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Mühlenbecker Land Mühlenbecker Klanglandschaften: Musik sehen und Natur hören
Lokales Oberhavel Mühlenbecker Land Mühlenbecker Klanglandschaften: Musik sehen und Natur hören
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13:07 17.05.2019
Am idyllischen Summter See erklingen am 25. und 26. Mai zahlreiche Konzerte. Ebenso im Berufsförderungswerk in Mühlenbeck. Quelle: privat
Mühlenbecker Land

Mit der Premiere der „Mühlenbecker Klanglandschaften“ am 25. und 26. Mai startet ein Projekt, das auf ungewöhnliche und doch logische Weise neue Musik und Natur in einen gemeinsamen Kontext bringt. Es ist das erste Festival dieser Musiksparte in der Region Oberhavel/ Barnim. Auf dem Land sind Formate zu erleben, die es in der Stadt nicht geben kann. Gleichzeitig und konsequent thematisieren die „Mühlenbecker Klanglandschaften“ die Sorge um die durch den Klimawandel bedingten Veränderungen in der Natur.

Klimawandel in der Musik

Dieser Gedanke hat die Festivalstruktur nachhaltig geprägt, alle Programmteile der „Mühlenbecker Klanglandschaften“ nehmen Natur und Landschaft als Thema auf. Zwei, von dem promovierten Biologen Tim Peschel, geführte Waldwanderungen am Sonntag münden jeweils in ein Konzert. Bei der ersten, am frühen Morgen ab 4 Uhr, können die Besucher am Summter See der natürlichen „Vogeluhr“ lauschen, um 7 Uhr feiert ein Barockkonzert der Lautten Compagney auf einer Waldlichtung die Natur. Die zweite Führung am Vormittag verweist auf Indikatoren klimatischer Veränderungen in Brandenburger Wäldern. Eine musikalische Antwort darauf geben anschließend der Akkordeonist Teodoro Anzellotti und drei Studenten der Musikhochschule Freiburg, improvisierend mit den Geräuschen des Waldes. In den Konzerten des Festivals erklingt Musik von Komponisten, die sich mit Naturphänomenen auf rein klanglicher Ebene auseinander gesetzt haben. Wasser, das Lebenselixier der Welt, spielt dabei eine zentrale Rolle. Einige dieser Werke bündelt das Konzert „Wasserlandschaften“ des Ensemble „Reflexion k“, unter anderem mit einer Uraufführung von Ludger Kisters. Im Chorkonzert präsentieren Schüler des Georg-Herwegh-Gymnasiums Berlin ihre Komposition aus am Summter See aufgenommenen „field recordings“ und Peter Helmut Langs Uraufführung „Die Vogelpredigt“.

Abschlusskonzert mit Uraufführungen

Mit dem großen Abschlusskonzert „Die unbeantwortete Frage“ am Summter See breiten die „Mühlenbecker Klanglandschaften“ auch am Sonntagabend noch einmal die ganze Vielfalt des künstlerischen Dialogs zwischen Musik und Natur aus. Die Mühlenbecker Fassung spielt das Jugendstreichorchester der Kreismusikschule Oberhavel zusammen mit professionellen Interpreten. Weitere Höhepunkte dieses Konzertes sind die Uraufführung von Peter Ablingers „Es summt der See“ für drei Instrumentengruppen und drei Megaphonflüsterer – ein Auftragswerk der „Mühlenbecker Klanglandschaften“ – und Natalia Pschenitschnikowas Komposition „Birds Conservations“, die der vielen inzwischen ausgestorbenen Vogelarten gedenkt. Zwei Musikparcours mit Klangaktionen des Ensemble „Atonor“ und dem Männerchor Schönwalde, Erwin Staches Kuckucksuhrenorchester, Filmvorführungen und eine Gesprächsrunde zur „Kunst der Wahrnehmung von Musik und Natur oder: Klimaschutz vor der Haustür“ ergänzen das zweitägige Programm. Schirmherr ist der Bürgermeister der Gemeinde Mühlenbecker Land, Filippo Smaldino-Stattaus (SPD).

