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Oberkrämer Schlosspark-Weg: Hunderte Unterschriften gesammelt
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00:24 06.06.2019
Schlosspark Schwante, Protest gegen mögliche Schließung Quelle: Robert Tiesler
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Schwante

Den Bewohnern von Schwante scheint die öffentliche Begehbarkeit des Weges durch den Schlosspark ein echtes Anliegen zu sein. Bis Montagmittag sind bereits 400 Unterschriften dafür gesammelt worden – und das innerhalb eines Tages.

Nachdem am Freitag die Nachricht vom möglichen Schlossverkauf öffentlich geworden ist, regte sich in Schwante großer Protest. Hintergrund: Der jetzige Besitzer Christian Schulz ist offenbar in Zahlungsschwierigkeiten, will das Schloss Schwante verkaufen. Es gibt auch eine Person, die es kaufen will, diese stellt aber die Bedingung, aus dem Grundbuch zu streichen, dass die Öffentlichkeit den Weg durch den Park nutzen kann.

Wegweiser am Mühlenweg in Schwante. Die ganze rechte Seite wäre hinfällig, wenn der Schlossparkweg nicht mehr nutzbar wäre. Quelle: Robert Tiesler

Am Montagabend um 19 Uhr tagt dazu die Oberkrämer-Gemeindevertretung in Eichstädt, allerdings nichtöffentlich. Dort soll darüber diskutiert und entschieden werden. Votieren die Gemeindevertreter für ein Nein, dann droht dem Schloss die Insolvenz. Ob das bedeute, dass der Grundbucheintrag sowieso wegfalle, ist noch ungeklärt. Dem Schloss droht jedoch ein jahrelanger Stillstand.

„Das bewegt die Gemüter in Schwante“, sagt auch Karl-Dietmar Plentz. Er sitzt für die Bürger in Oberkrämer im Schwantener Ortsbeirat. „Wir haben selten so viel recherchiert und mit so vielen Leuten gesprochen.“ Es gebe Gespräche mit allen Beteiligten, sagte er am Montagvormittag. „Es geht darum, eine gute Entscheidung zu treffen.“ Chancen und Risiken müssten abgewogen werden. Dass das Thema zu Diskussionen führe, zeige, dass den Bürgern es nicht egal sei, was da passiere. „Aber es braucht Augenmaß.“ Er wirbt dafür, Transparenz zu schaffen.

Unklar aber ist, wieso das Thema erst durch Schwantener Bürger und durch die Presse hochkochen musste. Noch am Freitag wollte Ortsvorsteher Dirk Jöhling (BfO) das Thema nicht kommentieren. Am Montag sagte er, dass er inzwischen auch mit vielen Leuten gesprochen habe.

Karl-Dietmar Plentz ergänzte, dass ein Grundstücksverkauf zwar nicht öffentlich zu verhandeln sei, „Aber hier sind andere Bedingungen, weil es auch die Öffentlichkeit betrifft.“ Er wünsche Christian Schulz, dass die Insolvent abgewendet werden könne. Der Person, die kaufen will, wünscht er ein Konzept, dass für sie funktioniere. „Aber auch, dass der Spaziergang weiter möglich ist. Es könnte sein, dass es da Kompromisse geben wird.“ Die Suche nach dem Kompromiss sei ein Königsweg. Der Zeitdruck sei jedoch schwierig.

Schloss Schwante. Quelle: Robert Tiesler

Ortsvorsteher Dirk Jöhling wünscht sich vor allem der Erhalt des Schlosses. „Ein Leerstand wäre nicht gut.“

Seit Sonntag werden in Schwante, Vehlefanz und Amalienfelde Unterschriften gesammelt. In den Apotheken, in den Kitas, in verschiedenen Läden – überall liegen Listen aus. Am Mühlenweg steht am Beginn des Schlossweges ein großes Schild, das auf das Thema hinweist.

„Die Zahl der Unterschriften ist ordentlich“, sagte Katharina Straub aus Schwante. Bei ihr lag die Liste auch aus. „Wir laufen viermal am Tag durch den Park. Das ist unser Weg zur Kita und zurück.“ Ihr Sohn ist vier und beginnt, Rad zu fahren. Katharina Straub möchte nicht, dass er auf dem Mühlenweg fährt. „Und wir spielen gern im Schlosspark. Ich erwarte, dass die Gemeindevertreter das Interesse der Gemeinde vertreten, dass sie im Hinterkopf haben, was im Wohl der Gemeinde ist.“

Bevor die nichtöffentliche Sitzung beginnt, sollen die Unterschriften in Eichstädt übergeben werden.

MAZ-Kommentar

MAZ-Reporter Robert Tiesler kommentiert die Situation rund um das Schloss Schwante.

Es geht um Transparenz. Reden, was Sache ist. Daran hapert es in Oberkrämer. Einmal mehr. Es mussten erst wieder Gerüchte hochkochen, es musste erst wieder die Volksseele kochen, bis irgendwer endlich mal damit rausgerückt ist, was in Schwante eigentlich Sache ist. Am liebsten hätten sich viele Abgeordnete hinter der nichtöffentlichen Gemeindevertretersitzung versteckt und gar nichts gesagt.

So funktioniert es aber nicht. Nur wer mit offenen Karten spielt, der verhindert, dass Hassmails und anonyme Schreiben im Umlauf sind. Nur wer wirklich transparent agiert, verhindert, dass sich Gerüchte verbreiten, die nicht immer stimmen müssen, aber für Stimmung sorgen.

Dass die Gemeindevertreter komplett nichtöffentlich tagen, ist unglücklich. Eine öffentliche Bürgerfragestunde zu Beginn hätte doch möglich sein müssen, wenn es gewollt gewesen hätte. Was Öffentlichkeitsarbeit angeht, muss die Verwaltung unter der Leitung der „Bürger für Oberkrämer“ noch einiges lernen. Schweigen ist schädlich.

Dass so ein Grundstücksverkauf schwierig ist und auch Diskretion verlangt, ist klar. Aber allen Beteiligten sollte auch klar sein, dass Schloss und Schlosspark in Schwante nicht irgendein Ort sind.

Von Robert Tiesler

Unruhe in Schwante. Die Nachricht, dass durch den Verkauf des Schlosses der Weg durch den Schlosspark für die Öffentlichkeit geschlossen werden soll, sorgt für Diskussionen. Nun gibt es eine Unterschriftenliste.

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