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Mühlenbecker Land Bieselheide: wo Parken ein Drama ist
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15:25 12.02.2020
Ortstermin zum Parkplatzmangel im Wohngebiet Bieselheide in Schönfließ: Anwohner Jürgen Hartmann (l.) im Gespräch mit Bauamtsleiter Hanns-Werner Labitzky. Quelle: Helge Treichel
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Schönfließ

Die Parkplätze sind knapp im Wohngebiet Bieselheide in Schönfließ. Sehr knapp. Und das schon seit vielen Jahren, weshalb sich der Ortsbeirat schon lange um eine Lösung bemüht. Wer sein Auto zu den Stoßzeiten abstellen will, muss sich auf eine nervige Suche begeben – oder geht gar leer aus.

Die Folgen hat Diplom-Geograf Ralf Hennings aufgelistet: wildes Parken auf unbefestigten Flächen am Holunderweg, Falschparker am Fahrbahnrand, erhöhter Parksuchverkehr zu den Nachfragespitzen.

Ralf Hennings gehört zu den Verfassern des Bebauungsplans. Quelle: Helge Treichel

Das Problem ergibt sich aus der Historie. Für die insgesamt 658 Wohneinheiten mit ihren rund 1460 Bewohnern sind in den 1990er-Jahren 665 der reinen Wohnnutzung zugeordnete Pkw-Stellplätze gebaut worden. Das entspricht 0,46 Stellplätzen pro Bewohner und erfüllt auch die 1995 gültigen Richtlinien und Rechtsvorschriften, erläutert Hennings, der unter anderem eine Bestandsaufnahme vorgenommen hat. Laut der aktuellen Stellplatzsatzung müssten allerdings rund 1300 Stellplätze nachgewiesen werden.

Denn die Zeiten haben sich geändert. Die knapp 15 000 Einwohner der Gemeinde Mühlenbecker Land verfügen über 9272 Kraftfahrzeuge und 1071 Krafträder. Rein rechnerisch ergebe sich daraus ein Durchschnittsbedarf vom 0,69 Stellplätzen pro Einwohner, erläutert Ralf Hennings.

Trotz eines Graupelschauers diskutierten die Vertreter von Kommunalpolitik und Gemeindeverwaltung mit Anwohnern. Quelle: Helge Treichel

Bei einem Ortstermin in dem Wohngebiet am Dienstagabend mit rund 30 Teilnehmern machten Betroffene allerdings deutlich, dass in der Bieselheide nahezu alle Haushalte über zwei Autos verfügen. „Das ergibt sich aus der Lage und der Anbindung“, sagt Anwohner Jürgen Hartmann. Besucher oder insbesondere auch Pflegedienstmitarbeiter hätten häufig ein Problem und würden notgedrungen im Halteverbot oder sogar einer Feuerwehrzufahrt stehen. Auch er und seine Frau verfügten über zwei Fahrzeuge, so der 63-Jährige. Als Rentner seien beide nicht an berufliche Zwänge gebunden und könnten sich rechtzeitig einen Platz sichern.

Dennoch setzt sich Jürgen Hartmann ganz klar für den Plan der Gemeinde ein, 42 zusätzliche Stellplätze zu bauen. „Das ist nicht viel, aber mehr als nichts“, so der 63-Jährige. „Ich bin froh, wenn wir diese Parkplätze kriegen.“ Der diesbezügliche Bebauungsplanentwurf stammt vom Landschaftsarchitekten Stefan Wallmann sowie Ralf Hennings Büro für Stadtplanung.

Blick auf das betreffende Waldstück am Holunderweg. Quelle: Helge Treichel

Für die Parkplätze ist eine 2000 Quadratmeter große Waldfläche am Holunderweg auserkoren worden. Allerdings werde ein Viertel des Waldes erhalten, erläuterte Bauamtsleiter Hanns-Werner Labitzky beim Ortstermin. Insbesondere Altbäume blieben erhalten. Der Kompensationsfaktor liege sogar bei 2,75, sodass 4125 Quadratmeter aufgeforstet würden. Die Erstaufforstungsfläche liegt bei Frankfurt (Oder).

Nach dem eigens vom Vorsitzenden Hartmut Lackmann (Linke) einberufenen Ortstermin in der Bieselheide empfahlen die neun Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses ohne große weitere Diskussion einstimmig den Abwägungs- und den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan „Parkplatz Holunderweg“. Ebenso einhellig beschlossen die Kommunalpolitiker den Durchführungsvertrag zur Neuaufforstung im Zuge des Parkplatzbaus. Hartmut Lackmann verweist auf Grünflächen rund um den Parkplatz (5 und 6,5 Meter breit) und den Einsatz von Rasengittersteinen.

Der vorläufige Plan für den neuen Parkplatz. Hellgrün sind die Grünflächen markiert, dunkelgrün der zu erhaltende Wald. Quelle: Helge Treichel

Direkte Anwohner sowie die Bürgerinitiative „Baumschutz Kommunal“ sehen insbesondere die geplante Waldrodung kritisch. Auch das beschleunigte Verfahren wurde angezweifelt. Diesem Einwand wurde mit Verweis auf die „Nachverdichtung der Innenentwicklung“ und „der geringen Größe“ widersprochen. Die Gehölzschutzsatzung greife nicht, da ein Waldverlust nur nach Forstrecht kompensiert werden könne. Die Gemeindevertretung soll in ihrer Sitzung am Montag, 24. Februar, abschließend über das Thema beschließen. Die Sitzung beginnt um 18.30 Uhr im Schildower Bürgersaal.

Ortstermin in dem kleinen Waldstück, das die Anwohner noch als gern vermüllte Brachfläche kennen. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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