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Oberhavel Musik entfesselt
Lokales Oberhavel Musik entfesselt
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07:00 18.09.2014
Quelle: MAZ
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Berlin

Berlin Music Week ist eine jährliche Riesenveranstaltung, die aus einer Fachkonferenz, mehreren Musikfestivals, Preisverleihungen und weiteren Highlights besteht. 2014 fand sie schon zum 5. Mal statt und zwar unter dem Titel „Music Released“. Alle Events in der ersten September-Woche zu besuchen, war unmöglich. Ich war bei der „Konferenz Word!“, den Festivals „First We Take the Streets“ und „First We Take Berlin“ sowie bei dem Open-Air-Festival von Fritz.fm, „Die Neuen Deutschpoeten“ dabei. Das sorgte schon für drei Tage und zwei Nächte Erlebnis.

Die Webseite der Music Week beeindruckt mit den Zahlen der Besucher und Teilnehmer. Besonders bei der Konferenz am Postbahnhof fiel es mir schwer, interessanteste Termine auszuwählen. Es gab Dutzende Termine, bei denen es um Digitalisierung der Musik und Umgang mit Streaming-Services ging, Rechtsfragen besprochen und neue Platten vorgestellt wurden. Aus dieser Menge fiel mir das folgende auf:

  • Es entstehen immer mehr Streaming-Dienste in Europa. Schon drei von vier Norwegern benutzen regelmäßig Services wie Spotify und WiMP. Die Tendenz verbreitet sich nach Deutschland;
  • Es geht nicht mehr um das Sammeln, sondern um das Konsumieren von Musik. Den Namen „iTunes“ habe ich nicht einmal während zwei Konferenztagen gehört;
  • Google hingegen ist auf dem Vormarsch. Der Konzern setzt sich auf YouTube als neuer Streaming-Konkurrent zu Spotify & Co. YouTube Vertreter fordern Bands auf, ihre Videos auf der Plattform zu monetarisieren, d.h. bezahlte Werbung einfügen lassen;
  • Musiker selber können bisher nicht in die Arbeit der Streaming-Dienste eingreifen und das Geschäft in die Hand nehmen. Wie Dieter Meier von der Band Yello sagte, „Artisten müssen ihr eigenes Spotify aufbauen“

Außerdem, habe ich  etwas Ungewöhnliches gemerkt. Auf der Konferenz gab ein Vynilproduzent eine 7-Inch-Platte und eine CD vom selben Album heraus. Man konnte sich beide anhören und vergleichen. Die Band war nicht besonders bekannt. Aber wichtig ist, dass der Trend  zum Vynilsammeln statt zur Massendigitalisierung von Musik sich entwickelt. Die September-Ausgabe vom Rolling Stone bietet eine exklusive, begrenzte Vynilproduktion an. Und im Rahmen der Musik Week fand auch das Independent-Label Market statt, bei dem man Platten von Kultlabels kaufen konnte.

Bei First We Take Berlin Festival traten in 20 Clubs in Friedrichshain-Kreuzberg an zwei  Abenden mehr als 150 Bands und Artisten auf. Einige Konzerte habe ich besucht und ein paar davon haben mich echt beeindruckt. Das erste war von TÜSN @ Fluxbau. Der Club an sich ist sehr gemütlich, mit einer Terrasse am Spreeufer. Eine Fähre brachte Besucher vom O2 World Spree Bar hinüber, wo die Hauptbühne des Straßenfestivals First We Take the Streets war. TÜSN sind ein Trio aus Berlin, das erst im Februar ihr erstes Konzert gegeben hatte. Sie spielen lauten Indiepop und brauchen dafür keine Gitarren. Nur Bass, Synthesizer und Schlagzeug. Ein tolles Konzert, eine tolle Stimme des Sängers (er spielt auch Synthesizer). Die Band war fantastisch eingespielt für ein halbes Jahr. Dieses Konzert war im Programm als absolutes Muss bezeichnet, und zu Recht. Ich möchte mir ein Album holen.

Von Dmitry Vasin

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