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Oberhavel Mit dem Bürgerbus unterwegs
Lokales Oberhavel Mit dem Bürgerbus unterwegs
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17:27 05.04.2018
Werner Liese am Lenkrad des Bürgerbusses. Quelle: Stefan Blumberg
Gransee

Pünktlich auf die Minute kommt er um die Ecke gebogen. 9.42 Uhr zeigt die Uhr am Kirchturm in Gransee. Der Bürgerbus rollt von der Rudolf-Breitscheid-Straße auf den Kirchplatz. Es ist nach dem Start am Bahnhof die zweite Haltestelle der Rundtour über die Dörfer, die am Bahnhof endet. Am Lenkrad sitzt diesmal Werner Liese. Ein „Guten Morgen“ ist um diese Zeit überflüssig, schließlich sammelt er die ersten Fahrgäste schon wieder ein, die er morgens bereits nach Gransee chauffiert hatte. Aber ein Lächeln und ein nettes Wort gibt es trotzdem. Zwei Frauen und ein Mann steigen am Kirchplatz ein, um wieder nach Hause gebracht zu werden. Eine Frau sitzt bereits im Bus, sie stieg am Bahnhof zu. Wer keine Tageskarte besitzt, dem wird ein offizieller Fahrschein handschriftlich ausgestellt: Einstiegsort, Ausstiegsort, Datum, Preisstufe, Fahrpreis.

„Ich fahre bis zu dreimal in der Woche mit dem Bürgerbus

Den kürzesten Nachhauseweg hat an diesem Tag Edeltraud Schöbel. Sie muss nach Schönermark. „Ich nutze den Bürgerbus bis zu dreimal in der Woche; wenn ich einkaufen gehe oder zum Arzt muss“, sagt sie. Nach einem Autounfall wolle sie die knapp drei Kilometer lieber nicht mit dem Fahrrad zurücklegen. Ihr reicht oftmals die gute Stunde, die für die Erledigungen bleibt: Ankunft um 8.29 Uhr in Gransee, Abfahrt um 9.42 Uhr. „Manchmal ist der Bus aber auch voll – dann muss man halt eine Stunde auf den nächsten warten.“ Schon deshalb kauft sie eine Tageskarte. Edeltraud Schöbel nimmt dieses in Oberhavel einzigartige Angebot eines Bürgerbusses von Anfang an (seit 2005) in Anspruch. „Ich habe es damals im Fernsehen gesehen und musste das gleich ausprobieren. Fahrer war Jürgen Wolf, den kannte ich auch noch“, erzählt die Schönermarkerin. Nach wenigen Minuten Fahrt steigt sie – mit zwei Tüten bepackt – aus und sagt: „Wir sind sehr zugfrieden mit dem Bürgerbus.“

Regelmäßige Mitfahrerin des Busses ist auch eine Frau aus Rönnebeck, die ihren Namen nicht sagen möchte. „Ich fahre oft mit. Muss ich auch, denn ich besitze keinen Führerschein. Ich habe es damals verpasst, ihn zu machen.“ Schon wenn Kleinigkeiten zu besorgen sind, fährt sie in die Stadt. „Man muss sich seine Termine natürlich gut legen, damit man wieder nach Hause kommt. Beim Arzt sage ich der Schwester schon mal, dass ich den Bus bekommen muss. Und meistens klappt das auch.“ Für sie steht fest: „Der Bürgerbus ist eine gute Einrichtung.“

Der Rundkurs misst etwa 40 Kilometer

Wer sich entscheidet, in den Bürgerbus zu steigen, weiß, dass es immer einen kurzen und langen Weg nach Hause oder in die Stadt gibt, da der Bus den 40-Kilometer-Rundkurs über Schönermark, Sonnenberg, Schulzendorf, Rönnebeck, Keller, Baumgarten, Meseberg und Buberow bis zum Granseer Bahnhof fährt. „Das ist doch schön, da sieht man wenigstens was“, so Edeltraud Schöbel. Am Montag waren das abgeerntete Felder, Futter suchende Störche, ein Kleinkind, das selbst mit einem Minimotorrad fuhr oder die polternden Straßenabschnitte vor und hinter Sonnenberg.

Werner Liese kennt den Kurs in- und auswendig. Er steuert seit fast neun Jahren den Bürgerbus. Als Ausgleich zum Alltag. „Als ich zu Hause war, war es mir zu einsam. Ich wollte nicht herumsitzen, war immer gern unter Menschen“, so der einstige Leiter der Ziegelei Gransee und Pächter der Granseer Tankstelle. Bis zu fünfmal sei er monatlich im Einsatz für den Bürgerbusverein. Heute ist der 68-Jährige zudem für die Lebenshilfe Zehdenick als Kraftfahrer unterwegs ist. Im Bürgerbus entstehe über die Jahre ein engerer Kontakt zu den Gästen. „Es ist manchmal auch wie ein Kummerkasten. Das ist aber völlig in Ordnung, mir macht das viel Spaß“, so Werner Liese. Ein ebenso gutes Gefühl hat Anneliese Sawade. Die Berlinerin stieg am Bahnhof zu und wollte nach Meseberg, um eine 20 Kilometer lange Wanderung vorzubereiten, die demnächst durch die Region führen soll. Dazu musste sie also (fast) die gesamte Bürgerbusrundtour mitmachen. „Die Fahrt über die Dörfer war doch wunderschön!“ Werner Liese freut sich über diesen Kommentar, setzt den Bus wieder in Bewegung, steuert Gransee an, um sich auf die nächste Runde zu begeben.

Von Stefan Blumberg

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