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Oberhavel Für die Abenddienste hat Matthias Kraft meist schon etwas vorbereitet
Lokales Oberhavel Für die Abenddienste hat Matthias Kraft meist schon etwas vorbereitet
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10:17 09.10.2019
Matthias Kraft liebt es, für andere zu kochen wie hier Eisbein an der Feldküche zum Tag der offenen Tür 2019. Quelle: Fotos: Matthias Busse
Bergfelde

Wenn freitagabends die Schläuche zusammengerollt und die Gerätschaften in den Löschfahrzeugen verstaut sind, dann sitzen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bergfelde nach ihrer Übung noch zusammen. „Geselligkeit ist ganz wichtig“, betont ihr Zugführer Thomas Bruch, „dass man nicht gleich aufspringt, sondern sich noch unterhält.“ Aber nach einem langen Arbeitstag und mehr als zwei Stunden ehrenamtlicher Übung für den Ernstfall sitzt es sich nicht gut mit leerem Magen.

Während in anderen Wachen zum Telefonhörer gegriffen und der nächste Pizzadienst angerufen wird, ist das bei den Kameraden des Löschzugs Bergfelde anders. „Da bereitet immer jemand was für den Grill vor“, meint der Truppenchef. Häufig ist diese Person, die sich ums leibliche Wohl kümmert, Matthias Kraft. Inzwischen erfährt er über eine Whats-App-Gruppe, wer am Freitagsdienst teilnimmt und vor allem – ob er etwas essen möchte. Natürlich klappt das nicht bei jedem. „Da es immer ein paar Schlafmützen gibt, mache ich ein paar mehr“, lächelt der 48-Jährige. Zusätzliche Schnitzel oder Bouletten heißt das meist und dazu reichlich Nudel- oder Kartoffelsalat. Aber wie schält man allein für 20 Mann Kartoffeln? „Ich mache Pellkartoffeln“, beantwortet Kraft die Frage. Offenbar erscheint ihm das Pellen gegenüber dem Schälen weniger mühsam.

Matthias Kraft hat für seine Kameraden Nudelsalat zubereitet, der perfekt zur Grillwurst passt. Quelle: Matthias Busse

Gerade werden zwar Steaks und Würste gegrillt, aber trotzdem hat Matthias Kraft zusätzlich zwei große Schüsseln mit Nudelsalat mitgebracht. Es war ein aufregender Tag, an dem plötzlich vor der Übung Ernst wurde. Die Katastrophenschulung zum Gebrauch der Drehleiter musste warten. Auf der Autobahn hatten sich zwei Autos ineinander verkeilt und alle verfügbaren Bergfelder Feuerwehrmänner wurden zur Bergung hinzugerufen.

Nun sind wieder alle aus der Dunkelheit in die Wache zurückgekehrt. Matthias Kraft hat seine tiefsitzende Lesebrille auf der Nase und zieht die Frischhaltefolien von den vorbereiteten Gefäßen. Die mit Mayonnaise angemachten Spirelli, Erbsen und den klein geschnippelten Kochschinken mengt er nochmal durch. Einer der ersten, der da zulangt, ist Oliver Warneke, Hohen Neuendorfs Stadtjugendwart. Er tut sich davon zwei Löffel zu seinem Grillsteak auf. „Das macht er super, dass er für fast jeden Dienst etwas für uns kocht“, lobt er die Initiative. Warnecke fügt hinzu: „Das hatten wir lange Zeit nicht gehabt.“

Vor zwei Jahren wechselte Matthias Kraft von der Freiwilligen Feuerwehr Birkenwerder zur für ihn näher gelegenen Wache in Bergfelde. Seit sieben Jahren ist er Feuerwehrmann, seitdem sein inzwischen 16-jähriger ältester Sohn mit acht Jahren beim Löschzug Borgsdorf in die Feuerwehr eintrat.

Oliver Werneke greift gern zu, wenn Matthias Kraft nach der Übung seine Salate hinstellt. Quelle: Matthias Busse

Nach seinem Wechsel nach Bergfelde sorgte Kraft bereits fünf Monate später dafür, dass der Getränkeautomat im Schulungsraum immer gefüllt ist. „Das war im Februar, im März kam dann noch das Essen dazu.“ Torsten Weiß, der zweite Vorsitzende des Fördervereins der Feuerwehr Bergfelde, wendet am Grill die Würste und sagt: „Wir hatten schon früher unsere Bratwurst auf dem Grill oder einen Topf mit heißer Bockwurst.“ Oliver Warneke meint aber: „In der Form hatten wir es noch nicht. Schnitzel für so viele Leute vorzubereiten, ist eine Herausforderung.“

Einen Tag vor der Freitagsübung fährt Matthias Kraft meist zum Großhandel. Dort kauft er das Fleisch und andere Zutaten. Da er im Schichtdienst als Rettungssanitäter arbeitet, legt er sich seine beruflichen Dienste so, dass er die Zubereitung gut einrichten kann. Falls das nicht klappt, übernehme das auch schon einmal seine Mutter für ihn. Denn seine hungrigen Kameraden will er nicht enttäuschen. „Kochen ist neben der Feuerwehr mein zweites Hobby“, begründet er seinen Eifer und warum er das nur zum Selbstkostenpreis mache. Manch ein älterer Kamerad behauptet jedoch, dass er es manchmal damit übertreibe, insbesondere wenn er zu Festen die Feldküche bediene.

Einer, der diese Befindlichkeiten innerhalb der Truppe noch nicht so genau kennt, ist Marc Gräber. Der 24-Jährige begann mit zehn Jahren in der Jugendfeuerwehr und ist auch vor zwei Jahren der Bergfelder Truppe beigetreten. „Mir schmeckt alles Herzhafte“, sagt er, lobt dann aber doch die Schnitzel und die Soljanka besonders. „Essen ist wichtig“, betont er und fügt scherzhaft hinzu, „ohne Mampf kein Kampf.“

Die Freiwillige Feuerwehr Bergfelde

Vier Frauen und 34 Männergehören dem Löschzug Bergfelde an. Er gehört zur Feuerwehr der Stadt Hohen Neuendorf.

Zugführer ist Thomas Bruch.

14 Männersind derzeit in der Alters- und Ehrenabteilung. Einige unterstützen noch aktiv die Übungen oder Veranstaltungen.

Sieben Mädchen
und zwölf Jungenim Alter von zehn bis 17 Jahren gehören zur Jugendfeuerwehr, die ebenfalls in Bergfelde üben, sich aber auch zu gemeinsamen Aktionen mit den beiden anderen Jugendgruppen der Stadt unter Leitung von Stadtjugendwart Oliver Warneke treffen.

Die Truppekann sich auf eine 110-jährige Geschichte berufen: Auf ihrer Versammlung vom 31. Dezember 1908 beschlossen die Bürger von Bergfelde, eine freiwillige Feuerwehr zu bilden.

Wer bei der freiwilligen Feuerwehrmitmachen möchte, kann zu den Übungen kommen. Die nächsten Termine dafür sind freitags am 11. und 18. Oktober um 18 Uhr und am Sonnabend, 26. Oktober, um 8 Uhr. Dann ist die Wache auch telefonisch erreichbar: 03303/501874.

Von Matthias Busse

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