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Oberkrämer Günter Wachtel steht auf flotte Bienen
Lokales Oberhavel Oberkrämer Günter Wachtel steht auf flotte Bienen
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02:26 26.04.2018
Mit einem Rauchgemisch aus Weidenholz beruhigt Günter Wachtel die Bienen in den Stöcken. Quelle: Enrico Kugler
Marwitz

Günter Wachtel steht auf flotte Bienen. Der 73-Jährige züchtet die Insekten. 17 Völker hat er auf seinem Grundstück bei Marwitz zu stehen, acht davon gehen bald auf Reisen. Dann fährt er den mobilen Bienenstand immer dahin, wo es grünt und blüht. Los geht’s jetzt die Tage zur Rapsblüte nach Vehlefanz. Ist der Raps verblüht, ziehen die Bienen (Latein: Apiformes) wieder um, diesmal Richtung Löwenberger Land, wo noch viele Kornblumen auf Feldern blühen. „Zum Ende des Sommers nisten wir uns dann Richtung Bötzow häuslich ein. Dort gibt es für die Bienen süßen Nektar von den Linden“, sagt der Rentner. Alle 14 Tage bis drei Wochen wechselt er den Standort, damit die Bienen immer genug Nektar und Pollen sammeln können. „Das ist ja schließlich die Nahrung der Bienen. Der Imker nimmt sich nur das, was die Bienen nicht selbst auffuttern können. Würden wir immer an einem Standort bleiben, müsste ich die Bienen mit Zuckerlösungen zufüttern wie im Winter.“, sagt der Imker.

Fleißige Arbeitsbienen sitzen noch auf dieser leeren Wabe, die bald mit Nektar und Pollen gefüllt sein wird. Quelle: Enrico Kugler

Angefangen hat seine Leidenschaft schon in den 50er-Jahren. „Damals gab es eine große Kartoffelkäfer-Plage und die Bauern spritzten nicht nur die Käfer, sondern auch fast alle Bienen tot. Als ich die leeren Bienenstöcke meines Vaters sah, wollte ich die Bienenzucht wieder beleben“, erzählt Günter Wachtel. Entschlossen sprach Wachtel einen Nachbarbauern an und der schenkte ihm ein Bienenvolk. „Seitdem bin ich vom Bienenvirus infiziert“, lacht Wachtel.

Vorsicht ist geboten. Quelle: Enrico Kugler

Dabei schlägt sein Herz besonders für die spezielle Bienenrasse Carnica, die als besonders fleißig und sanftmütig gilt. Im Sommer leben in seinen 17 Bienenvölkern pro Stock bis zu 60 000 Arbeitsbienen, die nur etwa sechs Wochen alt werden. „Sie sterben so früh, weil sie sich buchstäblich kaputt gearbeitet haben“, sagt Wachtel. Die wenigen Königinnen, die im Mai geboren werden, dagegen können drei bis vier Jahre alt werden. Sie werden Anfang Mai im Flug von den Drohnen begattet. Und obwohl die männlichen Tiere größer und auf einige Leute auch bedrohlicher wirken, stechen sie nicht“, sagt Wachtel. Vorsichtig aber vor den fleißigen Arbeitsbienen. Mit ihrer geringen Lebenserwartung können sie schon mal zustechen, wenn man sie beim Sammeln von Pollen und Nektar stört.

Die Bienenstöcke haben einen gelben und blauen Anstrich, damit die Flugbienen das Einflugloch besser sehen. Quelle: MAZ

Hat ein später Frost im März, April die Blüten nicht erfrieren lassen und blüht und grünt es in der Bienen-Saison von April bis August, kann der Imker dann bis zu 50 Kilo Honig ernten. Und das ist eine schweißtreibende Angelegenheit. Denn weil der Honig aus den meisten Blüten wie von Raps, Baumblüten oder Löwenzahn aufgrund des hohen, natürlichen Traubenzuckergehalts extrem hart ist, muss der Imker die geschleuderte und gesiebte Nektarmasse rühren, rühren und nochmals rühren. „Nur so wird der Honig schön cremig“, sagt Wachtel.

Die Ausnahme bildet der Honig aus den Blüten der Akazie. Darin steckt so wenig natürlicher Traubenzucker, dass der Honig schon beim Ernten schön flüssig ist.

Imker Günther Wachtel aus Hennigsdorf. Quelle: Enrico Kugler

Was der Vorsitzende des Imkervereins Hennigsdorf sich am meisten für die bedrohten Bienenvölker wünscht: „Die Leute müssten mehr bienenfreundliche Pflanzen in den Gärten haben, also mehr Obstbäume und mehr Sommerblumen wie Margeritten, Männertreu und wilde Rosen.“

Auch bei dem Anbau der üblichen Monokulturen muss es endlich ein Umdenken geben. „Das viele Gespritze gegen Schädlinge schadet auch den Bienen. Bauern müssten vom Land unterstützt werden, um Blühstreifen an den Feldern zu pflanzen. Denn wenn die Bienen immer weniger werden und immer weniger Pflanzen bestäubt werden, ist das eine Katastrophe für Mensch und Tier.“

Von Jeannette Hix

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