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Oberhavel Mit dem Herzen gelernt
Lokales Oberhavel Mit dem Herzen gelernt
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20:12 04.05.2014
Schulleiterin Hannelore Weimar nahm den Preis zusammen mit Schülern entgegen. Das Preisgeld unterstütze die weitere Arbeit sehr.
Schulleiterin Hannelore Weimar nahm den Preis zusammen mit Schülern entgegen. Das Preisgeld unterstütze die weitere Arbeit sehr. Quelle: Helge Treichel
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Oranienburg

Der stellvertretende Ministerpräsident überreichte Sonntag an Berliner Schüler und Lehrer den Franz-Bobzien-Preis der Stadt Oranienburg.

Die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung für Demokratie und Toleranz ging an die 7. Integrierte Sekundarschule in Tempelhof-Schöneberg. Die zehnköpfige Jury würdigte das "Ziegelsteinprojekt" der Berliner. Dabei handelt es sich um ein seit drei Jahren für Neuntklässler organisiertes Workcamp, mit dem ein ehemaliges Kriegsgefangenenlager im polnischen Teil der Stadt Görlitz in eine würdevolle Gedenkstätte umgestaltet wird. Schülerinnen und Schüler werde dabei durch Anschauung Wissen vermittelt, sagte Schulleiterin Hannelore Weimar. Gelernt werde nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit der Hand und vor allem mit dem Herzen. Grenzen würden bewusst ignoriert, sagte die Rektorin mit Bezug auf die Worte von Laudator Markov.

Die bereits zweimal als Oranienburger Toleranzpreis verliehene Auszeichnung wurde am Nachmittag vor zahlreichen Gästen, unter ihnen Zeitzeugen, in der Gedenkstätte Sachsenhausen anlässlich des 69.Jahrestages der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers vergeben. Erstmals benannte die Jury mit Vertretern aus Gedenkstätte, Verwaltung, Medien, Politik und Gewerkschaft auch einen zweiten und dritten Platz. Die gingen an Männer und Frauen aus dem Land Brandenburg: Das Bündnis gegen Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Gewalt aus Schwedt (Uckermark) wurde für seine Aktion "Antirassismus macht Schule" geehrt. Eine Würdigung erfuhren zudem die drei Initiatoren des Projektes "2013 - Zossen erinnert an 1933 und die Folgen": Stadt Zossen, Evangelischer Kirchenkreis Teltow-Fläming, Verein "Bildung und Aufklärung Zossen". Die beiden Zweitplatzierten erhalten die Möglichkeit zu einem gegenseitigen Austausch bei einem gemeinsamen Wochenende für 34 Teilnehmer in der Jugendherberge Sachsenhausen oder Ravensbrück.

Der dritte Platz geht an die Initiative "Willkommen in Oberhavel" für ihr gleichnamiges Projekt, bei dem die an Flüchtlinge ausgereichten Wertgutscheine in Bargeld getauscht werden. Rund 160 Einwohner beteiligten sich regelmäßig daran, so Hartmut Wihstutz in seiner "kritischen Danksagung". Der Landkreis verbreite mit seiner Gutscheinpraxis ein Klima der Angst. Asylbewerber müssten sich wie Bittsteller vorkommen. Helfer würden als "Gutmenschen" diffamiert. Oberhavel brauche jedoch eine "Willkommenskultur". "Das unterstützt vielleicht politisches Umdenken", sagte TV-Moderatorin Carla Kniestedt mit Blick auf die Preisvergabe. Als Jurymitglied würdigte sie die "bemerkenswerte Qualität" der 29 Bewerber für den Franz-Bobzien-Preis.

Von Helge Treichel

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