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Oberhavel Spürnase Maya
Lokales Oberhavel Spürnase Maya
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12:22 11.10.2019
Maya machte den Anfang in der Wasserrettungsstaffel, die Sandra Habeck (l.) gegründet hat. Anja Oldenburg (r.) bildet Bouma als einen Nachfolger Mayas aus. Quelle: Robert Roeske
Hennigsdorf

Maya ist Oberhavels erster Wasserrettungshund. 2012 bestand die Labrador-Dame ihre Prüfung dazu. Als Frauchen Sandra Habeck ihre Maya aus der Auto-Box herauslässt, schnallt sie der Hündin eine Rettungsweste um, bevor sie mit ihr ins Schlauchboot steigt. „Falls Sie mal über Bord geht“, sagt die Hundeführerin.

Denn ein Wasserrettungshund erschnüffelt von Bord aus eine gesuchte Person unter Wasser – wenn es für deren Lebensrettung bereits zu spät ist. „Es ist insbesondere für die Angehörigen wichtig, dass wir einen Vermissten finden“, begründet die Helferin die Bedeutung ihrer Arbeit. Maya ist also auf spezifisch menschlichen Fäulnisgeruch konditioniert. Damit machte ihr bis vor kurzen im ganzen Landkreis kein anderer Hund etwas vor.

Anzahl der Hunde für die Personensuche an Land wächst stetig

Spürnasen müssen vor ihrer Ausbildung zur Wasserortung bereits für die Suche an Land zertifiziert sein. Maya besitzt sogar die höchste Zulassung für die Ortung von Personen auf 100 000 Quadratmetern, also auf einer Fläche von etwa 14 Fußballfeldern. Auf diesem ausgedehnten Gebiet musste sie zwei bis drei Menschen innerhalb einer Stunde aufspüren, nach dem sie Witterung an persönlichen Gegenständen der Gesuchten aufgenommen hatte. Flächensuchhunde gibt es jedoch einige bei der Hennigsdorfer Ortsgruppe der Deutschen-Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG). „Seit diesem Mai haben wir mehr geprüfte Hunde“, betont Habeck.

Überhaupt hatte sich die Hundestaffel in Hennigsdorf im Jahr 2014 aus einer damals im Landkreis Havelland bestehenden Staffel ausgegründet. „Wir sind noch sehr jung und noch nicht so bekannt“, begründet sie, warum sie bisher zu wenigen Einsätzen gerufen worden sind. In diesem Jahr suchte Maya nach dem bereits vor vier Jahren verschwundenen Mädchen Inga aus Stendal an einem Teich und einem verschlammten Kinderschwimmbad. Tests hätten laut Habeck ergeben, dass Hunde Leichen bis 50 Meter unter der Wasseroberfläche erschnüffeln könnten.

Die Hundestaffel ist kein Freizeitvergnügen

Mayas Frauchen war die Initiatorin für die eigenständige Staffel in Hennigsdorf. „Ich bin seit Kindesbeinen bei der DLRG“, sagt die Tierfreundin, die mehrere Hunde besitzt. Sie wollte diese ehrenamtliche Tätigkeit in die sinnvolle Freizeitgestaltung ihrer Hunde einbinden: „Das macht Spaß mit den Hunden zusammen.“ 20 Gleichgesinnte haben sich inzwischen zusammengefunden, die aber auch aus Berlin und anderen Landkreisen kommen. „Es kamen nach und nach immer mehr“, freut sie sich über den Erfolg, den ihre Öffentlichkeitsarbeit insbesondere über Facebook brachte. „Es kamen aber auch einige, die lediglich ihren Hund auslasten wollten. Das möchten wir aber nicht“, erklärt sie den Unterschied zwischen Arbeit mit dem Hund und Ausbildung für die DLRG.

Maya machte den Anfang in der Wasserrettungsstaffel, die Sandra Habeck (r.) gegründet hat. Maya war lange Zeit die einzige Hündin für die Wasserortung. Auch Anja Oldenburg bildet ihren Hund als Nachfolger von Maya aus. Quelle: Robert Roeske

Sie selbst ist außerdem Einsatzleiterin und Bootsführerin mit Funkerschein, Sanitäterin und Rettungsschwimmerin. Dazu Ausbilderin für Flächen- und Wasserrettungshunde. „Ich bin gerade dran, Hundeprüferin zu werden“, beendet sie die Aufzählung ihrer Fähigkeiten. Diese Leidenschaft teilt sie mit ihrem Mann, der schon länger der DLRG in Berlin angehöre. Sie hat neben dem Ehrenamt einen Beruf, arbeitet als Mikrotechnologin in Nauen in der Produktion. „Wenn Maya nicht mehr rennen und suchen kann, dann wird sie bei der DLRG auf Rente gehen“, findet Habeck, „sie gehört ja auch zu unseren Familienhunden zuhause.“ Ihre Kira, ebenfalls ein Labrador, aber erst fünf Monate jung, soll Maya folgen.

Maya bekam kürzlich eine Nachfolgerin

Eine weitere DLRG-Hündin, der Papillion-Mix Lotte, hat kürzlich ihre Wasser-Prüfung bestanden und ist damit Oberhavels zweiter Wasserrettungshund. Getestet wurde dabei auch die Uferrand-Suche. Getroffen für das Training wird sich zweimal in der Woche immer an unterschiedlichen Gewässern der Region Berlin-Brandenburg.

DLRG-Mitglied Anja Oldenburg hat ihren fünfjährigen Bouma – ebenfalls ein Labrador – vor einem halben Jahr als Flächensuchhund prüfen lassen. Eineinhalb Jahre dauere die erste Hundeausbildung in der Regel, aber Bouma brachte etwa doppelt solange, weil es vor 2,5 Jahren bei der heute 29-jährigen Arzthelferin Familienzuwachs gab. Bouma kann nun Menschen, die sich im Wald verlaufen haben finden oder Vermisste. Später soll er auch seine Wasserrettungsprüfung ablegen.

Hennigsdorf Rettungshundestaffel gehört zut DLRG Wasserrettung, die seit 2018 über ein Schlauchboot verfügt. Quelle: Robert Roeske

Infos zur Rettungshundestaffel

Die Rettungshundestaffel bei der Ortsgruppe Hennigsdorf der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft wurde 2014 gegründet.

In Oberhavel sind die privaten Hunde der ehrenamtlichen Helfer die einzigen Personenspürnasen und Wasserorter .

Hundeführer haben mindestens eine Ausbildung als Rettungsschwimmer, bevor sie mitmachen können.

Interessierte erreichen die Rettungshundestaffel per E-Mail unter rettungshunde@ hennigsdorf.dlrg.de

Von Matthias Busse

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