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Mühlenbecker Land Eltern gegen Mobbing
Lokales Oberhavel Mühlenbecker Land Eltern gegen Mobbing
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18:00 26.09.2019
Fühlen sich wirklich alle Schüler hinter der Fassade der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule wohl? Quelle: Helge Treichel
Mühlenbecker Land

Mitte September gründete sich das „Elternnetzwerk Mühlenbecker Land“. Ihm gehören derzeit acht Mütter und Väter an sowie zwei Schülervertreter der Gesamtschule. Nach der Konstituierung des gemeinnützigen Vereins in Gründung wandte dieser sich mit einem Brief an die MAZ. Darin heißt es: Das Elternnetzwerk sei „eine Brücke zwischen verzweifelten Eltern und den Schulen, die mit Scheuklappen arbeiten“.

Es hagelt Vorwürfe in drei Richtungen: Erstens gäbe es an beiden Grundschulen im Mühlenbecker Land und der Oberschule Mobbing und Gewalt. Zweitens bestehe an der Gesamtschule ein Drogenproblem. Drittens seien die Eltern von Grundschülern der Mühlebecker Grundschule „Käthe Kollwitz“ nicht über die Bombendrohung an der unmittelbar benachbarten Gesamtschule „Käthe Kollwitz“ unterrichtet worden.

Die Aufzählung kumuliert in der Beschuldigung: „Die Direktoren verweigern das Gespräch mit den Eltern.“ Die nach Meinung der Initiative bestehende Kommunikationsblockade solle nun durch Kontakte zum Jugendklub, zu Vereinen, Kitas und den Sozialarbeitern gebrochen werden.

Anti-Mobbing-Arbeitskreis stand am Anfang

Schon im Februar bildeten die Aktiven einen Anti-Mobbing-Arbeitskreis, zu dem alle Menschen mit Kontakt zu Schülern angesprochen waren – auch die Schulleiter. Die Einladung dazu kam sehr kurzfristig drei Tage vorher und die Schulleiterin der Kollwitz-Gesamtschule, Kathrin Haase, reagierte in ihrer Antwort-Mail, die der MAZ vorliegt, sehr rigide. „Ich verstehe den Sinn eines zusätzlichen Arbeitskreises an dieser Stelle nicht. Es gibt bereits Kooperationen zwischen den Jugendklubs und den Schulen, und die Schulsozialarbeit ist darin involviert.“ Gegenüber der MAZ sagt sie nun über das daraus hervorgegangene Netzwerk: „Ich höre davon zum ersten Mal. Das Netzwerk kann mich gern einladen. Meine Bereitschaft einzutreten ist da.“

Der Rektor der Nachbar-Grundschule, Rainer Körber, bestätigt, dass er zum Netzwerktreffen eingeladen war, aber er wollte aus Termingründen einen Lehrer delegieren. Das habe aber die Mutter Loreen Tirado als wenig sinnvoll angesehen. Die Schulleiterin der Europaschule am Fließ in Schildow, Ines Meier, habe keine Einladung erhalten und höre durch die MAZ-Anfrage vom Netzwerk zum ersten Mal.

Konkrete Vorfälle bleiben im Dunkeln

Welche Gewaltvorfälle sich an den Schulen abspielen, möchte Loreen Tirado zum Schutz der betroffenen Schüler nicht sagen. Jedoch gehe es um Mobbing und Gewalt, die bereits zu körperlichen Verletzungen führte. „Da muss gehandelt werden“, fordert sie. „Bei Mobbingvorfällen sind die Schulen angehalten, sofort zu reagieren“, bestätigt auch Conrad Gimpel, derzeit Schulamtsleiter. Aber auch er dürfe zu einzelnen Fällen keine Auskunft erteilen. Eine Beschwerde über Kathrin Haase würde nicht vorliegen.

Ihr wurde von dem Netzwerk vorgeworfen, Eltern zu aktuellen Vorfällen nicht schnell anzuhören. Gegenüber der MAZ beruft sich die Schulleiterin darauf, Probleme intern ohne Beteiligung der Presse zu lösen. Dem Kreiselternvertreter Jan Alexy seien „drei Mobbingfälle“ bekannt, „wo sich die Eltern von der Schule nicht mitgenommen fühlen.“ Jedoch sehe er eine Lösung im Amtsweg. „Der wurde hier noch nicht ausgeschöpft.“ Zuerst könnten Eltern an die Schule, dann an die Schulsozialarbeiter und am Ende ans Schulamt herantreten. „Ich kenne keinen einzigen Fall, bei dem es dann noch zum Ministerium ging“, meint Jan Alexy.

Vor fünf Jahren sei sie diesen Weg gegangen, sagt Anne-Katrin Basta. Sie ist mit Nicole Gerhardt-Axt Vorsitzende des Netzwerks. „Mein ältester Sohn war auf der Europaschule in Schildow und wurde von einem Mitschüler gemobbt. Ich habe mich ans Schulamt gewendet“, so Anne-Katrin Basta. Geantwortet habe das Amt: „So schnell geht das nicht.“ Am Ende habe sie ihren Sohn auf eine private Schule gegeben.

Polizei sieht auch Eltern in der Pflicht

„Derzeit ist es an der Europaschule wieder ein Kind, das Spießruten läuft. Aber ich darf nicht ans Eingemachte gehen, da die Eltern mehr Komplikationen befürchten“, sagt sie. Schulleiterin Ines Meier kann einen aktuellen Fall nicht bestätigen, betont aber: „Wir machen etwas gegen Mobbing.“

Dass die Mühlenbecker Schulen nicht untätig sind, weiß auch der Leiter Prävention bei der Polizei in Oranienburg, Dirk Collin, durch seine Vorbeugeprogramme, spielt den Ball aber weiter: „Das Problem ist, die Eltern dafür ranzukriegen.“

Von Matthias Busse

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