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Mühlenbecker Land Die Hürden-Flitzer aus Schönfließ
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16:55 25.11.2019
Border Colli Emma kann es kaum erwarten, dass Jenny Hadrich mit ihr über den Trainingsplatz an der Schönfließer Chaussee jagt. Quelle: Matthias Busse
Schönfließ

Fitte Hunde und fitte Herrchen oder Frauchen braucht es für Agility. Das ist ein Sport, bei dem Tier und Mensch gleichermaßen gefordert sind. Die Bezeichnung „Behändigkeit“ kommt aus dem Englischen, denn es waren Briten, die zuerst ihre Hunde über niedrige Hindernisse eines Pferdeparcours schickten. „Es ist wie Springreiten, nur dass wir nebenher rennen“, meint Elke Samulski, eine erfahrene Agility-Sportlerin beim Schönfließer Hunde Sport Club (HSC).

Agility ist auf alle Fälle anstrengender als Freizeitreiten“, schätzt Jenny Hadrich ein, die sonst auch in den Sattel steigt. Nach jedem Trainigsdurchlauf ihrer vierbeinigen Partnerin Emma, einem Border Colli, ringt die 50-Jährige etwas nach Luft: Seit 2013 kommt die Hundehalterin aus Schönerlinde zum Schönfließer HSC, denn sie kennt sonst in der Region dafür keine andere Sektion. „Ich habe eine Beschäftigung für Emma gesucht. Die Hundeschule wurde mir bald zu langweilig, denn dort geht es vor allem um Gehorsam und alles wiederholt sich“, begründet sie ihre Wahl.

Jenny Hadrich kommt ganz schön in Fahrt, um ihre Emma schnell durch den Parcours zu führen.. Quelle: Matthias Busse

Strenge Wettkampfregeln

Anders dagegen ist Agility. Da beginnt für sie bereits die Herausforderung damit, sich den Parcours vor dem Durchlauf einzuprägen. Auf einem Rasenplatz, der halb so groß wie ein Fußballfeld ist, stehen bei Wettkämpfen gut 20 Hindernisse, die in einer vorgeschriebenen Reihenfolge und in einer bestimmten Richtung überwunden werden müssen. Wer dabei einen Fehler macht, wird disqualifiziert. Abwürfe von Hindernisstangen werden mit Punktabzug bestraft. Gewinner ist das Mensch-Tier-Team, das am schnellsten ins Ziel kommt.

Daher muss sie sich den immer neuen, zuvor unbekannten Aufbau innerhalb von fünf Minuten einprägen und auch bedenken, wie Emma am wendigsten fehlerfrei die Hindernisse angehen kann. „Agility hält auf alle Fälle auch geistig fit“, sagt sie. Da stimmt Svenja Mewes zu. Zwar ist die 29-jährige bereits seit ihrer Kindheit durch ihre Eltern in den Sport hineingewachsen, aber nach einigen Jahren Pause haben sich die Regeln geändert. „Früher standen die Hindernisse hintereinander aufgereiht. Das ganze neue Gewusel ist mir manchmal zuviel“, bekennt sie.

Swenja Mewes mit Bacon an den Hürden. Quelle: Matthias Busse

Seit ihr dreijähriger Hund Bacon, eine Französische Bulldogge, ein Jahr alt war, trainiere die Reinickendorferin wieder. „Die Rasse ist zwar nicht dafür geeignet, aber Bacon ist super sportlich“, findet sie, die sich das auch tierärztlich bestätigen ließ. „Hätte es ihm keinen Spaß gemacht, dann würde ich sicher nicht weitermachen“, betont sie, dass Agility nicht gegen das Wohl der Tiere geht.

Der Mensch dirigiert

Eher scheinen die Hunde zu leiden, die gerade Trainingspause haben. Jeder von ihnen jault und bellt so lange, bis er endlich dran ist. Und dann saust eines der Tiere los, auf die Zeichen seines Frauchens wartend, wohin er sich wenden muss. Frauchen eilt mit ihm um die Hindernisse, um das nächste Gerät zu zeigen und die Richtung, aus dem es überwunden werden soll. Dabei muss der Hund das Springen über Stangen erst lernen und auch, wie er mit der linken Schulter zuerst in den Slalom hineinlaufen muss.

Elke Samulski vergisst manchmal bei ihrem zweijährigen Border Colli Nox, dass er noch nicht so weit ist, wie ihr älterer Len mit seinen sechseinhalb Jahren. „Manchmal bin ich da zu schlampig, wenn ich ihm das zeige, denn ich erwarte schon so viel, wie von einem Älteren“, bekennt die 59-Jährige, die ebenfalls Berlinerin ist. Die ehemalige Handballerin und Fußballerin hat Knieprobleme und versucht daher mehr mit Zeichen und Kommandos zu arbeiten.

Elke Samulski gibt die richtigen Kommandos. Quelle: Matthias Busse

Ihr gefällt an Agility, dass dabei kein Zwang wie beim Mannschaftssport herrscht: „Das Schöne ist, dass man nicht verpflichtet ist. Wenn einer nicht zum Training kommt, dann müssen die anderen nicht warten.“ Die meisten der 25 Agility-Sportler vom Jugendlichen bis zum Erwachsenen stehen zweimal wöchentlich in verschiedenen Gruppen auf dem Platz – bis das Winterwetter zu einer Pause zwingt. Denn eine Halle kann sich der HSC nicht leisten. Immerhin hat er aber sein Gelände an der Glienicker Chaussee nahe dem Stadion Bieselheide erworben.

Die Agility-Sportler vom Schönfließer Hundesportclub. Quelle: Matthias Busse

Auch einen Trainer hat die Gruppe nicht. Elke Samulsi, die seit 19 Jahren dabei ist, gibt den anderen Frauen oft Tipps. Und in der Tat sind dort kaum Männer aktiv. Aber alle eint: „Bei uns geht es weniger nach Leistung, sonst geht das Hobby verloren“, formuliert sie. Dennoch hat sie auch schon Deutsche Agility Meisterschaften bestritten.

Gemeinsame Freude

Herzlich lachen die Frauen über Jenny Hadrichs Geschichte: „Ich hatte eine Herausforderung für Emma gesucht und bin nach dem Probetraining schnell eingetreten. Damals habe ich gesagt: Ich will nur trainieren, aber nicht zu Turnieren.“ Inzwischen laufen Emma und ihr jüngerer Pudel-Cocker-Mix Buddy in der höchsten Klasse A3. Sie selbst hat sich sogar einen Wohnwagen gekauft, mit dem sie durch ganz Deutschland zu den Wettbewerben tourt. Die gemeinsame Freude an Agility beflügeln Hund und Halter zusammen zu immer mehr Leistung.

Trainingszeiten und Kontakt zu den Agility-Gruppen über die Internetseite www.schoenfliesser-hsc.de

Von Matthias Busse

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