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Mühlenbecker Land Fünf Stunden im Mega-Stau auf der A10 – eine Schwangere erzählt
Lokales Oberhavel Mühlenbecker Land Fünf Stunden im Mega-Stau auf der A10 – eine Schwangere erzählt
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18:52 18.08.2019
Stundenlang im Megastau: Kilometerweit erstreckte sich der Rückstau auf dem nördlichen Berliner Ring. Quelle: Robert Roeske
Mühlenbeck

50 Minuten benötigt Steffi Assig in der Regel, um von ihrer Wohnung in Berlin-Friedrichshain bis nach Oranienburg zu kommen. Die 32-Jährige hat lange in der Kreisstadt gewohnt, besucht ihren Vater, der nach wie vor dort lebt, regelmäßig.

Auf dem Weg zu ihm war sie am Sonnabendvormittag auch, als sie sich plötzlich mitten in einem Megastau befand, in dem sich mehrere Stunden lang gar nichts mehr tat. „Ich war gerade auf der Überführung von der A114 auf den nördlichen Berliner Ring, als der Verkehr plötzlich stand“, erzählt sie.

Eine Vollsperrung auf der A10 zwischen Birkenwerder und Mühlenbeck aufgrund von Brückenbauarbeiten sorgte am Wochenende für ein Verkehrschaos rund um den nördlichen Berliner Ring. Nicht nur auf der Autobahn staute sich der Verkehr kilometerweit, auch die ausgewiesenen Umleitungsstrecken waren dicht.

Von Mühlenbeck bis zum Dreieck Pankow und auf der Gegenfahrbahn von Birkenwerder bis zum Dreieck Oranienburg staute sich ab Sonnabendvormittag zwischenzeitlich der Verkehr kilometerlang.

Ursache dafür war eine Vollsperrung der A 10 zwischen den Anschlussstellen Mühlenbeck und Birkenwerder aufgrund der Errichtung einer Behelfsbrücke, über die der Bahnverkehr während des Neubaus der Bahnbrücke zwischen Oranienburg und Hohen Neuendorf umgeleitet werden soll.

Von Freitagabend, 22 Uhr, bis Montagmorgen, 5 Uhr, hatte die Havellandautobahn GmbH die Sperrung angekündigt, der Verkehr sollte unter anderem über Borgsdorf, Lehnitz und Summt umgeleitet werden. Auch auf eben diesen Umleitungsstrecken stockte es sich über das Wochenende hinweg erheblich, der Rückstau erstreckte sich schließlich über mehrere Kilometer bis auf die Autobahn.

Es ging nichts mehr

„Ich stand von 10.45 bis 14 Uhr an einem Fleck. Dann auf einmal rollte der Verkehr schlagartig wieder“, beschreibt Steffi Assig ihr Erlebnis vom Sonnabend. Unter Stress sei sie losgefahren, da es ihrem Vater nicht gut gegangen sei. Aus einer schnellen Hilfe vor Ort wurde schließlich ein Anruf bei der 112, Rettungskräfte brachten ihren Vater schließlich ins Krankenhaus.

Steffi Assig stand unterdessen im Mega-Stau, ohne auch nur einen einzigen Meter vorwärts zu kommen. Nicht nur, aber vor allem auch für die 32-Jährige „eine echte Ausnahmesituation“. Im fünften Monat schwanger hatte sie aufgrund des Hilferufes ihres Vaters nur das Nötigste mitgenommen. „Ich hatte nur ein wenig Wasser dabei, ein bisschen Knabberkram, irgendwann musste ich dringend auf die Toilette“, erzählt sie.

Ihr „absolutes Glück“ sei ein „total netter Bulli-Fahrer“ gewesen, der neben ihr im Stau stand und der jungen Frau schließlich „einen Kaffee kochte und ein Brötchen geschmiert hat. Ich hätte sonst nicht mehr weiter gewusst, lustig war das nicht“.

Kilometerweit stand die Blechlawine auf der A10. Quelle: Robert Roeske

Die Situation auf der Autobahn sei bizarr gewesen. „Die Leute sind aus ihren Autos gestiegen, haben auf der leeren Gegenfahrbahn Ball gespielt, sind Fahrrad und Skateboard gefahren, da waren auch viele Familien mit kleinen Kindern unterwegs, die ja irgendwie beschäftigt werden mussten.

Festivalstimmung auf der Autobahn

Das hatte teilweise regelrecht was von Festivalstimmung“, so die 32-Jährige. Zahlreiche Autofahrer hätten zudem kehrt gemacht und die Rettungsgasse genutzt, um zurück auf die A 114 zu gelangen und dem Stau zu entfliehen. „Auf die Idee wäre ich auf keinen Fall gekommen. Den Schweden, der neben mir stand, mit einem behinderten Kind im Auto unterwegs war und das tat, den konnte ich aber zumindest verstehen.“

Polizeibeamte aus Berlin kämpfen sich durch die Rettungsgasse. Quelle: Robert Roeske

Die junge Frau vermutet ein „Abspracheproblem oder eine andere Sperrung“ als Auslöser für den Mega-Rückstau. Die Autobahnpolizei Walsleben räumte am Sonntag lediglich ein, dass die Ampelregelung an der Anschlussstelle Mühlenbeck, dort verläuft die L21 unter der Autobahn hinweg, den Umleitungsverkehr zumindest verzögert habe.

„Straßen sind zu voll“

„Die Ampel kann aber auch nicht einfach ausgeschaltet werden. Dafür ist der Verkehr auf der L21 zu stark, es ergeben sich wieder andere Unfallfaktoren“, sagte ein Sprecher der Wache. „Das grundsätzliche Problem ist, dass die Straßen generell zu voll sind.“

Gegen 10.30 Uhr war Steffi Assig in Berlin losgefahren, 16 Uhr war sie schließlich in Oranienburg. „23 Uhr war ich wieder zu Hause, die Rückfahrt verlief glatt“, berichtet sie. Schon am Sonntag ging es für sie erneut nach Oranienburg, um den Vater im Krankenhaus zu besuchen. „Diesmal habe ich den Weg über die Dörfer genommen. Die B 96 war komplett leer, das war großartig“, atmete sie erleichtert auf.

Vollsperrung auch vom 23. bis 26. August 2019

Bereits amkommenden Wochenende steht auf der A 10 die nächste Vollsperrung an.Von Freitagabend, 23. August, 22 Uhr, bis Montagmorgen, 26. August, 5 Uhr, geht zwischen den Anschlussstellen Birkenwerder und Mühlenbeck in beide Fahrtrichtungen nichts.Der Grund dafür sind Brückenbauarbeiten.

Von Nadine Bieneck

Brückenbauarbeiten auf dem nördlichen Berliner Ring und eine damit verbundene Vollsperrung zwischen den Anschlussstellen Birkenwerder und Mühlenbeck sorgen seit dem Sonnabendvormittag rund um die Anschlussstellen Birkenwerder und Mühlenbeck für einen Superstau.

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