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Mühlenbecker Land Der vermisste Arzt aus Zühlslake ist tot
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12:01 06.02.2020
Am Lubowsee bei Zühlsdorf will ein Angler Rolf Buber am Sonntag gesehen haben. Die Beamten forderten am Mittwoch Verstärkung und einen Hubschrauber an. Quelle: Jeannette Hix
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Zühlsdorf

Schock für die Angehörigen und Freunde des Allgemeinmediziners Rolf Buber aus Zühlslake. Der 74-Jährige, der Sonntag mit seinem roten Gehstock zu einem Spaziergang aufgebrochen war und nicht mehr nach Hause kam, ist tot. Ein Polizei-Sprecher: „Die aufgefundene Person ist der Vermisste Rolf Buber.“

Ein Förster hatte bei der Polizei am Mittwoch gegen 13.45 Uhr eine tote Person gemeldet, die er unweit der L 21 zwischen Summt und Zühlsdorf im Wald gefunden habe. Ein roter Gehstock war auch dabei. Rolf Buber wurde nur etwa fünf Kilometer von seinem Haus aufgefunden.

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Alles Bangen, alles Hoffen, den beliebten und in der Region weithin bekannten ehemaligen Allgemeinmediziner am vierten Tag seines Verschwindens endlich zu finden, löste sich damit in Luft auf.

Der Lubow-See bei Zühlsdorf: Hier will ein Angler am Sonntag Rolf Buber gesehen haben. Quelle: Jeannette Hix

Noch kurz vor der schlimmen Nachricht war gegen 11 Uhr ein Suchtrupp von Nachbarn, Freunden und ehemaligen Patienten aufgebrochen. Initiiert hatte die Suchaktion über Facebook Sina Jeworowski (32) aus Oranienburg. „Ich habe in der Zeitung gelesen, dass Doktor Buber vermisst wird. Ich war bei ihm lange Patientin und ich wollte unbedingt helfen, ihn zu finden“, sagt die junge Frau.

Anlass für die Suchaktion war die Aussage eines Anglers, der auf Facebook erst am Mittwoch von dem vermissten Rolf Buber erfahren hatte. „Ich habe ihn am Sonntag am Lubowsee gesehen, als ich auf einem Steg angelte“, soll er der Polizei gesagt haben. Doch da Rolf Buber sich nicht artikulieren konnte und gebückt ging, dachte der Angler wohl, der Mann, den er sah, sei betrunken.

Polizei-Autos stehen im Wald am Lubowsee – die Beamten suchen die Umgebung ab. Quelle: Jeannette Hix

Ein Irrtum: Wie Bekannte und Freunde des 74-Jährigen berichten, habe der stets so agile und engagierte Rolf Buber im vergangenen Jahr einen Schlaganfall erlitten, erst vor wenigen Tagen sei er aus der Reha zurück nach Hause gekehrt, körperlich aufgrund des Schlaganfalls noch angeschlagen. Es soll der zweite Schlaganfall gewesen sein. Auch einen Herzanfall soll Rolf Buber schon gehabt haben.

Nach der Aussage des Anglers am Mittwoch düste kurze Zeit darauf ein Streifenwagen zum Lubowsee. Schnell wurde eine Hundertschaft angefordert und die Beamten durchstöberten den Wald rund um den See. Auch ein Hubschrauber und Drohnen kreisten erneut über das Areal.

Bereits am Sonntag war großflächig gesucht worden – vergebens

Denn bereits am Sonntag hatte sich der Polizei-Suchtrupp auf den Weg gemacht, um den Vermissten zu finden. „Die Polizei hat sofort nach der Vermisstenmeldung am Sonntag eine groß angelegte Suchaktion aufgenommen“, sagte Polizeipressesprecherin Dörte Röhrs. Neben einer Hundertschaft der Polizei seien auch Hubschrauber und Suchhunde zum Einsatz gekommen. Großflächig sei der in Frage kommende Bereich rund um den Wohnort von Rolf Buber abgesucht worden. „Wir haben alle Anhaltspunkte geprüft, die uns Familie, Freunde und Nachbarn gegeben haben“, so Dörte Röhrs.

Weitere Beamten sind eingetroffen – gleich bilden sie eine Kette, um den Wald zu durchsuchen. Quelle: Jeannette Hix

Doch am Sonntag blieb die Suche erfolglos. Und nachdem am Mittwoch um 11 Uhr der erste Suchtrupp aufgebrochen war, startete um 14 Uhr ein weiterer Suchtrupp. Filippo Smaldino, Bürgermeister vom Mühlenbecker Land, hatte am Dienstag dazu aufgerufen. Und rund 50 Leute waren am Mittwoch seinem Aufruf gefolgt. Der Bürgermeister soll auch allen Helfern wie den Mitarbeitern vom Ordnungsamt freigegeben haben, damit sie sich an der Suche beteiligen konnten.

Doch zeitgleich kam die Nachricht von der Polizei, dass eine tote Person gegen 13.45 Uhr unweit der L 21 zwischen Summt und Zühlsdorf im Wald aufgefunden wurde. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich dabei um den vermissten Rolf Buber.

Und aus der hohen Wahrscheinlichkeit wurde in den späten Abendstunden dann bittere Wahrheit. Freunde, Bekannte und ehemalige Patienten versammelten sich vor dem Haus von Rolf Buber, wo seine Frau unter Tränen die Anwesenden begrüßte. Unter ihnen war auch Sina Richter (25) aus Kremmen, die sich auch an der Suchaktion beteiligt hatte. „Dass Dr. Buber vermisst wurde, habe ich auf Facebook erfahren. Ich war bei ihm lange Patientin und bin tief traurig.“

Warum der Arzt nach seinem Schlaganfall alleine zum Spaziergang aufgebrochen war und ob er sich dabei verirrt hat oder andere Umstände zu seinem Tod führten, müssen nun weitere Ermittlungen ergeben.

Von Nadine Bieneck und Jeannette Hix

Mitten in eine Suchaktion nach dem seit Sonntag vermissten ehemaligen Allgemeinarzt Rolf Buber platzte am frühen Nachmittag die Hiobsnachricht: In der Nähe der L21 zwischen Summt und Zühlsdorf wurde eine leblose Person gefunden. Ob es sich dabei um den Vermissten handelt, steht jedoch noch nicht fest.

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Filippo Smaldino, Bürgermeister der Gemeinde Mühlenbecker Land, ruft zu einer gemeinsam abgestimmten Suchaktion auf. Seit Sonntag wird der 74-jährige Rolf Buber aus Zühlsdorf vermisst.

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Seit Sonntag wird der 74-jährige Rolf Buber vermisst. Die Polizei befragt Menschen aus dem Umfeld der vermissten Summters, auch viele Privatpersonen suchen nach dem einstigen Arzt aus Oranienburg.

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