Das Programm im Überblick:

Sonnabend, 25. Mai

14 Uhr vor der Dorfkirche Mühlenbeck: Eröffnung: Über die Sorge für das gemeinsame Haus mit Iannis Xenakis: Psappha für Schlagzeug solo, mit Rezitation von kurzen Texten aus Enzyklika Laudato Si: „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ von Papst Franziskus. Interpretin ist Sabrina Ma, Schlagzeug/Sprecher: Leonard Wicke

14.30 bis 15.30 Uhr Dorfkirche Mühlenbeck:Chorkonzert: „Beobachten, Zuhören, Reagieren“ mit Theo Brandmüller, „Bilder der Nacht“ für Cymbalom solo, Joao Pedro Oliveira, „Maelstrom“ für Cymbalom und Elektronik, Leistungskurs Musik des Georg-Herwegh-Gymnasiums, „Alles! still?“, Elektroakustische Musik auf Grundlage von O-Ton-Aufnahmen vom Summter See und Umgebung, Cornelius Cardew mit „The great Learning, Paragraph 7“ für eine beliebige Zahl nicht ausgebildeter Stimmen, Peter Helmut Lang „Die Vogelpredigt“, Rezital für Chor, Cymbalom und elektronische Klänge (Uraufführung des Auftragswerk der IG Musikprojekte im Förderverein Naturpark Barnim) Interpreten: Enikö Ginzery, Cymbalom; Chor des Georg-Herwegh-Gymnasiums Hermsdorf / Leitung: Ludger Kisters, Anja Hegen

ab 15.30 Uhr Weg von der Kirche zum Berufsförderungswerk: Musikparcours mit Klang-Aktionen

Park und Wiese des Berufsförderungswerks Erwin Stache, „Kuckucksuhrenorgel“ und „Tontopfensemble“, Interpreten: Ensemble Atonor

Buffet mit Kaffee + Kuchen

17.00 Uhr Foyer Mensa Berufsförderungswerk: Filmvorführung: „Balance und Geheimnis“ mit „Wassererinnerungen“ von Uli Aumüller & Sebastian Rausch / Musik: Nicola Sani, „Im Wald“ (Under the trees) von Uli Aumüller & Sebastian Rausch, „Nachtlicht und Wintermusic am Mühlenbecker See“ mit Musik von Gilles Gobeil und, John Cage.

18 bis 19 Uhr Foyer Mensa Berufsförderungswerk: Gesprächsrunde: „Die Kunst der Wahrnehmung von Musik und Natur oder: Klimaschutz vor der Haustür“ mit Vertretern des Fördervereins Naturschutz Barnim, des Büros für Ökologie und Umwelt Berlin, der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, dem Klimaschutzprojekt im Naturpark Barnim, Musikern Komponisten, Leitung: Uli Aumüller

Abendimbiss im Restaurant Amici

20 Uhr Foyer Mensa Berufsförderungswerk: Konzert „Wasserlandschaften“ mit der Uraufführung des Auftragswerkes der IG Musikprojekte im Förderverein Naturpark Barnim von Ludger Kisters „Fließ!“ für Flöte, Klarinette, Violoncello und Live-Elektronik. Außerdem zu hören: Helena Tulve „Stream“ (2006) für Flöte, Klarinette, Violine und Violoncello, Luigi Nono „A pierre. Dell‘azzurro silenzio, …“ (1985), für Kontrablockflöte, Kontraklarinette und Live-Elektronik, Kaija Saariaho „Petas“ (1988), für Violoncello und Live-Elektronik, Gerald Eckert „Brandung“ (2010), für Tonband und Video + simultan, Gerald Eckert „Den angestoßenen Augen der Steine“ (2014) für Kontrabassklarinette, Violine, Live-Elektronik und Tonband, Snezana Nesic „Mirabilia – Litany for Water“ (2017), für Violine, Elektronik und VideoInterpreten. Interpreten sind das Ensemble Reflexion k aus Eckernförde mit dem Dirigenten Gerald Eckert. Elektronik: André Bartetzki

Nachtimbiss und Nachklänge im Restaurant Amici, mit Musikern, Naturschützern, Publikum

