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Oberkrämer Oberkrämer kämpft weiter für eine eigene weiterführende Schule
Lokales Oberhavel Oberkrämer Oberkrämer kämpft weiter für eine eigene weiterführende Schule
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18:47 21.06.2018
Schülerinnen und Schüler aus Bötzow machen deutlich, worum es in der Diskussion geht.
Schülerinnen und Schüler aus Bötzow machen deutlich, worum es in der Diskussion geht. Quelle: foto: Enrico Kugler
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Eichstädt

„Oberschule für Oberkrämer“ – von dieser Forderung wird die Gemeinde nicht abrücken. Das haben Bürgermeister Peter Leys (BfO) und die Bötzower Mutter Mandy Krenz im Gespräch mit der MAZ noch einmal unmissverständlich deutlich gemacht. Die Kreisverwaltung sieht das anders und führt zur Begründung die Schülerzahlentwicklung ins Feld. Danach, so die Argumentation, könnten die Schüler aus Oberkrämer auch weiterhin in benachbarten Schulen unterkommen.

Zuzug total vernachlässigt

Für Peter Leys hat die Sache jedoch einen entscheidenden Haken. „In dieser Statistik ist null Zuzug berücksichtigt“ sagt der Verwaltungschef. Wenn man in die Zukunft plane, sei es doch wohl selbstverständlich, die Entwicklung in den Städten und Gemeinden mit ins Kalkül zu ziehen. Egal, ob es sich dabei um Oberkrämer oder um Velten oder Hennigsdorf handele. Im übrigen glaube er nicht, so der Bürgermeister, dass Velten und Hennigsdorf auf Dauer den Bedarf an Schulplätzen aus Oberkrämer decken können. Schließlich gebe es auch in diesen Kommunen reichlich Zuzug.

Mandy Krenz, Mutter aus Bötzow, und der Bürgermeister von Oberkrämer, Peter Leys (BfO), haben die Entwicklung der Schülerzahlen, die der Kreis veröffentlich hat, ganz genau studiert. Quelle: Bert Wittke

Was Oberkrämer betrifft, machte Peter Leys auf ein großes Wohngebiet in Marwitz aufmerksam. Dort gebe es 90 Baugrundstücke, die allesamt bereits verkauft seien. Auf der Hälfte der Parzellen werde auch schon gebaut. In einem weiteren Wohngebiet würden 35 neue Häuser entstehen. Die Zuzügler, die dort sesshaft werden möchten, seien in der Mahrzahl Familien mit Kinder. Alles potenzielle Schüler für eine eigene Oberschule. Noch nicht berücksichtigt seien dabei die zahlreichen Baulücken in der Gemeinde, für die in den vergangenen zwölf Monaten ebenfalls Baugenehmigungen erteilt wurden.

Immer mehr Kita- und Hortkinder

Nach Auskunft des Bürgermeisters habe die Gemeinde gerade erst ihre Kitabedarfsplanung geprüft und überarbeitet.Dabei sei deutlich geworden, dass es eine Flut von Anmeldungen für den Kita- und Hortbereich gibt, der die Gemeinde zum Handeln zwinge. In Bötzow seien gerade erst 40 neue Hortplätze geschaffen worden, die im kommenden Schuljahr durch die Reihe weg besetzt seien. Ähnlich eng gehe es im Kita-Bereich zu. Es sei davon auszugehen, dass gerade geschaffene 20 Reserveplätze in Vehlefanz zum Zeitpunkt des Beginns des neuen Schuljahres ebenfalls belegt sein werden.

Weil der Kreis die aus den Zuzügen resultierenden Entwicklungsperspektiven bei den Kinderzahlen nicht berücksichtigt, hält Oberkrämers Bürgermeister die Schulplanung des Kreises für nicht realistisch, ja für Augenwischerei.

Keine Gefahr für Kremmen

Und noch etwas missfällt Peter Leys in der Debatte um eine weiterführende Schule für seine Gemeinde: Dass in seinen Augen versucht werde, Oberkrämer und Kremmen gegeneinander auszuspielen. So hatte Sozialdezernent Mattias Kahl während der Gesprächsrunde kürzlich in der Marwitzer Turnhalle davor gewarnt, dass mit einer neuen Schule in Oberkrämer die Goethe-Oberschule in Kremmen geschwächt werden könnte. Es sei, so Peter Leys, die Rede davon gewesen, dass mindestens 50 Prozent der Schüler in Kremmen aus Oberkrämer kommen würden. „Es sind nicht mal ein Viertel“, so der Bürgermeister.

Schüler wohnortnah beschulen

Und nicht zu vergessen, die Tatsache, dass man bemüht sei, die Länge der Schulwege in einem erträglichen Rahmen zu halten. Er habe es selbst überprüft: Ein Kind aus Bötzow-Dorf brauche mit den Öffentlichen Personennahverkehr zur Schule nach Kremmen für eine Tour eine Stunde und 23 Minuten. „Wir können den Kids doch nicht derart viel an Lebenszeit stehlen“, ist der Bürgermeister überzeugt. Schüler wohnortnah zu beschulen, das sollte das Ziel sein.

Fragen an den Kreistag

Sowohl Peter Leys als auch Mandy Krenz hoffen nun auf Schützenhilfe im Kreistag, vor allem natürlich von den Vertretern aus der Gemeinde Oberkrämer. „Ich habe eine Reihe von Fragen an den Kreistag formuliert und hoffe, dass mir diese in der nächsten Sitzung am 4. Juli beantwortet werden“ sagt Mandy Krenz.

Von Bert Wittke