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Oberhavel Oberhavel: Silvester im Dienst
Lokales Oberhavel Oberhavel: Silvester im Dienst
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18:11 02.01.2017
Feuerwehr-Mann Ralf Wilke schob in der Silvesternacht Dienst.
Feuerwehr-Mann Ralf Wilke schob in der Silvesternacht Dienst. Quelle: Julian Stähle
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Oberhavel

Die Stimme klingt noch ein wenig verschlafen. „Ich bin gerade aufgestanden“, sagt Andreas Werner. Es ist 13.03 Uhr – am Neujahrstag. Werner ist seit 25 Jahren Busfahrer bei der Oberhavel Verkehrsgesellschaft. „Wer arbeitet ­Silvester schon gern“, fragt der 51-Jährige. „Wir haben genaue Dienstpläne. Da bei mir zu Hause aber keine Familie wartet und die Kinder schon groß sind, spricht man sich ab, wer zum Jahreswechsel Dienst schieben muss.“ Von 21 Uhr an hatte Werner mit seinem Einsatzleiter auf dem Hof zu tun. „Ich war diesmal Reserve-Fahrer. Den gibt es immer, falls mal was passiert.“

OVG-Busfahrer Andreas Werner (51) war in der Silvester-Nacht bis 5.30 Uhr in der Firma. Quelle: Julian Stähle

Hinters Lenkrad musste Andreas Werner aber nicht mehr. Gestern wurde nach dem Aufstehen ordentlich gefrühstückt. Nach einem Spaziergang in Mühlenbeck traf er sich mit dem Nachbarn auf eine Flasche Bier. „Das ist dann mein Silvester.“

Auch Steffi Fechner musste in der Nacht zum 1. Januar arbeiten – bei der Sprint-Tankstelle in Nassenheide. „Ich habe um null Uhr aus dem Fenster geguckt“, verrät die 30-Jährige. „Es war ein normaler Dienst. Von 22 Uhr bis 6 Uhr morgens.“ Dass die Silvesterfeier zu Hause ohne sie steigen muss, stört Steffi Fechner wenig. „Dafür hatte ich Weihnachten frei. Mein Mann Sebastian kennt Schichtarbeit und hat damit kein Problem.“ Er und Sohn Ben (5), der schon um 22 Uhr geschlafen hat, ließen für die Mama eine Extra-Rakete in den Himmel steigen. „Zu Hause lief alles ruhig ab. Mein Mann hat um Mitternacht mit dem Nachbar am Gartenzaun bisschen geplaudert“, erzählt Steffi Fechner, die am Neujahrstag bei ihrer Mutter essen war.

Steffi Fechner arbeitet an der Nassenheider Tankstelle. Quelle: Julian Stähle

Hunger hatte Uwe Radszuhn nach dem Dienst auch. 18 Fahrten hat er mit seinem Großraum-Taxi in der Silvesternacht hinter sich. Die weiteste war von Oranienburg nach Kremmen. Die letzte Tour ging um 6.30 Uhr nach Bernöwe. „Die Leute waren alle nett und gut drauf“, schaut Uwe Radszuhn, der seit 1998 im Geschäft ist, auf den Jahreswechsel zurück. Der 54-Jährige arbeitet gern in der Nacht der Nächte. Das mache er seit Jahren so. Mitternacht war er kurz bei seiner Freundin zu Hause. „Danach ging es weiter. Es war viel los.“

Dienst im Taxi: Uwe Radszuhn ist 54 Jahre alt und fährt seit 18 Jahren Taxi. Quelle: Julian Stähle

Wie auch bei der Feuerwehr. Ralf Wilke ist auf der Wache Oranienburg tätig. „Wir hatten eine Menge zu tun“, so der 49-Jährige, der seit 16 Jahren dabei ist und nicht zum ersten Mal Silvester arbeiten muss. „Wir hatten vier Einsätze im Stadtgebiet Oranienburg.“ Einer der größten Brände war in Germendorf. Aus bislang ungeklärter Ursache geriet gegen 4.50 Uhr ein Holzverschlag unter einem Carport in der Straße „Am Anger“ in Brand. Das Feuer griff auf den Carport und dann auf ein Reihenhaus über, wobei die Fassade beschädigt wurde.

Ein echter Kraftakt. Um 7 Uhr endete für Ralf Wilke nach 24 Stunden die Schicht. Zeit, mit der Familie zu telefonieren, blieb wenig. „Kurz nach Mitternacht mussten wir schon wieder raus. Ich habe dann gegen halb zwei mal durchgerufen. Silvester arbeiten ist nicht so schön, getrennt von der Familie.“ Ralf Wilke nimmt es aber sportlich. Zumal er am 31. Dezember 2017 frei hat.

Polizeiobermeisterin Tanja Lange (26) musste in der Silvester-Nacht ebenfalls arbeiten. Quelle: Julian Stähle

Von Sebastian Morgner

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