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Mühlenbecker Land Heidekrautbahn: Länder geben Startschuss
Lokales Oberhavel Mühlenbecker Land Heidekrautbahn: Länder geben Startschuss
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00:21 13.01.2019
Auch die Stammstrecke der Heidekrautbahn soll bis 2023 reaktiviert werden. Quelle: Helge Treichel
Berlin/Oberhavel

Die Länder Berlin und Brandenburg haben am Donnerstag beim Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) mit der Niederbarnimer Eisenbahn-Aktiengesellschaft (NEB) eine Planungsvereinbarung zur Infrastrukturmaßnahme „Reaktivierung Stammstrecke Heidekrautbahn für den SPNV“ unterzeichnet. Kathrin Schneider, Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz beim Land Berlin und Detlef Bröcker, Vorstand der Niederbarnimer Eisenbahn-AG, vereinbarten darin weitere Planungsleistungen für die Reaktivierung der Heidekrautbahn-Stammstrecke zwischen Berlin-Wilhelmsruh und Basdorf.

Die Länder und die Eisenbahngesellschaft verfolgen das Ziel, die Stammstrecke der Heidekrautbahn für den Personenverkehr zu reaktivieren, die Verbindung über Schönerlinde beizubehalten und eine attraktive Verbindung mit kurzen Reisezeiten zum Bahnhof Berlin Gesundbrunnen zu schaffen. Nach ersten grundlegenden Abstimmungen zwischen den Projektbeteiligten im i2030-Teilprojekt Nordbahn/Heidekrautbahn können nun die Detailplanungen zum Ausbau der Infrastruktur aufgenommen werden. Auf Basis der bereits bestehenden Anlagen sollen die konkreten Ausbauerfordernisse und deren Investitionskosten ermittelt werden. Im weiteren Prozess könne dann anhand dieser Ergebnisse die abschließende Entscheidung zur Finanzierung und Realisierung getroffen werden, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Das Infrastrukturprojekt i2030

Im Oktober 2017 haben die Länder Berlin und Brandenburg und die DB Netze AG unter Koordination der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH das Infrastrukturprojekt i2030 ins Leben gerufen.

Insgesamt acht Teilprojekte wurden definiert, in denen mögliche Varianten für den Schienenausbau untersucht werden.

Die Länder stellen Finanzmittel für vorbereitende Untersuchungen und Planungen zur Ertüchtigung und Erweiterung der Eisenbahninfrastruktur in der Hauptstadtregion bereit.

Beim Teilprojekt „Heidekrautbahn“ ist auch die NEB als Infrastruktureigentümerin der Heidekrautbahn beteiligt.

Die voraussichtlichen Kosten für die vereinbarte Planungsleistung belaufen sich auf rund 760.000 Euro und werden von den Ländern Berlin und Brandenburg getragen. Vertragspartner sind die Länder als Verantwortliche für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) sowie die NEB als Infrastruktureigentümerin der Heidekrautbahn. Der VBB betreut das Teilprojekt Nordbahn/Heidekrautbahn im Rahmen des Projektes i2030 federführend.

Inhalt der Vereinbarung sind wesentliche Planungen für die Stammstrecke der Heidekrautbahn (Berlin-WilhelmsruhBasdorf) sowie daraus resultierende Anpassungen im restlichen NEB-Streckennetz.

Verkehrliches Ziel ist die Einführung eines Halbstundentaktes über die Stammstrecke der Heidekrautbahn und darüber hinaus bis Klosterfelde und Berlin Gesundbrunnen mit einer Streckengeschwindigkeit von 80 km/h. Neue Halte sind in Berlin-Wilhelmsruh, PankowPark, Wilhelmsruher Damm, Blankenfelde, Schildow, Schildow Nord, Mühlenbeck und Schönwalde West geplant. Die Verbindung über Schönerlinde soll infrastrukturseitig weiterhin einen Halbstundentakt ermöglichen. Auf den übrigen Streckenabschnitten soll zumindest ein Stundentakt möglich sein.

Für die Planungen im Abschnitt Berlin-WilhelmsruhBerlin Gesundbrunnen ist die DB Netz AG zuständig, die ihrerseits die Planungen innerhalb des Projektes i2030 vorantreibt.

„Wir wollen in den kommenden Jahren zehn Millionen Zugkilometer mehr auf die Schiene bringen und die Qualität des Angebots verbessern. Dazu brauchen wir Investitionen in die Infrastruktur“, sagte Ministerin Kathrin Schneider. Mit der Rahmenvereinbarung werde die Finanzierung der Planung gesichert. Jetzt komme es darauf an, das Vorhaben zügig umzusetzen.

„Die Stadt wächst und i2030 sorgt dafür, dass die Bahnverbindungen in der Region mitwachsen“, sagte Verkehrssenatorin Regine Günther. Es sei sehr wichtig, dass die Nachbarländer an einem Strang ziehen. Die Feinplanung für eine Reaktivierung der Heidekrautbahn laufe nun an. Günther: „Verkehrliches Ziel ist dabei die Durchbindung bis Gesundbrunnen. Das ist eine gute Nachricht für Pendlerinnen und Pendler im Norden Berlins und darüber hinaus.“

„Es geht voran!“, frohlockte NEB-Vorstand Detlef Bröcker. Mit der Schaffung des Baurechts für den Bahnhof Berlin-Wilhelmsruh und dem Abschluss erster Vorplanungen für die Reaktivierung habe die Niederbarnimer Eisenbahn in den letzten Jahren umfangreiche konzeptionelle und planerische Vorleistungen erbracht. Die Allianz aller Beteiligten im Projekt i2030 sorge nun dafür, dass die konkreten Planungen zügig beginnen können. „Für die wachsende Bevölkerung in Berlin und Brandenburg bedeutet die Reaktivierung mehr klimafreundliche Mobilität und weniger Belastung durch den Straßenverkehr“, so Bröker.

Endlich sei der Startschuss für die Reaktivierung der Stammstrecke gegeben worden, sagte Oberhavel-Landrat Ludger Weskamp, der bei der Unterzeichnung dabei war. Davon würden viele Pendler im Kreis profitieren. „Ein wichtiger Tag für die Gemeinden Mühlenbecker Land und Glienicke/Nordbahn, ein wichtiger Tag für Oberhavel“, so Weskamp. Ziel sei es, bis 2023 die Strecke über Zühlsdorf, Mühlenbeck und Schildow zunächst bis Berlin-Wilhelmsruh und 2028/2030 sogar bis Gesundbrunnen in Betrieb zu nehmen. Damit komme der Landkreis seinen Zielvorstellungen aus dem Nahverkehrsplan für eine zukunftssichere Verkehrsinfrastruktur „einen ganz bedeutenden Schritt näher“, so Weskamp.

„Total überrascht“ von der Unterzeichnung zeigte sich Bürgermeister Filippo Smaldino-Stattaus. Schließlich war dieser Schritt für die Heidekrautbahnkonferenz am 29. Januar geplant. Dass es jetzt schon in Berlin dazu kam, sei ein „glückliches Signal“. Dabei sei völlig egal, wo dies gegeben wird.

Auf die langwierige Vorbereitungsphase blickte VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel: „Infrastrukturprojekte brauchen einen langen Atem“, betonte sie. Mit der Vereinbarung „sind wir jetzt sehr schnell bedeutende Schritte weitergekommen und können gemeinsam weiter Fahrt aufnehmen“, sagte sie.

Von Helge Treichel

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