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Mühlenbecker Land Ein Ständchen für den neuen Baum
Lokales Oberhavel Mühlenbecker Land Ein Ständchen für den neuen Baum
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17:43 25.04.2019
Der „Tag des Baumes“ in Mühlenbeck. Quelle: privat
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Mühlenbeck

Den „Tag des Baumes“ feierte die Gemeinde Mühlenbecker Land am Donnerstag (25. April) zum 12. Mal mit einer Pflanzung – in diesem Jahr eine Flatterulme. Sie steht nun auf der Grünfläche hinter dem kleinen Spielplatz am Mühlenring/Ecke Hermann-Grüneberg-Straße in Mühlenbeck. Kinder der Kneipp-Kita „Raupe Nimmersatt“ sangen dem Bäumchen ein Ständchen und begossen dann mit großer Konzentration und Hingabe die Wurzeln.

Der Baum selbst war schon vor ein paar Wochen gepflanzt worden, da die Vegetationsperiode bereits begonnen hat. Alwin Schuster von der Bürgerinitiative (BI) „Baumschutz Kommunal“ begrüßte, dass ein vergleichsweise „stattliches“ Exemplar gekauft worden war und die gesamte Verwaltungsspitze zugegen war. Seine BI hatte mit einer Petition einst den Anstoß gegeben, den „Tag des Baumes“ mit einer Pflanzung zu feiern. Das sei inzwischen zur schönen Tradition geworden, so Schuster.

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Die Kinder brachten unter anderem einen Puhdys-Klassiker zu Gehör: „Alt wie ein Baum“. Quelle: privat

„Die Ulme steht hier ganz in der Nähe vom Fließ, wo der Grundwasserstand sehr hoch ist“, erläutert Marco Schultze von der Grünordnung. „Wir hoffen daher, dass das Bäumchen auch die aktuelle Trockenheit gut übersteht.“ Natürlich kümmern sich die Gemeindearbeiter bei ihren regelmäßigen Wassergaben für Straßenbäume ganz besonders um Neupflanzungen.

Überlebenskünstler Flatterulme

Die Flatterulme (Ulmus leavis) wurde zum Baum des Jahres 2019 gekürt, weil sie in Deutschland selten wird. Sie wächst gern in feuchten Flussniederungen und muss vielerorts begradigten Flussläufen und trockengelegten Auen weichen.

Der junge Baum in ganzer Pracht. Quelle: privat

Dabei ist sie eine echte Überlebenskünstlerin: Während die anderen heimischen Ulmenarten – Bergulme und Feldulme – durch einen Schlauchpilz am Rande des Aussterbens stehen, ist die Flatterulme resistent dagegen. Außerdem zeigt sie sich besonders widerstandfähig gegenüber Klimaerwärmungen, toleriert und nasse Füße ebenso wie Trockenheit und könnte in Zukunft als Straßenbaum wieder mehr Bedeutung erlangen.

Die Flatterulme wird bis zu 35 Meter hoch und kann bis zu 250 Jahre alt werden. Das Holz ist zäh und robust, sodass Äste selten brechen, und dank ihrer Brettwurzeln steht sie auch bei Sturm oder nach monatelangen Überflutungen noch stabil. Charakteristisch sind die am Grund asymmetrischen Blätter, die bis zu zwölf Zentimeter lang und sieben Zentimeter breit sind. Der Rand ist doppelt gesägt und die weiche Unterseite der Blätter stark behaart.

Von MAZonline