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Oberhavel Mann bricht ins Eis ein und kommt ums Leben
Lokales Oberhavel Mann bricht ins Eis ein und kommt ums Leben
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02:36 14.03.2018
Tragischer Unglücksfall am Sonntag auf dem Roofensee. Ein Mann ist auf dem noch vorhandenen Eis des Sees eingebrochen. Quelle: Stefan Blumberg
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Menz

Zu einem tragischen Unglücksfall kam es am Sonntagnachmittag auf dem Roofensee in Menz (Gemeinde Stechlin). Wie die Polizei am Montag mitteilte, war der 56-Jährige gegen 15.30 Uhr auf den noch mit Eis bedeckten See gelaufen. Vermutlich wollte er angeln.

Etwas später entdeckte ein Zeuge die Person etwa 80 bis 100 Meter weit vom Ufer entfernt. Der Mann soll etwa zur Hälfte auf dem Eis und zur Hälfte im Wasser gelegen haben. Der Zeuge verständigte sofort die freiwillige Feuerwehr. Als sich Kameraden bis zu dem Mann vorgearbeitet hatten und nach ihm greifen wollten, soll der Mann nach Informationen der Polizei ins Wasser gesunken sein.

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Den Kameraden gelang es, nach etwa fünf Minuten den Mann aus dem Wasser zu bergen. Alle Versuche, ihn zu reanimieren, scheiterten jedoch. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des 56-Jährigen, der aus der Gemeinde Stechlin stammt, feststellen. Feuerwehrleute kamen nicht zu Schaden. Die Aussage, dass ein Kamerad wegen Unterkühlung verletzt wurde, stimmt entgegen anderen Aussagen nicht. „Wir haben nur zur Sicherheit einen weiteren Rettungswagen angefordert, damit die Kollegen die im Einsatz befindlichen Kameraden untersuchen konnten“, sagte Jörg Tiede, in Personalunion 1. stellvertretender Amtswehrführer, Gruppenführer der Löschgruppe Menz und Ortsvorsteher von Menz. Die Kameraden seien mit den Schutzanzügen im eisigen Wasser gewesen.

Dass der 56-Jährige „grob fahrlässig“ gehandelt habe, sagte Amtswehrführer Andreas Pahlow. „Dafür findet man keine Worte. Bei diesen Bedingungen das Eis zu betreten, geht nicht, da kommt auch Wut auf.“ Das sagt er deshalb, weil sich die Kameraden damit selbst in Lebensgefahr bringen. Die Eisdecke sei zwar noch geschlossen, aber nicht stabil. „Es war für die Kameraden sehr schwierig, sich bis zu der Stelle vorzuarbeiten, wo der Mann eingebrochen war. Man kann sich nur sehr langsam vorwärts bewegen und bricht selbst immer wieder ein“, so Andreas Pahlow. Die Anzüge schützen dabei vor Nässe, Kälte und gegen Untergehen. „Es ist eine körperlich schwere Arbeit.“ Und dann müsse der Mann auch noch gefunden werden. Die Kameraden hätten selbst keinen Halt, müssen ihn dann aber irgendwie zu packen kriegen. Als ihn die Kameraden festhalten konnten, musste er mit einer Leine an Land gezogen werden. Eine aufwendige Arbeit, die die Kameraden der Wehren aus Menz, Neuglobsow und Gransee – sie unterstützten mit dem Drehleiter- und Rüstwagen – meisterten.

Die Polizei leitete ein Todesermittlungsverfahren ein.

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Von Bert Wittke