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Oberkrämer Ein Hauch von Ostern bei „Bollhagens“
Lokales Oberhavel Oberkrämer Ein Hauch von Ostern bei „Bollhagens“
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21:39 05.01.2020
Theresa Kuhl aus Bötzow bemalt schon mal ein Osterei. Quelle: Jeannette Hix
Marwitz

Weihnachten ist gerade vorbei, da denken einige Leute schon vorausschauend an Ostern. Beim Tag der offenen Tür in den Hedwig-Bollhagen-Werkstätten für Keramik in Marwitz bemalte Theresa Kuhl (24) aus Bötzow schon mal ein Osterei. „Wenn es gut wird, werde ich es verschenken“, sagt die Kauffrau für Büromanagement.

Fabian Greitemann kam extra aus Berlin, um Bollhagens Geschirr zu kaufen. Quelle: Jeannette Hix

Über 100 Besucher waren in die Keramikwerkstätten gekommen. Einige nutzten die Gelegenheit zur Führung durch Hedwig Bollhagens ehemaliges Reich, in dem heute noch produziert wird, andere griffen selbst zum Pinsel wie Thersa Kuhl oder gingen einfach nur einkaufen wie Fabian Greitemann aus Berlin. Sein Körbchen ist gefüllt mit Tassen, zwei Butterringen, einer Schale und zwei Krügen. „Ich bin ein Fan von handgemachter Keramik. Sie ist so individuell und nicht so seelenlos wie Industrieware“, sagt der junge Mann, der unter anderem auch Keramik aus der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM) zu Hause im Schrank zu stehen hat.

Gabriele Rücker aus Marwitz machte beim Workshop mit. Quelle: Jeannette Hix

Im Schrank hatte auch Gabriele Rücker aus Marwitz die beliebte Bollhagen-Keramik, ein Teil davon sogar selbst bei Workshops wie dem am Wochenende bemalt. „Eines Tages ist im Schrank plötzlich die Trennglasscheibe heruntergefallen und hat alles Geschirr zerbrochen. Jetzt bin ich hier, um mir neues Geschirr herzustellen“, sagt die Laborantin.

Martina Rochner und ihre Töchter Caroline (l.) und Kira kamen von Germendorf mal schnell nach Marwitz, um Keramik zu bemalen. Quelle: Jeannette Hix

Die zu bemalenden Rohlinge kosten die Hobby-Keramik-Bemaler je nach Größe 5 bis 25 Euro. Ist das Geschirr gebrannt, kann man es abholen.

Keramiker Björn Schremmer erklärt Besuchern in seinen Führungen, wie der Produktionsprozess vonstatten geht. „Zuerst erzähle ich immer über das Leben von Hedwig Bollhagen“, sagt Björn Schremmer.

So wissen nur wenige Besucher, dass die 1907 in Hannover geborene Hedwig Bollhagen (starb 2001 in Marwitz) im Laufe ihres Schaffens über 600 verschiedene Formen und 300 verschiedene Dekors kreiert haben soll. Das sogenannte Fadenkaro soll eines ihrer ersten Dekore gewesen sein.

Über 600 Formen und 300 Dekors hat Hedwig Bollhagen einst kreiert

Schon als Kind habe sie keramisches Puppengeschirr gesammelt und soll nach ihrer Töpferlehre aufgrund der Weltwirtschaftskrise zwischendurch auch mal als Garderobiere, Mal- und Verkaufsmädchen gearbeitet haben. „Erst 1934 konnte sie ihren Traum verwirklichen und in Marwitz die neuen HB-Werkstätten für Keramik gründen“, sagt Björn Schremmer.

Und er erklärt: „Wir haben zuerst eine Tonmasse, die mit Wasser vermengt wird und in Formen gefüllt wird. Dann stürzen wir diese Formen und heraus kommt ein lederartiger Rohling, der dann weiter verarbeitet wird.“

Der nächste Tag der offenen Werkstätten ist am 26. 1. 2020

Nachdem die Keramiker alle Ton-Unebenheiten vorsichtig abgeschabt haben, sind zwei verschiedene Techniken möglich, um die Keramik zu bemalen und zu gestalten. So wird bei der sogenannten Fayence-Technik mit einem feinen Pinsel auf die bereits aufgebrachte, weiße Glasur gemalt (Aufglasurmalerei). Glasiert wird nach dem ersten Brand. „Es erfordert handwerkliches Geschick und akkurates, sauberes Arbeiten, zum Beispiel beim Dekor alias Fadenkaro, diese dünnen, feinen Linien so hinzubekommen“, sagt Björn Schremmer.

Die andere Maltechnik wird im Majolika-Stil angewandt, bei dem der Rohling vor dem Glasieren bemalt oder mit einem feinen Arbeitsgerät geritzt wird. Erst dann wird glasiert und gebrannt“, sagt Björn Schremmer. Am besten zum Ritzen eignen sich laut des Experten handgefertigte Ritzeisen, die sich die Keramiker selbst nach Muster anfertigen.

Bei 1080 Grad werden die Rohlinge gebrannt

Damit Farbe und Muster sich gut mit dem Ton verbinden, werden die Rohlinge bei 1080 Grad gebrannt. „Etwa sieben Stunden wird dafür der Ofen mit den Produkten langsam hochgeheizt, um die Keramik vorsichtig zu brennen. Dann müssen die Rohlinge noch 48 Stunden abkühlen. Erst dann entwickeln die Farben ihre Leuchtkraft und die Glasur ihren Glanz“, sagt Björn Schremmer. Der nächste „Tag der offenen Werkstatt“ ist am 26. Januar von 10 bis 18 Uhr.

Von Jeannette Hix

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