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Mühlenbecker Land Brachen Auftragstäter in Schildower Feuerwache ein?
Lokales Oberhavel Mühlenbecker Land Brachen Auftragstäter in Schildower Feuerwache ein?
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17:49 23.04.2019
Dieses Schneidegerät wurde aus der Feuerwache in Schildow gestohlen. Der Gemeindebrandmeister vermutet dahinter eine Auftragstat.
Dieses Schneidegerät wurde aus der Feuerwache in Schildow gestohlen. Der Gemeindebrandmeister vermutet dahinter eine Auftragstat. Quelle: Gemeinde Mühlenbecker Land
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Schildow

Ihren Augen kaum glauben konnten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr in Schildow am frühen Dienstagmorgen: Bislang unbekannte Täter verschafften sich in der Nacht von Montag zu Dienstag gewaltsam durch das Einschlagen einer Scheibe Zugang zu den Räumlichkeiten der Feuerwache in der Franz-Schmidt-Straße in Schildow.

Die Feuerwehrwache in Schildow wurde in der Nacht zu Dienstag Opfer von Einbrechern. (Archivbild) Quelle: Helge Treichel

Anschließend stahlen die Täter aus dem Inneren der Wache laut Polizei diverse Rettungsgeräte und richteten dabei insgesamt nach ersten Schätzungen einen Sachschaden von rund 25.000 Euro an. Insbesondere der Diebstahl eines Schneidegerätes bereitet Lutz Strausdat, Gemeindebrandmeister im Mühlenbecker Land, Kopfzerbrechen. „Dabei handelt es sich um ein Werkzeug, mit dem man Fahrzeuge aufschneiden kann, um Personen daraus zu retten“, erklärt er. Der Gemeindebrandmeister des Mühlenbecker Landes eilte Dienstagvormittag direkt zur Wache nach Schildow, um den Schaden vor Ort mit eigenen Augen zu begutachten.

Suchten die Einbrecher gezielt nach dem Schneidegerät?

„Es sieht danach aus, dass die Einbrecher gezielt nach diesem Gerät gesucht haben“, erklärte Lutz Strausdat. Wie die Gemeindeverwaltung am Dienstagnachmittag mitteilte, sei tatsächlich genau jenes Schneidegerät entwendet worden, welches Bürger beim Rathausfest vor zwei Wochen selbst ausprobieren durften. „Ein normaler Bürger braucht so etwas nicht, das war wohl eine Auftragstat“, vermutet Strausdat.

Gemeindebrandmeister Lutz Strausdat: „Absolutes Unding“

Die eingeschlagene Scheibe war bereits am frühen Morgen gesichert worden. Die Ersatzbeschaffung der gestohlenen Werkzeuge wird einen deutlich längeren Zeitraum in Anspruch nehmen. Lutz Strausdat macht der Vorfall wütend: „Das ist ein absolutes Unding. Damit trifft man nicht die Feuerwehrleute oder die Verwaltung, sondern letztendlich schädigt man damit Menschen, die Hilfe benötigen, Unfallopfer, denen die Feuerwehrkameraden helfen wollen“, ärgert er sich über die „vollkommene Ignoranz“.

Lutz Strausdat, Gemeindebrandmeister im Mühlenbecker Land. Quelle: Helge Treichel

Sicherheit der Bürger nicht gefährdet

Die gestohlenen Geräte seien versichert, erklärt er. Sollten die Täter nicht geschnappt werden können und die Rettungswerkzeuge verschwunden bleiben, würden diese ersetzt. „Da Werkzeug dieser Art nicht aus dem nächsten Baumarkt kommt“, so die Gemeindeverwaltung, werde es jedoch wohl einige Monate dauern, bis der Schaden tatsächlich ersetzt ist. Bis die Schildower Wehr wieder komplett ausgerüstet ist, werden daher vorerst benachbarte Feuerwehren, beispielsweise aus Schönfließ, im Falle entsprechend benötigter Rettungsmaßnahmen aushelfen. Die Sicherheit der Bürger sei nicht eingeschränkt: „Das gleiche Rettungsgerät gibt es auch in den anderen drei Feuerwachen unserer Gemeinde“, beruhigt Strausdat. „Bei einem Unfall mit eingeklemmten Personen rücken ohnehin immer mindestens zwei Feuerwehren aus, damit ist also in jedem Fall genug Werkzeug vor Ort!“

Einen Einbruch in eine Feuerwache hat der Gemeindebrandmeister in seinem Feuerwehrleben noch nicht erlebt. „Vor einigen Wochen gab es allerdings in Glienicke schon einen versuchten Einbruch“, erinnert er sich. Zwei unbekannte Männer hatten Mitte März versucht, sich in die Glienicker Wache Zutritt zu verschaffen, waren aber geflüchtet, als die Alarmanlage anging.

Hinweise bitte an die Polizeiinspektion Oranienburg

Der Zeitraum des Einbruchs erstreckt sich von Montagabend (22. April), 18 Uhr, bis Dienstagmorgen, 6.20 Uhr. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Zeugen, die Beobachtungen in Zusammenhang mit dem Einbruch gemacht haben, werden gebeten, sich mit sachdienlichen Hinweisen an die Polizeiinspektion in Oranienburg unter der 03301/8510 zu wenden.

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Von Nadine Bieneck