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Mühlenbecker Land Verein zum Schutz von Mensch und Umwelt
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19:50 13.08.2019
Gerhard Peter ist 1. Vorsitzender des neu gegründeten Vereins für Umweltschutz und Pestizidvermeidung. Quelle: Foto: Helge Treichel
Schildow

Ackergifte? Nein Danke! So steht es auf dem Logo, das die Satzung eines im Mühlenbecker Land neu gegründeten Vereins ziert. Name: „Verein für Umweltschutz und Pestizidvermeidung“. Noch ist der Zusatz „i.G.“ hinzugefügt – in Gründung. Einer der Initiatoren ist Gerhard Peter. Der Schildower ist ein politisches Urgestein in der Kommune: als Gemeindevertreter (SPD) und unter anderem Vorsitzender des aufgelösten Kulturvereins.

Warum beginnt einer im Alter von 87 Jahren noch einmal, ein so dickes Brett zu bohren? Gerhard Peter kann nicht anders. Das Thema ist ihm zu wichtig. Und er möchte seine Mitstreiter mit Rat und Tat unterstützen. Denn Verein – das kann er. Auch den Dingen (Ideen) eine Struktur zu geben, damit diese wirksam vorankommen. Und so steht er plötzlich als 1. Vorsitzender an der Spitze einer örtlichen Bewegung zur Förderung des Umweltschutzes, Tierschutzes und Verbraucherschutzes. Genau das sind die Vereinszwecke. Mit öffentlichen Vorträgen, Diskussionsveranstaltungen und Ausstellungen sollen diese verfolgt werden. Darüber hinaus geht es um das kreative Sammeln von Beweismitteln, Führungen und Wanderungen. Der Verein ist politisch und konfessionell unabhängig und arbeitet eng mit „NABU“ und „BUND“ zusammen. Jeder kann Mitglied werden. Aktuell gibt es 14 Gleichgesinnte, die bereits mitmachen.

Blick auf Schönfließ und in Richtung des ausgetrockneten Apitzsees. Die Vereinsmitglieder treten für eine Renaturierung ein. Quelle: Helge Treichel

Eine weitere zentrale Figur ist Christian Pascale aus Schönfließ. Der leidenschaftliche Kämpfer gegen jeden Einsatz des Pflanzenvernichtungswirkstoffs Glyphosat ist zum 2. Vorsitzenden gewählt worden. Ebenso im Vorstand: seine Frau Christina sowie Detlef Smaldino. Bürgermeister Filippo Smaldino (SPD) habe auf Nachfrage sofort die Schirmherrschaft übernommen, sagt Gerhard Peter.

Nicht weniger als 16 Anstriche hat die momentane Liste mit den Arbeitsschwerpunkten: Darunter Kampf gegen Massentierhaltung, Monokulturen und das Ausmergeln fruchtbarer Böden, der Kampf gegen Pestizide und für den Erhalt von Insekten, Kampf gegen Genmanipulation bei Pflanzen und Tieren. Blühwiesen sollen angelegt, Bienenbäume gepflanzt werden. Mit Aktionen soll auf eine pestizidfreie Kommune hingewirkt werden. Internetaktivitäten, Unterschriftensammlungen, Laboruntersuchungen von Menschen und Böden ergänzen das Spektrum. Ein wichtiges Ziel ist die Reduktion der Lichtverschmutzung und das Renaturieren von Feuchtgebieten. Im Fokus steht zunächst der Apitzsee. „Das ist ein Biotop ersten Grades“, sagt Gerhard Peter. Seitdem er immer mehr austrocknet, seien auch die Störche aus Schönfließ verschwunden. In Schönfließ litten besonders die Menschen, die an Landwirtschaftsflächen wohnen und arbeiten, unter dem Glyphosateinsatz – unter anderen Familie Pascale. Auch auf der Strecke der Heidekrautbahn kämen glyphosathaltige Produkte zum Einsatz – aber nur, weil die Niederbarnimer Eisenbahngesellschaft (NEB) auf Geräte der Deutschen Bahn zurückgreifen muss. Gern werde auf die drei möglichen Alternativen (Heißwasser, UV-Licht, Elektroschocks) zurückgegriffen, sobald dies möglich ist, so Peter. Das habe NEB-Vorstand Detlef Bröcker während einer kürzlichen Sonderfahrt versichert. Die Heidekrautbahn selbst stellt der 87-Jährige deshalb keinesfalls in Frage.

Von Helge Treichel

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