Sonntag, 26. Mai

4 Uhr Gelände Summter See: Ornithologische Führung „Naturkonzert vor Sonnenaufgang“. Die Vogeluhr belauschen: von Gartenrotschwanz, Rotkehlchen, und Amsel bis zu Buchfink, Grünfink und Star kurz vor Sonnenaufgang. Führung: Tim Peschel, Büro für Ökologie und Umwelt Berlin) – Treffpunkt Gartencafé Summt

7 bis 8 Uhr Gelände Summter See: Am Wasser zu spielen: „Feier der Natur“ mit Musik von Georg Friedrich Händel und Georg Philipp Telemann für Barockinstrumente und Perkussion. Die musikalische Leitung hat Birgit Schurpfeil, die auch die Barockvioline spielt. Interpreten sind die Lautten Compagney Berlin.

8.30 bis 9.30 Uhr Gartencafé Summt: Frühstück und Gespräch mit Tim Peschel über Gehörtes und Erlebtes

10 bis 13 Uhr Gelände Summter See: Waldführung „Alarmzeichen“ über Indikatoren klimatischer Veränderungen in Brandenburger Wäldern mit Tim Peschel, Büro für Ökologie und Umwelt Berlin –Treffpunkt Garten Café Summt

13 bis 14 Uhr Gelände Summter See: Luftkonzert-Saal „Rauschen | Hören | Singen – mit dem Wald“, eine Uraufführung für vier Akkordeons (Auftragswerk der IG Musikprojekte im Förderverein Naturpark Barnim). Interpreten sind Teodoro Anzellotti und drei Studenten seiner Akkordeon-Klasse an der Musikhochschule Freiburg/Breisgau.

14.30 bis 16 Uhr Gartencafé Summt: Imbiss und Gespräch mit Tim Peschel über das Gesehene, Erfahrene, Erlebte

17 bis 18.30 Uhr Weg vom Parkplatz „Friedwald“ zum Konzertort nördliche Badestelle Summter See: Musikparcours mit Chorgesang im Wald „Nähe und Ferne“. Interpret ist der Männerchor Schönwalde unter der Leitung von Matthias Jahrmärker

19 bis 20.30 Uhr Badestelle nördlicher Summter See: Abschlusskonzert „Die unbeantwortete Frage“. Es erklingen Charles Ives „The unanswered Question“ für Streichorchester, Solotrompete und Flötenquartett , eine Uraufführung der Summter Fassung, Natalja Pschenitschnikowa „Birds Conservations“, gewidmet den Vögeln, die ausgestorben sind, für Stimme und Zuspiel, Tristan Murail „Unanswered Questions“ für Flöte solo, Peter Ablinger „Es summt der See“ für drei Instrumentengruppen und drei Megaphonflüsterer, Uraufführung des Auftragswerkes der IG Musikprojekte im Förderverein Naturpark Barnim, Gerald Eckert „Nachbogen“ für Violoncello und Flöte, Peter Ablinger „Regenstück“ für sechs schlagzeugende Musiker (Holz-, Keramikklänge und große Trommel), Charles Ives „The unanswered Question“ für Streichorchester, Solotrompete und Flötenquartett.

Interpreten sind das Jugendkammerorchester der Kreismusikschule Oberhavel unter der Leitung von Manfred Schmidt und Gerald Eckert außerdem Paul Hübner, Trompete; Flötenquartett (Beatrix Wagner, Ursula Weiler, n.n.); Natalja Pschenitschnikowa, Stimme; Beatrix Wagner, Flöte; Gerald Eckert, Violoncello; Ensemble Partitions & Resonances / Leitung: Johnny Chang.

Nachtimbiss: Buffet mit Brot, Käse, Wasser und Wein am See

Karten sind in der Bürger- und Touristinformation (033056/434733) in Mühlenbeck, Hauptstraße 9, erhältlich:

Das Einzelkonzert kostet acht Euro, ermäßigt 5 Euro. Tageskarten kosten 15 (12 ) Euro, Waldführungen mit Konzert kosten 12 (neun) Euro und der Festivalpass für beide Tage ist für 25 (20) Euro zu haben. Ermäßigungen gibt es für Schüler, Studenten und Arbeitslose.

Das gesamte Programm ist zu finden: www.muehlenbecker-land.de

Von MAZonline

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