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Oberkrämer Der Tüftler: Aus Weinflaschen entstehen neue Gläser
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20:31 11.07.2019
Eberhard Wiezorrek gibt leeren Weinflaschen ein neues Leben als Weinpokale, Trinkgläser, Vasen oder Eierbecher. Quelle: Matthias Busse
Schwante

Eberhard Wiezorrek werkelt gern. Und der 55-jährige Kfz-Meister ist auch jemand, der nichts sinnlos wegwirft. Aus beidem entstand in einer weihnachtlichen Tüftlerstunde das Weinflaschen-Upcycling. Für diese Aufwertung von Altglas zerschneidet Wiezorek die Flaschen in Segmente und setzt sie neu zusammen: Ihr Hals wird zum Stiel und das obere Ende des umgedrehten Flaschenbauches ein Kelch. Damit das Weinglas letztlich steht, und unten aus dem Hals nichts herausfließt, klebt der Handwerker den Flaschenboden unter den Stil. Fertig ist der Weinschwenker.

Nicht jedes Glas gelingt

Mit einem hat er gleich im vergangenen Frühjahr in der Kulturschmiede Schwante bei einem Weinabend den Preis für das schönste mitgebrachte Weinglas gewonnen – einen guten Tropfen aus Bad Kösen vom renommierten Saale-Unstrut-Gebiet. Bei seinem Hobby geht es dem Automechaniker aber nicht um Ruhm und Ehre oder Anerkennung, als er Weihnachten 2018 neue Herausforderungen suchte. Sondern er überlegte sich originelle Dinge zum Verschenken. „Ich habe öfter solche Gedankensprünge, wenn ich mal keine Lust zum Schrauben habe“, gibt er zu. „Im Winter habe ich so eine Mußestunde gehabt und mich mit dem Glasschneider versucht“ erzählt er, wie alles begann.

Eine Vase, Trinkgläser und Eierbecher (ganz links). Quelle: Matthias Busse

„Es ist gar nicht so einfach“, denn Glas sei ein harter und spröder Werkstoff. Hinzu käme bei dem von ihm gewählten Material: „Weinflaschen sind nicht aus hochwertigem Glas“, erzählt er über die Probleme mit eingeschlossenen Bläschen und unterschiedlichen Wandstärken.

„Mit Gewalt geht da gar nichts“, mahnt er, „die Hälfte der Flaschen geht dabei kaputt.“ Bis zu drei Weinpokale schaffe er in drei Stunden. Die Anzahl hänge aber wiederum vom Glas ab. „Wenn es rau wegbricht, dann habe ich nachher mehr Aufwand beim Polieren.“

Eberhard Wiezorrek gibt leeren Weinflaschen ein neues Leben: Hier funktionierte er Flaschenboden zu Eierbechern um.. Quelle: Matthias Busse

Doch die Mühe lohnt sich für ihn. „Wenn ich im Bekanntenkreis eingeladen werde, dann nehme ich das als individuelles Präsent mit. Das ist mal was anderes als ein Blumenstrauß oder eine Flasche Schnaps“, meint er. Dabei sei er selbst jemand, der Alkohol nur wenig genieße. Daher sorgen die Nachbarschaft oder auch die Weinabende in der Kulturschmiede für Altglas-Nachschub. „Ich nehme nur Weinflaschen und keine Pfandflaschen, also alles, was eigentlich weggeworfen werden würde“, zeigt er sich der Wiederverwendung verbunden. „Pappgeschirr und Plastikbesteck finde ich ganz schlimm.“

Sortiment wurde erweitert

Eberhard Wiezorrek gibt leeren Weinflaschen ein neues Leben als Weinpokale, Quelle: Matthias Busse

Besonders freue er sich, wenn ihm aus mit Prägungen verzierten Flaschen Weinschwenker gelingen. „Das sieht schön aus“, schwärmt er. Und in der Tat leuchten die unterschiedlich intensiven Braun- oder Grüntöne wunderbar, wenn das Licht von oben in die nun offenen Gläser fällt. Inzwischen hat Wiezorrek sein Sortiment auch auf Blumenvasen und Eierbecher erweitert.

Seinem Schwager baute er eine Pendelleuchte für dessen Terrasse, bei der die unten aufgesägten verschiedenfarbigen Weinflaschen als Lampenschirme an einem Kupferrohrgestell hängen.

Privat fährt er auf Simson und Awo ab

KFZ-Meister Eberhard Wiezorrek schraubt beruflich an Fahrzeugen. Als Ausgleich dazu tüftelt er in seiner Freizeit gern. Quelle: privat

Eberhard Wiezorrek trägt auch sonst das Alte im Herzen. Am liebsten schraube er beruflich an älteren Autos in seiner Werkstatt, mit der modernen Elektronik habe er es nicht so. „Das Zusammenbasteln und Pfriemeln ist für mich der Reiz“, erzählt er über eine weitere Leidenschaft – alte Motorräder aus der DDR-Zeit aufzubauen. „Bis vor einigen Wochen hatte ich eine Awo Sport von 1960“, sagt er und verrät, dass er bereits auf der Suche nach einer neuen Aufgabe ist: „Eine SR 2 von Simson oder eine Schwalbe.“

Von Matthias Busse

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