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Oberhavel Kochen für Obdachlose: Die Helden vom Bahnhof Zoo
Lokales Oberhavel Kochen für Obdachlose: Die Helden vom Bahnhof Zoo
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13:51 27.08.2019
Michaela Föhlinger aus Velten (obere Reihe, Mitte) hat die Initiative gegründet. Quelle: Marco Paetzel
Oberhavel/Berlin

Jeden Mittwochabend machen sie sich auf in Richtung Berlin, Bahnhof Zoologischer Garten. Vor der Bahnhofsmission in der Jebensstraße bauen die Obdachlosen-Helfer gegen 20.30 Uhr ihre Tische auf. „Da sind Kleidung, Getränke sowie Obst und Gemüse drauf. Und auf dem stabilsten Tisch stehen die Thermobehälter mit dem Essen“, erklärt Gründerin Michaela Föhlinger aus Velten. Spaghetti Bolognese, Sauerkraut mit Würstchen, Eierfrikassee oder Wildgulasch mit Klößen haben die Ehrenamtler den Obdachlosen zuletzt serviert. Anschließend gab es noch Kuchen.

Viele Kalorien für die Nacht auf der Straße

Etwa bis 22 Uhr dauert die wöchentliche Ausgabe am Zoo, dann haben die Menschen Kraft für die Nacht getankt. „Das Leben draußen verlangt dem Körper mehr Energie ab. Deshalb kochen wir sehr kalorienhaltig und mit vielen Kohlenhydraten“, erklärt Föhlinger. Zwischen 100 und 150 Menschen kommen mittlerweile an den Stand der Initiative. Darunter sind nicht nur Obdachlose, sondern auch bedürftige Rentner. „Ausweisen muss sich bei uns aber niemand, wir schließen auch keinen von unserer Ausgabe aus.“

Gekocht wird zuhause in Velten

Begonnen hat die Initiative um Michaela Föhlinger, die sich schon vorher für Obdachlose engagiert hatte, im Oktober 2018. „Ich wollte etwas aufbauen, um den Menschen zu helfen.“ Schnell kam über Freunde, Bekannte, Verwandte ein fester Kern zusammen. Einen Namen hat die Initiative noch nicht, auch eine Internetpräsenz gibt es noch nicht. „Das ist aber alles in Arbeit“, sagt Michaela Föhlinger.

Das Essen kocht Michaela Fröhlinger in der heimischen Küche in Velten. Es gibt immer zwei Gerichte. „Wir haben ja Vegetarier und Menschen aus verschiedenen Kulturen. Wenn ich da jetzt in einem Gericht Schweinefleisch habe, gibt es eine vegetarische Alternative.“

Spenden aus dem Schrebergarten

Die Zutaten kommen vor allem aus Spenden: Die Initiative ruft etwa Facebook-Nutzer dazu auf, Obst und Gemüse aus ihren Schrebergärten zu spenden. „Im Moment kriegen viel sehr viele Zucchini, im Herbst sind es mehr Kürbisse“, sagt Michaela Föhlinger. Auch die anderen Mitglieder der Initiative, es sind derzeit etwa zehn Bürger aus Oberhavel und Berlin, fragen überall nach, wo sie können.

„Gerade das Fleisch ist ja immer teuer. Wir müssen da noch viel aus unserer eigenen Tasche bezahlen“, erklärt Michaela Föhlinger. Schwierig sei es dagegen mit Lebensmittel aus den Supermärkten. Metro, Netto, Lidl oder Rewe hat sie abgeklappert. „Da sind vor allem die Tafeln eine Konkurrenz für uns, das ist leider so.“

Die Obdachlosen kommen aus vielen Ländern. Deutsche, Russen, Polen, Italiener, Rumänen stehen oft an, zwischen 18 und 75 Jahren alt. Viele der Menschen essen nicht nur am Stand, sie erzählen den Helfern auch von ihrem Leben. „Die Leute haben ja den ganzen Tag niemanden, mit dem sie sich unterhalten können“, erklärt Michaela Föhlinger.

Oft kämen die Bedürftigen auch mit Schreiben von Behörden, die sich nicht verstünden. Es komme auch schon mal vor, dass jemand aus der Obdachlosen-Gruppe stirbt. „Das merkt man den Leuten schon an. Darüber sprechen wir dann auch“, sagt Michaela Föhlinger.

Freuen würden sich die Ehrenamtler über Bürger, die die Initiative unterstützen, etwa beim Sammeln. Auch Spenden, neben Lebensmitteln vor allem Hundefutter und Kleidung, seien sehr willkommen. Kontaktaufnahme untermichaela.foehlinger@yahoo.de

Von Marco Paetzel

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