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Oberhavel „Manchmal muss man ein Drache sein“
Lokales Oberhavel „Manchmal muss man ein Drache sein“
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01:16 15.11.2014
Harald Petzhold (Linke) und Sänger Wolf Biermann. Quelle: Archiv/Bernd von Jutrczenka

MAZ: Herr Petzold, haben Sie Schallplatten von Wolf Biermann?

Harald Petzold: Nein, aber ich hab noch Kassetten mit seiner Musik. Es war damals viel subversiver die Schallplatten von Freunden mit westdeutschen Aufnahmen zu überspielen. Als Biermann noch in der DDR lebte, war ich für seine Musik zu jung. Da hab ich noch „Die Schatzinsel“ gehört. Später wusste ich viele seine Lieder durchaus zu schätzen. Leider ist er künstlerisch stehengeblieben – und wie sich jetzt herausstellt auch im Denken. Ich hab das Gefühl, er hat nicht mitbekommen, dass sich die Welt weiterdreht und Menschen sich verändern können. Das ist tragisch.

Sie möchten sich demnach wohl auch nicht als „Drachenbrut“ bezeichnen lassen?

Petzold: Mal scherzhaft: In der Opposition muss man manchmal wie ein Drache sein – ein dickes Fell haben und Feuer speien. Der Begriff Drachenbrut wurde aber benutzt, um uns zu dämonisieren.

Biermann sprach auch vom „elenden Rest der DDR“. Nach Ansicht der früheren brandenburgischen CDU-Vorsitzenden und jetzigen Bundesbildungsministerin Johanna Wanka steht es um Sie sogar „noch viel schlimmer“.

Petzold: Ich respektiere die freie Meinungsäußerung, aber mit der Realität hat das nichts zu tun. Das weiß Frau Wanka auch, sie sagt es wider besseren Wissens. Sie hat wohl nicht verwunden, dass unter ihrem Vorsitz die SPD in den Brandenburg den Koalitionspartner gewechsel hat.

Um eine weitere Debatte der verganenen Wochen aufzunehmen: War die DDR ein Unrechtssstaat?

Petzold: Die DDR war eine Diktatur, in der zu vielen Menschen sehr viel Leid und Unrecht zugefügt wurde, und das teilweise mit Gesetzen und teilweise, indem Gesetze gebrochen wurden. Der Begriff Unrechtsstaat steht für mich untrennbar für das Naziregime. Ich weigere mich, beides auf eine Stufe zu stellen. Das relativiert die Singularität des Nationalsozialismus.

In Ihrer Fraktion gab es in dieser Woche Ärger um eine Veranstaltung mit zwei Israelkritikern, die als antisemitisch gelten. Die beiden Amerikaner haben auch noch Ihren Fraktionschef Gregor Gysi mit einer Kamera bis auf die Bundestagstoilette verfolgt.

Petzold: Das war eine unschöne Geschichte. Wir haben das aber in der Fraktion sehr verantwortungsvoll diskutiert. Alle dafür Verantwortlichen haben eingesehen, dass Mist gebaut wurde. Die drei Abgeordneten haben sich entschuldigt, Gregor Gysi hat die Entschuldigung angenommen. Das Ding an sich ist ausgestanden.

Dennoch forderten Fraktionsmitglieder den Ausschluss der Abgeordneten, die zu dem Treffen eingeladen haben. Gibt es in Ihrer Fraktion Antisemiten?

Petzold: Das kann ich klar verneinen. Es gibt vielleicht manchmal Kritik an der israelischen Außenpolitik, die dann zu sehr mit einer pauschalen Israelkritik vermischt oder als eine solche wahrgenommen wird. Da muss man differenzieren. Die Kritik richtet sich aber nie gegen Jüdinnen und Juden, sondern gegen die Regierungspolitik Israels.

Interview: K.D. Grote

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