Noch mehr Spenden: 3737 Euro für den kleinen Johannes aus Marwitz
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Oberkrämer Noch mehr Spenden: 3737 Euro für den kleinen Johannes
Lokales Oberhavel Oberkrämer Noch mehr Spenden: 3737 Euro für den kleinen Johannes
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15:04 28.11.2019
Der Spendenscheck ist am Donnerstagvormittag in der Hennigsdorfer Drogerie-Filiale übergeben worden. Quelle: Robert Tiesler
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Hennigsdorf/Marwitz

Johannes ist schon wieder recht fit. Interessiert und aufgeweckt verfolgt der dreijährige Marwitzer das Geschehen in der Hennigsdorfer dm-Finale. Vor gut einem Jahr ist bei dem Jungen ein Gehirntumor entdeckt worden. Inzwischen har er die Protonenstrahlentherapie hinter sich gebracht und ist auf dem Weg, ganz gesund zu werden. Und am Donnerstagvormittag drehte sich in dem Drogeriemarkt im „Ziel“-Center für ein paar Minuten alles um ihn.

In den Märkten in Hennigsdorf, Oranienburg, Hohen Neuendorf und Neuruppin sind in den vergangenen zwei Monaten 3736,72 Euro gesammelt worden. „Wir haben Spendendosen aufgestellt“, erzählt Thomas Kempf, der die Aktion in den dm-Filialen initiiert hatte. Aber auch die Mitarbeiter halfen mit. In Neuruppin und Hennigsdorf fanden Kuchenbasare statt. „Wir hatten hier 40 Kuchen“, erzählt Judith Hermann, die Leiterin der Hennigsdorfer dm-Filiale. „Die haben alle die Mitarbeiter gebacken.“ Dafür haben sie den Feiertag, den Reformationstag genutzt. Am 1. November sind die Kuchen dann in der Filiale verkauft worden.

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Johannes ist schon wieder gut drauf. Mutter Vivien Zeiske ist glücklich. Quelle: Robert Tiesler

Der symbolische Spendenscheck ist am Donnerstagvormittag an Johannes und seine Mutter Vivien Zeiske übergeben worden. Die Familie benötigt das Geld. „Ansonsten hätten wir wohl einen Kredit aufnehmen müssen“, sagt Vivien Zeiske. Die Krankenkassen bezahlen nur das Minimum. Für sie war aber erstens klar, dass sie Johannes nicht allein zur Strahlenbehandlung nach Essen schicken würden. Durch die Kinderkrebsstiftung hätten sie dort auch ein kleines Zimmer mit vier Betten für 20 Euro gestellt bekommen. „Aber für sechs Wochen, und wenn Johannes die Therapie macht, soll er sich ja auch wohlfühlen.“ Dazu kommt das Baby, das nachts schreit. Deshalb wollten sie sich in der Zeit eine Ferienwohnung nehmen, die durch viele Spenden finanziert werden konnte.

Judith Hermann von dm in Hennigsdorf mit dem Spendenscheck. Quelle: Robert Tiesler

Thomas Kempf lebt in Marwitz in derselben Siedlung wie Familie Zeiske. Aufmerksam geworden auf das Schicksal des kleinen Johannes, der am 5. Dezember 2018 in der Marwitzer Kita einfach umgefallen war, ist er durch Berichte im Internet. Nachdem die ersten Aktionen angelaufen waren, beschloss er, sich zu beteiligen. „Wir holten dann alle mit ins Boot“, erzählt er. „Wir haben gesagt, dass wir uns am Ende über 1000 Euro freuen. Wir hätten nie gedacht, dass wir eine so hohe Summe erreichen würden.“

Kuchenaktion bei dm in Neuruppin. Quelle: dm

Unterdessen geht es Johannes wieder gut. „Wir haben jetzt alles getan, was wir tun konnten“, sagt Vivien Zeiske. Sechs Wochen nach der Strahlentherapie darf Johannes ins MRT. Wenn die Ergebnisse gut sind, dann folgt Anfang Dezember noch eine OP, bei der ihm der Katheter aus der Brust genommen wird. Danach könnte Johannes wieder die Marwitzer Kita besuchen, und darauf freut er sich schon. „da ist der Ben“, sagt er. Sein bester Freund.

Von Robert Tiesler