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Mühlenbecker Land Wie ein Kochrezept für mehr Glück im Leben
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00:18 29.01.2019
Lachyoga-Trainerin Kerstin Klein-Peters aus Schildow. Quelle: Helge Treichel
SChildow

Schon die Großeltern sagten: „Lachen ist gesund!“ Diese Alltagsweisheit wird seit 1960, der Geburtsstunde der Lachforschung („Gelotologie“) – Stück für Stück wissenschaftlich untermauert. Und für Kerstin Klein-Peters aus Schildow ist daraus sogar eine Berufung geworden: „Seit ich auf dieser Welt bin, verschenke ich nämlich nichts so gern wie mein Lachen“, sagt die 54-Jährige, die beruflich als Lachyoga-Trainerin unterwegs ist.

Ursprünglich war die Ex-Berlinerin als studierte Fernsehregisseurin für Spielfilme und Serien tätig. Nach einer Berufspause und der Geburt ihres Sohnes (26) stand ein beruflicher Neuanfang an. Kerstin Klein-Peters qualifizierte sich unter anderem zum Kommunikationstrainer und arbeitete 15 Jahre im Personalwesen. 2015 machte sie sich selbstständig. Als Performance-Coach und Stresspräventologin hilft sie den Mitarbeitern kleiner und mittelständischer Unternehmen, Störungen im Betriebsklima sowie Stressquellen aufzuspüren und abzubauen. Das dritte Standbein ihrer Ein-Frau-Firma ist das Lachyoga.

2012 hatte sie diese Form der Entspannung kennengelernt, „weil ich von einer Freundin mitgeschleift wurde“, sagt sie. Nach einer Stunde sei es um sie geschehen gewesen. Nach wenigen Wochen hatte sie bereits einen Kurs als zertifizierte Lachyoga-Trainerin abgeschlossen.

Die Lehre geht auf den indischen Arzt Madan Kataria zurück. Er hatte das Lachyoga (auch Hasya-Yoga) – das „Lachen ohne Grund“ – seit 1995 als Methode der Selbstmeditation in Mumbai entwickelt. Der Mediziner kombinierte spezielle Lachübungen mit traditionellen Atemtechniken des Yoga. Es bedarf ausdrücklich keines endlosen Witz-Feuerwerkes, erklärt die Trainerin. Denn der Körper unterscheide nicht zwischen echtem und simuliertem Lachen. Die Wirkung sei identisch.

Edelgard Müller aus Malz hat mit ihren Damen vom Frauentreff beim Lachyoga bereits Erfahrungen sammeln können. Quelle: Heike Bergt

Lachen stärkt das Immunsystem und die Herzgesundheit, bringt Kreislauf und Stoffwechsel in Schwung, reichert das Blut mit Sauerstoff an. Es reduziert nachweislich Stress und dessen Symptome und Auswirkungen. „Glückshormone werden aktiviert, Stresshormone werden abgebaut“, sagt Kerstin Klein-Peters. Das wiederum fördere eine positive Lebenseinstellung und Zufriedenheit und stärke das Immunsystem.

Dafür hat die Schildowerin eine rechtlich geschützte Technik entwickelt – die „Mehr-Lach-Methode ®“. Anerkennung erhielt sie im Januar dieses Jahres, als sie von der Europäischen Trainer Allianz als „Trainerin des Jahres 2018“ ausgezeichnet wurde.

Die im Januar 2019 verliehene Urkunde. Quelle: Helge Treichel

Aber nicht nur Firmen können von der Yogatechnik profitieren. In der zweiten Januarwoche zum Beispiel war Kerstin Klein-Peters zum Frauenfrühstück im Dorfclub in Malz eingeladen, um die mehr als 20 Damen zu unterrichten. „Es war ganz toll und eine schöne Erfahrung“, sagt Organisatorin Edelgard Müller über die Übungen, die zum Teil mit Hüpfen und Klatschen und Ruhephasen zum Durchatmen kombiniert sind. „Es war ungewohnt, aber wunderbar befreiend und auch anstrengend“, so die 66-Jährige. Sie selbst praktiziere die Übung nun allmorgendlich.

Kerstin Klein-Peters kooperiert auch mit der Kreisvolkshochschule in Oranienburg. Am 11. Februar läuft ihr Kurs „Schluss mit miesen Tagen“ zur individuellen Stressprävention. Am 15. und 16. Februar referiert sie im Kurs „Körpersprache – Die bewussten und unbewussten Botschaften?“. Anmeldungen sind möglich unter kvhs.oberhavel.de.

Andere Lehrgänge laufen an der Akademie für Gesundheits- und Sozialberufe Oranienburg, an der Humboldt-Universität zu Berlin, an der Europäischen Sportakademie Lindow oder weiteren Einrichtungen. Für sie sei es das Schönste, Menschen zum Glücklichsein, zu mehr Schmerzfreiheit oder einem besseren Arbeitsklima zu verhelfen, sagt Kerstin Klein-Peters. Was sie genau tut, vergleicht sie mit einem Kochrezept. „Ich liefere die Zutaten und den Topf. Aber kochen muss jeder selbst.“

Von Helge Treichel

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