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Oberhavel Marina Liebenwalde auf sicherem Kurs
Lokales Oberhavel Marina Liebenwalde auf sicherem Kurs
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17:41 30.07.2014
Horst Helbig betreibt seine Marina Liebenwalde am Finowkanal oder wie die Einheimischen sagen am Langen Trödel.
Horst Helbig betreibt seine Marina Liebenwalde am Finowkanal oder wie die Einheimischen sagen am Langen Trödel. Quelle: Robert Roeske
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Liebenwalde

Horst Helbig ist irgendwie ein Unikum. Ein bisschen Seebär, ein bisschen Geschichtenerzähler, auf jeden Fall ein freundlicher Mensch durch und durch. „Ach, auch mal wieder da“, ruft er nach ein paar Minuten einer Familie zu. Ein ernsthaftes Gespräch mit ihm zu führen, ist nicht so einfach. Jeder Wassersportler wird von Helbig persönlich begrüßt und bekommt noch eine Anekdote mit auf den Weg.
Dreiviertellange Hosen, weißes T-Shirt, breite Hosenträger, ein Basecap und braun gebrannt – so kennen ihn seine Freizeitkapitäne, von denen inzwischen viele in seiner Marina Liebenwalde angelegt haben. Bis zu 6000 Gäste lockt Helbig in einer guten Saison in die Stadt. In seiner Marina fühlen sich die Leute wohl und gut auf genommen. Der Hafen ist eine Idylle mitten im Herzen der Kleinstadt.

Vor zehn Jahren sah es am Ufer des Langen Trödels ganz anders aus. „Das war die blanke Wildnis hier“, sagt Horst Helbig. Nur Schilf und meterhohe Brennnesseln. Damals war Helbig 56, wollte nicht mehr als Bauingenieur durch die Lande ziehen, suchte eine neue Herausforderung und entdeckte Liebenwalde. 50 Jahre ist er schon Wassersportler. Wie eine Marina aussehen und funktionieren muss, wusste er. Und im Wassersportentwicklungsplan des Landes Brandenburg hieß es, Liebenwalde sei prädestiniert für einen Gastliegerhafen. Und schon steckte Horst Helbig mitten in einem Abenteuer. Die Stadtväter hatte er mit seiner Idee schnell überzeugt. Die Baugenehmigung wurde in Windeseile erteilt, 14 Tage später ragte der 100 Meter lange Bootssteg aus dem Wasser. Im August wurde die Marina eröffnet. Ein Jahr später baute die Stadt mit EU-Fördermitteln auf dem Grundstück ein Büro für den Hafenmeister und ein hochmodernes Sanitärgebäude, Helbig konnte beides pachten. „Und dann ging’s sehr, sehr schleppend los“, erinnert er sich. Mit einer Durststrecke von drei Jahren hatte er gerechnet. Aber es dauerte insgesamt vier Jahre, bis sich die kleine Marina am Langen Trödel rumgesprochen hatte.

Der heute 66-Jährige stammt aus Niedersachsen. „Anfangs habe ich gar nicht gesagt, dass ich ein Wessi bin“, grinst Helbig und streicht sich über die kernigen Unterarme. „Aber dann haben die gemerkt, der bescheißt uns nicht.“

Inzwischen sind seine Gastliegerplätze in der Saison immer gut ausgebucht. Dauerplätze anzubieten, wäre nicht das Ding von Horst Helbig. Er braucht immer wieder neue Leute, neue Geschichten, und Freizeitschipper, mit denen er fachsimpeln kann. So mancher Anfänger hat schon hilfreiche Tipps bekommen. „Manche kennen sich mit ihren Booten gar nicht so gut aus.“ Dann gibt’s gratis Nachhilfe. Die Stammgäste kommen inzwischen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus der Schweiz und Holland. „Wer einmal in unserer Marina war, der kommt immer wieder“, strahlt der Hafenmeister.

Das Hafenfest

Der Hafenmeister Horst Helbig und seine Frau Simone laden für Sonnabend, 2. August, in die Marina Liebenwalde an der Berliner Straße 45a ein.
Gefeiert wird das zehnjährige Bestehen des kleinen Hafens am Kilometer 0,0 des Finowkanals, der Langer Trödel genannt wird.
Ab 11 Uhr tritt ein stimmgewaltiger Shanty-Chor aus Berlin-Tegel auf. Die Liebenwalder Rockband „Horde“ spielt am Nachmittag für die Gäste.

Die Kinder können sich beim Hafenfest schminken lassen, malen oder eine Luftpost am Ballon aufsteigen lassen.

Als Rahmenprogramm könnte bei entsprechendem Wetter und genügend Teilnehmern eine kleine Pad delregatta stattfinden. Der Tag soll
mit einem Feuerwerk zu Ende gehen.
Die Marina Liebenwalde verfügt über 20 Gastliegeplätze, die Boxen sind 5,5 Meter breit. Vermietet werden einige Kajüt- und Sportboote mit Sportbootführerschein sowie 16 Kanus.
Auf dem Hafengelände in Liebenwalde befinden sich auch ein Biwakplatz, ein Grillplatz, ein mo dernes Sanitärgebäude und ein Imbiss.

Seit ein Imbisswagen auf dem gemütlichen Hafengelände steht, schauen auch die Liebenwalder mal auf ein Bierchen vorbei. „Das freut mich besonders.“ Die Spezialität des Hafenmeisters sind Fischbrötchen. „Natürlich immer frisch gemacht, das ist ja wohl klar.“ Auch dank des Fernradweges kann sich Helbig nicht über Besucherzahlen beklagen. Selbst auf dem Biwakplatz am Ende des Bootsstegs ist immer Betrieb.

Bis vor kurzem lag das Geschäft mit dem Kanuverleih etwas brach. Am Langen Trödel direkt neben der Marina wird eine Klappbrücke gebaut. Die Verbindung des Langen Trödels, der eigentlich der Finowkanal ist, war Richtung Zerpenschleuse gekappt. Jetzt ist die Wasserverbindung wieder offen. Doch im Stadthafen, auf der anderen Seite der Brücke, ist noch nicht viel los, große Boote kommen an den Hafen noch nicht ran. Der Lange Trödel (Finowkanal) wird erst ausgebaut. Aber dann hofft Helbig, dass noch mehr los ist. Als Konkurrenz sieht er den Hafen nicht. „Das kann doch nur gut sein für’s Geschäft.“

Als Nächstes steht in der Marina erst mal das große Fest zum Zehnjährigen an. „Da lassen wir’s richtig krachen“, freut sich Helbig.

Von Andrea Kathert

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