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Oberkrämer 30 Jahre Mauerfall: Gesprächsrunde im „Haus der Generationen“
Lokales Oberhavel Oberkrämer 30 Jahre Mauerfall: Gesprächsrunde im „Haus der Generationen“
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06:56 31.10.2019
Gesprächsrunde zu 30 Jahren Mauerfall in Vehlefanz mit (v.l.) Hubert Gediga, Luisa Plentz, Wolfgang Krüger. Quelle: Robert Tiesler
Vehlefanz

Im Vehlefanzer „Haus der Generationen“ drehte sich am Mittwochabend alles rund um 30 Jahre Mauerfall. Aus Anlass des Jubiläums ist in einer Gesprächsrunde erörtert worden, wie die Wende aus heutiger Sicht beurteilt wird.

Zum Thema sprachen Hubert Gediga, der heute Ortsvorsteher von Vehlefanz ist, und 1989 Schulleiter im Dorf war. Wolfgang Krüger lebt heute in Bärenklau, war 1989 Chefredakteur vom West-Berliner Fernsehsender Rias-TV. Er erlebte den Mauerfall journalistisch. Luisa Plentz ist 2000 geboren worden, die Schwantenerin hat die Wende nicht erlebt, hat sich aber in den vergangenen Monaten intensiv für eine Ausstellung damit befasst.

Hubert Gediga erzählte im Gespräch mit dem Journalisten Robert Tiesler, dass 1989 vor dem Mauerfall die Kirche im Ort ein Treffpunkt für die Opposition gewesen sei, erst nach dem 9. November verlagerte sich die Diskussion über die Zukunft der DDR mehr nach draußen. Am Morgen des 10. November 1989 sei ihm erzählt worden, dass es in Kremmen am Rathaus einen großen Andrang gebe, weil dort die Stempel für den Grenzübertritt ausgegeben worden sind – woraufhin auch er vor Ort selbst nachsehen wollte.

Wolfgang Krüger moderierte am frühen Abend des 9. November 1989 auf Rias-TV. Als er schon zu Hause war, sah er die Schabowski-Pressekonferenz. Es habe eine Weile gedauert, dann sei ihm klar gewesen, dass an diesem Abend der Mauerfall verkündet worden ist. Er fuhr zurück zum Sender, es sei eine lange Nacht gewesen, am Morgen war er mit dem Rias-TV-Frühstücksfernsehen auf Sendung.

Als nach der Wende Geborene sagte Luisa Plentz, dass das Ost-West-Denken für sie heute keine Rolle spiele. Deutschland sei ein Land, aber sie merke durchaus, dass bei vielen Menschen der Unterschied durchaus noch in den Köpfen sei.

Oberkrämer stehe 30 Jahre nach der Wende gut da – darüber waren sich Hubert Gediga und Wolfgang Krüger am Ende der Veranstaltung einig. Als Vehlefanzer ergänzte Hubert Gediga, dass sich sein Dorf sehr gut entwickelt habe, wie man auch am bevorstehenden Ausbau des Edeka-Marktes merken würde.

Von MAZonline

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