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Oberkrämer Schock auf Autohof: Bombendrohung per Telefon
Lokales Oberhavel Oberkrämer Schock auf Autohof: Bombendrohung per Telefon
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16:32 03.07.2018
Bombendrohung auf dem Autohof in Vehlefanz: Tankstellenpächter Steven Hanke und sein Team waren lange geschockt. Quelle: Sebastian Morgner
Vehlefanz

Es ist 8.39 Uhr. An diesem Dienstag. Drei Fernfahrer sitzen in der Total-Tankstelle auf dem Autohof in Oberkrämer und trinken gemütlich ihren Kaffee. Sie plaudern über den Verkehr. Die Musik schallt laut aus den Lautsprechern. An der Kasse bestellt sich ein anderer Mann ein Hackepeter-Brötchen und bezahlt noch schnell die Tankrechnung. Alles normal – könnte man annehmen.

Doch noch vor einigen Minuten lief ein Spürhund der Polizei durch die Tankstelle. Auf der Suche nach einer möglichen Bombe. Das Gebäude und der Autohof sind weiträumig abgesperrt. Nichts geht mehr auf der A10 zwischen dem Kreuz Oranienburg und dem Dreieck Havelland. Minutenlanges Bangen. Kurz vor 6 Uhr hatte sich eine bislang unbekannte Person beim Autohof Oberkrämer an der A10 gemeldet und damit gedroht, dort um 8 Uhr eine Bombe hochgehen zu lassen. „Ein Mann mit sächsisch-hessischem Dialekt drohte meiner Mitarbeiterin, die gerade die Nachtschicht beenden wollte“, erklärt Steven Hanke. Der 40-Jährige ist seit 2012 der Pächter der Tankstelle und hatte im Vorfeld schon einiges durchgemacht. „Wir wurden schon oft überfallen. Doch eine Bombendrohung gab es bislang noch nicht“, so Hanke, der sofort nach dem Telefonat informiert wurde. „Natürlich habe ich erst einmal die Leute evakuiert. Die Gesundheit und Sicherheit meiner Mitarbeiter ist Priorität Nummer eins.“

Doch nervös wurde Steven Hanke nicht. „Wir haben hier keine Feinde“, sagt er. „Es gibt keine Auffälligkeiten.“ Im ersten Moment habe er an die morgige feierliche Eröffnung der Baustelle A10/A24 gedacht. „Die Bombendrohung galt pauschal dem Autohof. Deshalb war ich relativ gelassen.“ Die abschließende Suche, bei der auch der Suchhund zum Einsatz kam, erbrachte keinen Fund von Sprengmitteln. „Gegen 8.10 Uhr wurde die Sperrung von Autobahn und Raststätte wieder aufgehoben“, berichtet Hanke.

Ausnahmezusand am Rasthof Oberkrämer an der A10 am Dienstagmorgen. Quelle: Sebastian Morgner

„Der Verdacht hat sich nicht bestätigt, der Verkehr läuft wieder normal“, vermeldete auch Ariane Feierbach, Pressesprecherin der Polizei gegen 8.30 Uhr. Erst am Montag war in der Raststätte Stolper Heide (A111, 15 km Entfernung) eine Bombendrohung eingegangen. Die Suche nach dortigen Sprengmitteln verlief ebenfalls ergebnislos. In beiden Fällen habe man noch keine nennenswerten Hinweise, „die Ermittlungen stehen aber auch erst ganz am Anfang“, so Ariane Feierbach. Ob Zusammenhänge zwischen beiden Fällen bestehen, werde geprüft. Grund und Ursache für die Bombendrohung(en) könnten verschiedenster Natur sein, einen Anhaltspunkt gebe es jedoch noch nicht. Auch Steven Hanke überlegt, wer so etwas machen könnte. „Vielleicht ist das ein Gegner des Autobahn-Ausbaus“, sagt er. „Vielleicht jemand, der im Streit liegt wegen irgendwelcher Grundstücke.“

Derweil geht der Tagesbetrieb in der Tankstelle weiter. Immer wieder kommen Kunden und bestellen, meist Kaffee und Brötchen. Die Mitarbeiter gehen professionell mit der Situation um. Auch wenn die Angst noch immer da ist.

Von Sebastian Morgner

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