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Löwenberger Land Sieben Frauen, sieben Lieder
Lokales Oberhavel Löwenberger Land Sieben Frauen, sieben Lieder
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15:31 26.12.2018
Am Heiligabend sangen: Phuong Khoi, Zina, Claudia Steinborn-Magloczki, Kinga Wacker, Kathrin Karras, Esmeralda Santos und Zola Panaschenko (v.l.) Quelle: Ulrike Gawande
Grüneberg

Es ist Heiligabend 23 Uhr. Die Glocken der Grüneberger Kirche, die auf dem Dorfanger in warmes Licht getaucht ist, läuten. Von überall strömen die Menschen zur Christmette herbei, die dieses Jahr als Wiegenliederandacht gestaltet ist.

Wiegenliederandacht am Heiligabend 2018 in Grüneberg Quelle: Ulrike Gawande

In den Kirchenfenstern brennen die Kerzen, als Kantor Jens Seidenfad mit sanfter Klaviermusik den Gottesdienst beginnt, den Ruth-Barbara Schlenker als Pastorin leitet. „Gott schenkte uns seinen Sohn. Maria sang ihm Schlaflieder, auch wenn das biblisch nicht überliefert ist. Und auch in dieser besonderen Nacht werden wir Wiegenlieder hören, wie sie von Müttern aus der Umgebung gesungen werden.“

Die sieben Frauen mit dem Kantor (r.) Quelle: Ulrike Gawande

Sieben Frauen mit Wurzeln in sieben verschiedenen Ländern, die jedoch heute in Teschendorf, Löwenberg und Grüneberg leben, hatte der Kantor überreden können, ein Wiegenlied aus ihrer Heimat beim Gottesdienst zu singen. Sie seien sehr aufgeregt, verraten die Frauen. Ist es doch für sie ihr erster Soloauftritt als Sängerin und dann vor vollbesetzter Kirche. Jede Frau singt in ihrer Muttersprache. Auf dem Liedzettel stehen die Übersetzungen.

Esmeralda Santos mit dem Kirchenchor Quelle: Ulrike Gawande

Mütter besänftigen ihre Kinder mit dem Gesang, erklärt die Pastorin. „Es ist nicht perfekt, aber mein Singsang. Er kommt nicht von der Spieluhr, sondern ich singe wie ich singe. Mit Zittern in der Stimme, aber mit Gewissheit.“ Wiegenlieder gäben uns Ruhe in der rastlosen Welt, so Schlenker. Esmeralda Santos stimmt mit dem Kirchenchor „Dorme, Dorme“ an, erzählt von einer Mutter, die wenig zu essen, aber viel Arbeit hat.

Zina und Baby Stella Quelle: Ulrike Gawande

Phuong Khoi zaubert mit vietnamesischen Klängen einen Hauch Asien nach Oberhavel. Aus der Ukraine hat Zola Panaschneko das Lied „Oj Hodyt son“ mitgebracht, das vom Traum, der neben dem Fenster geht und dem Schlummer am Fluss, erzählt. Kinga Wacker stimmt das bekannte polnische Schlaflied „Lulajze Jezuniu“ und Claudia Steinborn-Maglosczki singt in „Cija Buja“ von Engeln und Sternen, ebenso wie Kathrin Karras in Brahms Wiegenlied „Guten Abend, gute Nacht“. Besonders berührt aber Zina aus Löwenberg die Herzen, als sie ihre zwei Monate alte Tochter Stella zum syrischen Wiegenlied „Yalla Tnam Rima“ im Arm wiegt. Es ist eine Andacht, die unter die Haut geht und die Besucher in Weihnachtsstimmung versetzt.

Von Ulrike Gawande

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