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Mühlenbecker Land Kann mysteriöser Vermisstenfall in Oberhavel aufgeklärt werden?
Lokales Oberhavel Mühlenbecker Land Kann mysteriöser Vermisstenfall in Oberhavel aufgeklärt werden?
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17:08 21.07.2019
Der vermisste Lars Mittank, links vor seinem Verschwinden, rechts mit möglicherweise inzwischen veränderter Frisur und Bart. Quelle: Privat/Familie Mittank
Schildow

Es ist ein mysteriöser Vermisstenfall, der nach Aussage der Familie des jungen Mannes möglicherweise nun nach Schildow ins Mühlenbecker Land führen könnte: Der heute 33-jährige Lars Mittank aus Marne (Schleswig-Holstein) verschwand vor fünf Jahren, im Juli 2014, während einer Urlaubsreise nach Bulgarien in Warna wie vom Erdboden. Die Umstände seines Verschwindens sind mysteriös: Der damals 28-Jährige flüchtete vor seiner Rückreise während eines Arztbesuches am Flughafen in Warna panisch vom Gelände und ließ dabei sein Reisegepäck mitsamt Brieftasche, Reisepass und Handy zurück. Seitdem fehlt von ihm jede Spur.

Familie und Freunde suchen seit fünf Jahren nach dem jungen Mann und haben dafür sowohl eine Website als auch eine Facebook-Suchseite eingerichtet, der inzwischen fast 32 000 Nutzer des Netzwerks folgen. Auch mit verschiedenen Fernsehsendungen wie „Aktenzeichen XY ungelöst...“ und „Akte 2019“ arbeitete die Familie bereits zusammen. Letztgenannte Sendung wurde in der vergangenen Woche mit einer Spezialausgabe ausgestrahlt: „Akte 2019 – Wo ist mein Kind?“ berichtete über vier Mütter, die auch nach mehreren Jahren die Suche nach ihrem Kind noch nicht aufgegeben haben. Unter ihnen – Sandra Mittank, die Mutter von Lars Mittank. Nach der Sendung meldete sich ein Zeuge mit einer Aussage, die den Angehörigen des 33-Jährigen nun neue Hoffnung gibt und die nach Schildow, einem kleinen Ort im Mühlenbecker Land im Kreis Oberhavel im Land Brandenburg führt.

Die Suche nach Lars Mittank bei „Akte 2019“ im TV

„Akte 2019“ ist ein Reporter-Magazin des Fernsehsenders Sat.1 Am 17. Juli (Mittwoch) wurde Ausgabe 29 des Jahres 2019 mit dem Titel „Wo ist mein Kind?“ ausgestrahlt.

In der Ankündigung
des Senders hieß es: „100.000 Deutsche werden jedes Jahr als vermisst gemeldet. Während 80 Prozent dieser Menschen innerhalb eines Monats wieder auftauchen, bleiben drei Prozent länger als ein Jahr verschwunden. Für Angehörige eine nervenaufreibende Zeit zwischen Hoffen und Bangen. Das SAT.1 Akte Spezial „Wo ist mein Kind?“ begleitet vier Mütter die auch nach mehreren Jahren die Suche nach ihrem Kind noch nicht aufgegeben haben.“

Unter diesem Link kann die komplette Sendung als Internetstream abgerufen und angeschaut werden: www.sat1.de/tv/akte/video/201929-wo-ist-mein-kind-ganze-folge

Ein Lkw-Fahrer habe sich nach der TV-Sendung bei der Familie gemeldet, der eine interessante Beobachtung gemacht habe. „Er hat vor einiger Zeit einen Obdachlosen von der Grenze in der Nähe von Dresden mitgenommen und ihn in Schildow, nördlich von Berlin, abgesetzt“, erklärte die Familie auf MAZ-Nachfrage. „Er hat die Fotos gesehen, sich erinnert und bei uns über Facebook gemeldet.“ Wie der LKW-Fahrer mitteilte, soll die Ähnlichkeit der Person mit dem gesuchten Lars Mittank „sehr hoch“ sein. Der Mann sei sehr dünn gewesen, habe nur das Nötigste gesprochen und war zudem übermüdet. Seine Haare waren ungepflegt und reichten bis zur Schulter, zudem habe er einen Bart gehabt. Seine Wangenknochen hätten hervorgestanden, seine Augenhöhlen waren eingefallen. Damit weicht die Beschreibung zwar von dem Suchbild, welches die Familie anfertigen lassen hat, teilweise ab. Ungewöhnlich ist dies jedoch nicht. Zuletzt gesehen wurde Lars Mittank vor fünf Jahren, seitdem kann sich das Äußere des 33-Jährigen erheblich verändert haben.

„Anscheinend weiß er nicht mehr, wo er wohnt“, vermuten seine Angehörigen. „Er braucht unsere Hilfe.“ Offenbar traue er niemandem mehr, frage deshalb von sich aus nicht nach Hilfe. Die Familie bittet nun die Öffentlichkeit, insbesondere im Raum Schildow, die Augen offenzuhalten und nach der beschriebenen Person Ausschau zu halten. Sachdienliche Hinweise zum gegenwärtigen Aufenthaltsort bittet sie an die Kriminalpolizei Itzehoe unter der 04821/6023100 („Der zuständige Sachbearbeiter ist Herr Klein.“) oder bei der nächsten Polizeistation zu melden. Weitere Informationen zu dem Vermisstenfall gibt es zudem beim Bundeskriminalamt. Die Familie des Vermissten nimmt auch selbst Hinweise über ihre Suchwebsite oder die Facebook-Seite entgegen. „Wir gehen allen Hinweisen nach.“ Auch nach fünf Jahren würden sie die Hoffnung nicht aufgeben, Lars Mittank doch noch wiederzufinden.

Von Nadine Bieneck

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