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Oranienburg Alter Speicher: Oranienburger Wahrzeichen droht der Abriss
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00:24 30.03.2019
Der alte Speicher in Oranienburg. Quelle: Stefan Blumberg
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Oranienburg

Droht Oranienburg der Abriss des alten Speichers? Mitte März hat es in Oranienburg zwei Gespräche mit der TAS-Unternehmensgruppe und der Spitze der Oranienburger Stadtverwaltung gegeben, in dem von Seiten der Firma Bedenken geäußert wurden, ob der alte Speicher aus wirtschaftlichen Gründen zu halten sei. „Ja, wir haben zusammengesessen“, sagte Kathrin Hildebrandt, Leiterin des opulenten Wohnungsbauprojektes an der Lehnitzstraße, bei dem auf dem 15 500 Quadratmeter großen Grundstück 264 Wohnungen entstehen sollen. Laut einer am Mittwochnachmittag veröffentlichten Erklärung von Bürgermeister Alexander Laesicke hätten Vertreter der TAS-Unternehmensgruppe in den Gesprächen erklärt, „dass sie die Planungen für den Umbau des denkmalgeschützten, über 100 Jahre alten Speichers aus finanziellen Gründen fallen lassen und das Gebäude stattdessen abreißen wollen“. Einige Stunden zuvor hatte Kathrin Hildebrandt gesagt: „Es ist noch nichts entschieden und noch nichts zu Ende geredet.“

Investor: „Die Kosten explodieren“

TAS-Geschäftsführer Peter Schwarz sagte: „Es wird schwierig, das Gebäude zu erhalten. Beim neuerlichen Gutachten kam heraus, dass die Kosten- und Wirtschaftsberechnung nicht so ausfiel, wie es vorher der Fall war. Die Kosten explodieren.“ Peter Schwarz sieht das Problem mit dem Speicher als Rückschlag beim gesamten Projekt in der Lehnitzstraße. „Das schmerzt. Wenn ich diese Situation vorher gekannt hätte, hätte ich gar keinen Bauantrag gestellt.“

22 Wohnungen soll(t)en im Speicher entstehen

Bei einem Vor-Ort-Termin der MAZ in der vergangenen Woche war von den Unwägbarkeiten bei der Umsetzung der Ideen für den alten Speicher nicht die Rede gewesen. Vielmehr hieß es, dass gerade die Baugenehmigung für den Speicher, der in das Gesamtprojekt mit einbezogen ist, gekommen war. In das denkmalgeschützte Gebäude soll(t)en 22 Wohnungen integriert werden. Gründungsarbeiten direkt am Speicher für das geplante Treppenhaus sind bereits im Gange.

Baustelle am Speicher in Oranienburg. Quelle: Stefan Blumberg

Bürgermeister Laesicke: „Für uns ein Schock“

Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke zu den Aussagen des Unternehmens: „Diese unerwartete Nachricht war für uns ein Schock. In beiden Gesprächen der Verwaltungsspitze mit dem Investor haben wir klar gemacht, dass wir uns einen Abriss des historischen Speichers, der als einer der ersten Stahlbetonbauten noch heute eines der prägenden Bauwerke in Oranienburgs Stadtbild ist, nicht vorstellen können. Der alte Speicher gehört einfach zu Oranienburg.“ Dies habe offenbar bislang noch nicht zu einem Einlenken des Investors geführt.

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Nicht zuletzt die Aussicht auf neue Nutzung für das denkmalgeschützte Gebäude habe dazu geführt, dass die Stadt das Unternehmen bei seinen Planungen uneingeschränkt unterstützt habe. Allen Beteiligten sei von vornherein klar gewesen, dass der alte Speicher ein schwieriges Gebäude ist. Die technischen und finanziellen Herausforderungen hätten von Anfang an offen auf dem Tisch gelegen. Mitten im Projekt das Argument einer wirtschaftlichen Unzumutbarkeit vorzulegen, sei für die Stadt unverständlich. „Wir sind sehr enttäuscht davon, dass die TAS-Gruppe jetzt – bei den ersten Schwierigkeiten – kapitulieren und ein historisch wertvolles Gebäude einfach abreißen will.“

Stadtverwaltung bietet Unterstützung an

Die TAS-Unternehmensgruppe hat in ihrer Presseveröffentlichung Anfang 2018 formuliert: „Die denkmalgerechte Umnutzung des Getreidespeichers zu Wohnungen ist eine spannende Aufgabe, die viele Tücken und Unvorhersehbarkeiten mit sich bringt, die wir jedoch nicht scheuen.“ Alexander Laesicke verlangt: „Ich fordere die Verantwortlichen auf, zu diesem Wort zu stehen.“ Wo es möglich sei, werde die Stadtverwaltung unterstützend zur Seite stehen, zum Beispiel wenn es um die Gewinnung von Fördermittel für die Sanierung gehe. „Aber wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, einen Abriss des Gebäudes zu verhindern.“

CDU: „Keine Rosinenpickerei“

Derweil hat sich die CDU Oranienburg gemeldet („Wir erteilen der Rosinenpickerei eine klare Absage“). Vorstandsmitglied Christian Howe: „Ein Abriss oder Sanierungsstopp des alten Kornspeichers kommt für uns nicht infrage. Die Entwicklung des Areals mit Wohnraum am Louise-Henriette-Steg ist eng mit dem Umbau des alten Speichers verknüpft. Wer, wie die TAS-Unternehmensgruppe, 260 Wohnungen in bester Oranienburger Lage vermarkten möchte, der muss das Wahrzeichen in ein Gesamtkonzept integrieren – Rosinenpickerei ausgeschlossen!“

Von Stefan Blumberg

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