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Oranienburg Adventsmärkte: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Lokales Oberhavel Oranienburg Adventsmärkte: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
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00:27 26.11.2018
Solche selbstgemachten  Adventsgestecke gibt es beim Adventsmarkt in der Kita „Leuchtturm“ in Oranienburg zu kaufen.
Solche selbstgemachten Adventsgestecke gibt es beim Adventsmarkt in der Kita „Leuchtturm“ in Oranienburg zu kaufen. Quelle: privat
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Oranienburg

An Lebkuchen in Supermarktregalen zum Ende des Sommers, haben sich viele gewöhnt. Und dass Blumenläden schon jetzt bei Ausstellungen ihre Adventskränze an den Mann bringen, wird akzeptiert. Doch als in der MAZ-Liste der Oberhaveler Weihnachtsmärkte der erste schon für Sonnabend, 24. November angekündigt wurde, gab es kritische Bemerkungen. Denn bisher gilt bei vielen das ungeschriebene Gesetz, mit dem Aufhängen der Weihnachtsbeleuchtung und der Eröffnung der Märkte erst nach dem Totensonntag zu beginnen.

Nachfrage bei Jörn Weimer

Ein Grund für die MAZ bei Jörn Weimer vom Christlichen Jugendzentrum Oranienburg (CJO) nachzufragen, warum der Adventsmarkt in der christlichen Kita „Leuchtturm“ (Am Schlosshafen 1) aber schon einen Tag vorher, am Sonnabend von 15 bis 18 Uhr, stattfindet? „Drei Gründe haben uns veranlasst, unseren Adventsmarkt eine Woche früher als `üblich´ zu veranstalten“, erklärt Weimer.

Praktische, statistische und theologische Gründe

Eine kreative Geschenkidee des CJO: Backmischungen im Glas. Quelle: privat

Der zweite Grund sei ein statistischer: So gäbe es in Oranienburg nur knapp zwei Prozent aktive Christen. 98 Prozent der Bevölkerung stünden dem christlichen Glauben im besten Fall passiv gegenüber, so Weimer. „Wir wollen mit dem Adventsmarkt sowie allen anderen Projekten und Veranstaltungen nicht nur die zwei Prozent, sondern auch die 98 Prozent erreichen.“

Auch Musik erwartet die Besucher beim Adventsmarkt des CJO Quelle: privat

Der dritte Grund sei dann ein theologischer. So heiße der Totensonntag eigentlich Ewigkeitssonntag, erklärt Weimer, und schon seit den 50er Jahren gäbe es in der protestantischen Kirche Bestrebungen, das trauernde Gedenken der Toten, das 1816 von König Friedrich Wilhelm III von Preußen eingeführt wurde, nicht in den Mittelpunkt des Sonntags zu stellen. „Man kann also durchaus früher mit dem Feiern des Advents beginnen, weil der Tod aus christlicher Sicht nur das Ende des irdischen, gleichzeitig aber auch der Anfang der übernatürlichen Lebens ist.“ Zumal man mit dem Advent die Ankunft Jesu auf der Erde feiere, sei eine Vermischung der Feiertage gar nicht so abwegig.

Von Ulrike Gawande

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