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Oberkrämer Zwei Mimen wollen auf die große Bühne
Lokales Oberhavel Oberkrämer Zwei Mimen wollen auf die große Bühne
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00:21 31.12.2018
Im Film „Havana Club“ spielen Willi Geitmann (li.) und Rupert Knöll aus Schwante mit. Quelle: Jeannette Hix
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Schwante

Einige powern sich im Fitnesscenter aus, andere springen an Gummiseilen von Brücken, um ein Kribbeln zu spüren. Willi Geitmann (16) und Rupert Knöll (17) aus Schwante gehen auf die Bühne, um sich dort auszupowern und dank Lampenfieber ein Kribbeln zu spüren. Die zwei Schwantener spielen im Musik- und Theaterverein Oberkrämer Am Wasserturm in Schwante und gewannen jetzt sogar den 1. Oskä, der ihnen und dem Theater-Team um Jochen Wermann jetzt von den Oberkrämern verliehen wurde. In dem Kurzfilm „Havana Club“ geht es um Alkohol und Intrigen – im Schloss Schwante wurde der Film kürzlich gezeigt (MAZ berichtete). Und vielleicht ist ja die Oskä-Verleihung schon der erste Schritt Richtung Hollywood, wo bei Hollywood-Glamour und viel Tamtam der richtige Oscar verliehen wird – wer weiß das schon.

Auf der Bühne können sie sich auspowern

„Auf der Bühne kann ich mich total auspowern. Es macht einfach nur Spaß“, sagt Willi Geitmann, der auf das Hedwig-Bollhagen-Gymnasium in Velten geht. Und Rupert Knöll ergänzt: „Auf der Bühne fällt jeder Stress von mir ab. Ich lebe in diesem Moment einfach nur die Rolle. Es ist ein tolles Gefühl.“

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Willi und Rupert spielen die Hauptrollen im Film „Havana Club“ und sind dort tief verhasste Feinde. Doch im wahren Leben sind die zwei gut befreundet. Und na klar – beide wollen mal später auf die großen Bretter, die die Welt bedeuten. Schon als Stippis haben die zwei ihr Herz für Schauspielern entdeckt.

Schon als Kind haben sie Geschichten nachgespielt

„Ich hab’ mir schon als Kind Geschichten ausgedacht, die ich mit meinem Puppentheater nachgespielt habe“, sagt Rupert Knöll, dessen Eltern damals keinen Fernseher wollten. Seinen Eltern und Großeltern und seinem kleinen Bruder hatte er dann die Geschichten vorgespielt und manchmal sogar „Eintrittsgeld“ genommen, dass er fleißig sparte. Eine Geschichte zum Beispiel handelte von Kasper, deren Großmutter von Teufel und Räuber entführt wurde. Alles nahm natürlich ein gutes Ende, denn Clever-Kasper tat sich mit der Polizei zusammen. Auch in der Schule machte Rupert schon beim Theaterunterricht mit (geht jetzt aufs Oranienburger Runge-Gymnasium).

Der Musik- und Theaterverein Oberkrämer plant weitere Projekte

Willi Geitmann wurde von seiner Mutter Doritt inspiriert, die auch im Musik- und Theaterverein Oberkrämer mitspielt. Er ist etwa sechs Jahre alt, als er sich mit der Kamera selbst aufnimmt und die verschiedenen Charaktere zum Beispiel aus dem deutschen Kinderfilm „Die wilden Kerle“ nachspielt. „An meinem 10. Geburtstag habe ich mir eine Geschichte ausgedacht, die meine eingeladenen Freunde und ich eifrig nachgespielt haben“, erinnert sich Willi Geitmann. „Es ging um einen Mörder, der natürlich an diesem Abend auch Leute umgebracht hatte. Und wir mussten diesen Mörder fassen. Das war ein Spaß – besonders, weil meine Freunde über Nacht bleiben durften. Es war ja schließlich auch eine Übernachtungsparty.“

Auch Schauspielunterricht soll es nächstes Jahr wieder geben

Willi Geitmann spielt seit 3,5 Jahre mit im Musik- und Theaterverein Oberkrämer, der übrigens nächstes Jahr wieder Schauspielkurse anbietet. Auch für das Keaboard (hat sich Willi selbst beigebracht) und für das Schlagzeug schlägt sein Herz (Letzteres finden seine Eltern aber nicht ganz so toll). „Ich übe aber nicht täglich“, gesteht der 16-Jährige, der dafür aber viel Krafttraining und Co. macht.

Ruperts Ding ist der Sport da eher nicht. „Ich bin da eher der Musikmensch“, sagt der 17-Jährige, der nach eigenen Angaben täglich eine halbe Stunde Klavier spielt und immer mittwochs den E-Bass. Denn da spielt Rupert in der Band „Achiever“. Immer an diesem Tag übt die Musik-Schul-Jazzband im Stadtclubhaus Hennigsdorf von 19 bis 20 Uhr.

Bei Keksen und heißer Schokolade werden Texte gelernt

Demnächst heißt es für die zwei Jung-Schauspieler aber wieder Texte lernen. Denn der Musik- und Theaterverein plant bereits neue Projekte wie den Film „Ausflug in die handyfreie Zone“, in dem es um die „Handysucht“ geht und um Kinder, deren Eltern das Handy weggenommen hatten. Willi und Rupert spielen auch in diesem Film wieder die Hauptrollen und sind zwei Agenten. Und während Willi Geitmann am liebsten bei einer heißen Schokolade und Keksen die Texte paukt, fliegen sie Rupert Knöll nur so zu. „Ich kann mir einfach nur gut was merken“, sagt der 17-Jährige bescheiden.

Von Jeannette Hix