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Oberkrämer Landesstraße 20: Radweg endet am Ortsausgang
Lokales Oberhavel Oberkrämer Landesstraße 20: Radweg endet am Ortsausgang
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17:05 14.05.2019
Vor dem Kreisverkehr Marwitz fehlt ein Radweg. Senioren wollen sich dafür stark machen. Quelle: Enrico Kugler
Marwitz

Wer auf dem Geh- und Radweg an der Chausseestraße in Marwitz Richtung Kreisel fährt, erlebt am Ortsausgang eine Überraschung. Völlig unvermittelt endet dort der Weg. Radler müssen auf die viel befahrene Landesstraße 20 wechseln und auch gemeinsam mit den Autos und Lkw in den Kreisverkehr. So sehen es die Regeln vor, aber Karin Herrmann aus Bötzow will das nicht hinnehmen.

Gefährliche Radfahrt vor dem Kreisverkehr in Marwitz. Quelle: Enrico Kugler

„Es gibt hier nicht mal ein Schild, dass hier der Radweg endet“, sagt sie. Bei einem Seniorenfrühstück in Bötzow 2017 ist das Thema erstmals richtig hochgekocht. Damals ging es um das richtige Verhalten im Straßenverkehr, und es kam die Frage auf, wie sich denn Radler am Marwitzer Kreisel verhalten müssen. Dass zwischen dem Ortsausgang und dem Kreisverkehr auf einer Seite kein Radweg ist, ist dort kritisiert worden. Radler, die stattdessen auf der anderen Seite entgegen der Fahrtrichtung unterwegs sind, seien schon mal von der Polizei gestoppt worden. Seitdem spricht Karin Herrmann das Thema immer wieder im Ortsbeirat, in Ausschüssen und im Gemeinderat an. Das Problem: Die Gemeinde Oberkrämer ist für die Chausseestraße, die Landesstraße 20, nicht zuständig. „Das hängt alles in der Luft“, so Karin Herrmann weiter, die auch vom Landesbetrieb nie zufriedenstellende Antworten bekommen habe.

Am Kreisverkehr in Marwitz fehlt auf einer Seite der Radweg. Quelle: Enrico Kugler

Auch Götz Lippmann, der für die SPD im Bötzower Ortsbeirat sitzt, kennt das Problem. Er hatte sich bereits an den Landtag gewandt, aber letztlich sei auch daraufhin nichts passiert, wie er berichtet. „Wir bekommen oft keine Antworten“, ergänzt Galip Cavusoglu, Bötzower Ortsbeiratsmitglied der FDP. „Ich bin der Meinung, dass sie sich nicht einsetzen“, sagt Karin Herrmann und meint damit auch die Gemeindevertreter von Oberkrämer. Sie hat schon einmal mit vielen Mitstreitern mit Erfolg um den Bau eines Radweges gekämpft – zwischen dem Marwitzer Kreisel und Hennigsdorf.

Im kommenden Jahr könnte sich aber auch in Marwitz etwas tun. „Wir müssen mit dem Landesbetrieb eine Vereinbarung abschließen“, sagte Dirk Eger, der Bauamtsleiter in Oberkrämer. Das Ziel: Der eigentlich zuständige Landesbetrieb zahlt, und Oberkrämer kümmert sich um den Bau des Radweges. 2020 könnte es so weit sein. „Derzeit werden zwei Varianten untersucht“, so Dirk Eger weiter. Da die Vorplanungen aber noch nicht abgeschlossen seien, könne er sich noch nicht konkreter dazu äußern. „Wenn es funktioniert, wäre es aber der große Wurf“, so Dirk Eger.

MAZ-Kommentar

MAZ-Reporter Robert Tiesler kommentiert die Radweg-Situation in Marwitz:

Der plötzlich endende Radweg am Marwitzer Ortsausgang ist ein weiterer Beleg dafür, dass wir in einem Auto-, aber nicht in einem Fahrradland leben. Während Autos komfortabel in Richtung Kreisel rollen, müssen sich die Radler am endenden Radweg in Gefahr begeben. Es gibt weder ein Schild, noch die offizielle Möglichkeit, die andere Straßenseite zu nutzen. Aber dass Fußgänger und Radler den Verkehrsplanern oft ziemlich schnuppe sind, sieht man auch an den vergeblichen Bemühungen, in Vehlefanz und Bötzow Mittelinseln auf den Landesstraßen zu bekommen.

Von Robert Tiesler

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