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Oranienburg Bierflasche auf den Kopf geschlagen
Lokales Oberhavel Oranienburg Bierflasche auf den Kopf geschlagen
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18:29 26.12.2018
Wegen gefährlicher Körperverletzung ist eine 31-jährige Frau jetzt zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Quelle: dpa/Uli Deck
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Oranienburg

Tina B. musste sich jetzt wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Oranienburger Schöffengericht verantworten und wurde nach sechs Verhandlungstagen schuldig gesprochen. Der Prozess war am 4. Oktober eröffnet worden (MAZ berichtete).

Angeklagte nicht vorbestraft

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Ein Jahr und drei Monate Freiheitsstrafe lautete das Urteil. Da die Oranienburgerin bisher nicht vorbestraft ist, wurde die Strafe auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Als Bewährungsauflage muss die Frau 1000 Euro an den Geschädigten zahlen, hieß es in dem Urteil weiter.

Opfer brach blutüberströmt zusammen

Die Richter und der Staatsanwalt sahen es nach der Beweisaufnahme als erwiesen an, dass die 31-Jährige dem Hohen Neuendorfer Steffen N.(44) mit einer Bierflasche auf den Kopf geschlagen hatte. Das war am 9. Juli 2016 im Oranienburger Kaufland nach einem verbalen Streit zwischen den beiden geschehen. Der Schlag war so heftig, dass die Bierflasche zersprang. Das Opfer brach blutüberströmt zusammen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. „Es sind erhebliche Dauerschäden bei meinem Mandanten entstanden – das wird auch noch zivilrechtliche Folgen (Schmerzensgeld) haben“, schätzte der Nebenkläger die Verletzungen von damals ein. Die Kopfwunde musste genäht werden. Steffen N. konnte drei Tage auf einem Ohr nichts hören und leidet heute noch unter Kopfschmerzen. Er musste damals 14 Tage krankgeschrieben werden.

Staatsanwalt: Dazu gehört Kraft und Wucht

„Wenn die Angeklagte behauptet, den Zeugen nur weggestoßen zu haben, dann wäre die Flasche nicht zersprungen – dazu gehört Kraft, dazu gehört Wucht“, sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Und weiter, dass wäre eine reine Schutzbehauptung der Angeklagten, genauso wie ihre Darstellung aus Notwehr gehandelt zu haben. „Sie hat aus Verärgerung zugeschlagen. Es handelt sich um eine totale Entgleisung, die spontan erfolgte“, so der Ankläger. Er bezog sich dabei auch auf ein rechtsmedizinisches Gutachten, das eindeutig belegt, dass die Kopfverletzungen des Geschädigten durch einen wuchtigen Schlag von oben herrühren. Der Gutachter hatte bei der Angeklagten auch keinerlei Gründe für eine verminderte Schuldfähigkeit gefunden. Das hatte ihr Verteidiger angestrebt und deshalb ein diesbezügliches Gutachten verlangt. Dadurch war der schon einmal im April begonnene Prozess geplatzt.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil dem Antrag des Staatsanwaltes. Der Verteidiger hatte für eine Freiheitsstrafe unter einem Jahr plädiert.

Es hätte Schlimmeres passieren können

Der Vorsitzende sagte in seiner Urteilsbegründung zu der Angeklagten: „Seien sie froh, dass nicht noch Schlimmeres passiert ist, denn mit einer Bierflasche kann man einen Menschen totschlagen.“

Von Helmut Schneider

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