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Oberkrämer Schlossweg: Investorin bei Protest-Picknick mit Anwohnern im Gespräch
Lokales Oberhavel Oberkrämer Schlossweg: Investorin bei Protest-Picknick mit Anwohnern im Gespräch
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00:24 11.06.2019
Picknick am Schloss Schwante. Quelle: Robert Tiesler
Schwante

Etwa 80 Leute nahmen am Pfingstmontagnachmittag an einem Protest-Picknick im Schwantener Schlosspark teil. Die SPD Oberkrämer hatte dazu aufgerufen. „Weil wir nicht zufrieden sind, wie das gelaufen war“, sagte Uta Hoffmann, die für die SPD auch im Ortsbeirat sitzt. Hintergrund ist der mögliche Verkauf des Schlosses Schwante an eine private Investorin. Sie möchte, dass der Weg durch den Park nicht mehr öffentlich genutzt werden kann.

Es habe ihr und weiteren Gemeindevertretern nicht gefallen, dass die Sitzung des Gemeinderates am 3. Juni nicht öffentlich war, sagte Uta Hoffmann. So sei die Idee für das Protest-Picknick gekommen. „Man könnte das hier jetzt zivilen Ungehorsam nennen.“

Die Menschen brachten sich Decken mit, es gab viele Getränke, auch Speisen. Zudem kamen die Teilnehmer miteinander ins Gespräch.

Dieser Weg am Schloss vorbei ist öffentlich. Quelle: Robert Tiesler

Darunter war auch die Person, um die es eigentlich geht. Die mögliche Investorin hatte sich unter die Leute gemischt. Sie möchte vorerst noch nicht ihren Namen in der Presse sehen. „Wir wohnen jetzt auch in einem kleinen Dorf, und wir wissen, was eine Dorfgemeinschaft ist“, sagte sie im Gespräch mit der MAZ. „Die Leute hier haben ein berechtigtes Anliegen, für das wir Verständnis haben“, sagte die Frau.

Im weiteren Verlauf kamen auch Anja Rettschlag, die die Unterschriftensammlung für das Offenhalten des Parks mitinitiiert hatte, und Martin Baum von der Bürgerinitiative, in die Runde dazu. „Kannten Sie die Örtlichkeit?“, wollte Anja Rettschlag wissen. Die mögliche Käuferin des Schlosses, die mit ihrer Familie dort gern einziehen möchte, sagte, dass sie von den Ausbauplänen für den Mühlenweg wusste. Sie gehe davon aus, dass sich die Geh- und Radwegsituation dort bald bessere. Tatsächlich soll der Umbau wohl 2020 erfolgen. Der Mühlenweg könne als „Umgehung“ dienen.

Das Tor zum Schlosspark. Quelle: Robert Tiesler

Anja Rettschlag sagte der Investorin, dass die Gemeinde Oberkrämer das Wegerecht durch den Park nicht aufgeben dürfe. „Wir kriegen das nie wieder.“ Die Investorin sagte dazu, dass sie ein großes Interesse habe, gemeinsam und friedlich mit den anderen Bewohnern im Ort zu leben. In Sachen ihrer Privatsphäre müsse es einen Mittelweg geben. Sie betonte, dass sie nichts gegen die Schwantener habe und auch nichts gegen die laufenden Aktionen. Sie freue sich auf eine gute Nachbarschaft. Zudem habe die Kulturschaffende Pläne für Schwante. So solle ein Zentrum für Künstler geschaffen werden, auch eine Skulpturenausstellung plane sie. „Ich bin guter Dinge, dass das positiv wird.“

Am Mittwoch findet in der Gemeindeverwaltung in Eichstädt ein Gespräch statt. Daran nehmen die Investorin, die Fraktionsvorsitzenden der noch amtierenden Gemeindevertretung und Vertreter der Verwaltung teil. „Ich habe mir nichts zurecht gelegt“, sagte die Investorin am Pfingstmontag.“

Schloss Schwante. Quelle: Robert Tiesler

Uta Hoffmann (SPD) sagte: „Der Weg ist der Weg.“ Sie hofft auf einen Kompromiss, könne ihn derzeit aber noch nicht erkennen. „Ich bin auch selber noch am überlegen. Wir erwarten am Mittwoch Informationen darüber, was sie als Kompromiss sieht.“ Hinsichtlich des Schlossparks sagte sie: „Von so was trennt man sich nicht gerne.

Patrick Zechel wird für die Linken am Gespräch teilnehmen. „Ich bin dafür, dass der Weg in der bekannten Form offen bleibt.“ Der Park müsse für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben.

Michael Brauße aus Schwante nahm ebenfalls am Protest-Picknick teil. „Das liegt uns sehr am Herzen“, sagte er. „Wir nutzen jede Möglichkeit, unseren Protest zu bekunden.“ Das Schloss habe in den vergangenen Jahren eine sehr gute Entwicklung genommen. Der öffentliche Zugang zum Park müsse weiterhin möglich sein.

Linke mit neuem Vorstoß

Einen ganz anderen Vorstoß wagen unterdessen die Linken in Oberkrämer. Sie präsentierten am Pfingstmontag per Pressemitteilung auf Facebook einen weiteren Interessenten für das Schloss Schwante. Es soll sich dabei um einen Opernsänger handeln, teilte Sebastian Wolf, der Vorsitzende der Linken in Oberkrämer, mit. „Er stellte seine Idee zum Schloss vor mit dem klaren Bekenntnis zum hohen Wert des öffentlichen Zugangs zum Schlosspark“, sagte er. „Auch würde er im Falle des Erwerbs ein gastronomisches und kulturelles Angebot bieten wollen, um für die Schwantener weiterhin ihre wichtigste touristische Kulturstätte zu erhalten.

Sebastian Wolf betont: „Oberkrämers Einwohner wollen ihren Park erhalten, und es gibt mindestens einen ernsthaften Interessenten. Ein Ausverkauf von öffentlichen Zugängen ist nicht notwendig, nicht gewollt!“

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