zuckten am Dienstag um 6.30 Uhr über die Felder rund um Nassenheide. Die ersten Landwirte aus Löwenberg und Bergsdorf waren gegen 5.30 Uhr am Treffpunkt zwischen der B 96 und der Teschendorfer Straße eingetroffen, um an der bundesweiten Sternfahrt der Landwirte zur Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin teilzunehmen (MAZ berichtete).

Auf der B96 ging zwischenzeitlich nichts mehr, die Polizei regelte den Verkehr. Quelle: Enrico Kugler

Gegen 5.45 Uhr leuchtete auch das erste Blaulicht der Polizei in Nassenheide auf, gefolgt von den Warnleuchten insgesamt 451 landwirtschaftlicher Fahrzeuge. Der größte Teil der Kolonne stammte aus Niedersachsen, insbesondere aus den Landkreisen Verden, Stade, Cuxhaven und Diepholz. Schon seit Montagmorgen waren diese Landwirte unterwegs. Einige waren bereits gegen 5 Uhr am Vortag aufgebrochen, um an der Kundgebung teilzunehmen. Die Nacht verbrachten sie in Kremmen, bevor sie sich in einer Kolonne am Dienstagmorgen auf den Weg nach Nassenheide machten. „Zu Hause sind wir wohl erst am Mittwochabend wieder“, erzählte einer der Teilnehmer.

Zusätzlich zu den Luchpaketen der Sprint Tankstelle hatten auch die Landwirte die Versorgung mit Essen und Getränken organisiert. Quelle: Enrico Kugler

Die Demonstranten erlebten vor Ort eine beeindruckende Unterstützung anderer Verkehrsteilnehmer. Viele Fahrzeuge signalisierten hupend und mit nach oben gestreckten Daumen ihre Solidarität. Auch Franziska Winkelmann, Mitarbeiterin der Sprint Tankstelle in Nassenheide, hatte die Nacht zuvor an ihrer Arbeitsstelle verbracht, um die Landwirte zu unterstützen. „Gegen 22 Uhr haben wir angefangen, 1000 Brötchen zu schmieren“, erzählte sie. Die Sprint Tankstelle aus Liebenwalde steuerte weitere 1000 Brötchen dazu. „14 Kollegen haben sich insgesamt freiwillig zum Helfen gemeldet, gegen drei Uhr morgens waren wir dann fertig.“ Die Landwirte selbst sorgten für zusätzliche Versorgung. So gab es Kaffee und Tee, ausgeteilt vom Büroteam des Liebenwalder Landwirtes Timo Schiemann, der sich auch schon an der ersten Sternfahrt nach Berlin (MAZ berichtete) beteiligt hatte.

Die MAZ berichtet im MAZ-Liveblog von der Trecker-Sternfahrt nach Berlin. Aktuelle Infos und Bilder gibt es hier: https://www.maz-online.de/Lokales/Oberhavel/Treckerdemo-als-Bauernprotest-in-Brandenburg-Sternfahrt-nach-Berlin-im-Liveticker

Gepostet von MAZ Oberhavel am Montag, 25. November 2019

Für Florian Lokat, Landwirt bei der Agrar GmbH Bergsdorf, war es ebenfalls bereits die zweite Sternfahrt-Teilnahme. „Wir demonstrieren gegen das geplante Agrar-Paket und fordern ein Mitspracherecht“, sagte der 27-Jährige.

Die Landwirte aus Niedersachsen sind schon seit Montagmorgen unterwegs. Quelle: Stefanie Fechner

Auf der B 96 ging am Dienstagmorgen indes über fast zwei Stunden nichts mehr, die Verkehrsteilnehmer mussten viel Geduld aufbringen. Um den Rückstau so gering wie möglich zu halten, leitete die Polizei den Verkehr am Abzweig Grüneberg und an der Liebenwalder Chaussee in Nassenheide ab. Gegen 7.30 Uhr setzte sich der Demonstrationszug dann unter lautem Hupen in Bewegung Richtung Berlin. Rund eine Stunde brauchten die etwa 1000 landwirtschaftlichen Fahrzeuge, um Nassenheide zu verlassen. Neben viel Sympathie gab es dabei auch Kritik für die Landwirte. So beschwerten sich Kremmener Anwohner, dass sich deren Kinder gegen 4.30 Uhr durch das Hupen erschrocken hätten, als sich die Kolonne in Bewegung gesetzt hatte.

Immer mehr Fahrzeuge fanden sich am Sammelpunkt an der B96 in Nassenheide ein. Quelle: Enrico Kugler

Von Stefanie Fechner

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