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Oranienburg Nach dem Tod von „Ari“: „Ich habe die Situation unterschätzt.“
Lokales Oberhavel Oranienburg Nach dem Tod von „Ari“: „Ich habe die Situation unterschätzt.“
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19:16 29.04.2019
Dieses Kreuz am Straßenrand erinnert an Ariane K., die lange Fußball in Oberhavel gespielt hatte. Quelle: Sebastian Morgner
Oranienburg

Der schicksalhafte 7. November 2017 wird für Familie K. zeitlebens ein Trauertag bleiben: Es ist der Tag, an dem die 27-jährige Tochter und Schwester Ariane K., die in Oranienburg lebte und lange in Oberhavel Fußball spielte, bei einem tragischen Verkehrsunfall in den frühen Morgenstunden zwischen Oranienburg und Germendorf so schwer verletzt wurde, dass sie wenig später verstarb. Am Montag-Vormittag saßen die Eltern von Ariane K. dem Unfallverursacher und Angeklagten Steven K. als Nebenkläger Auge in Auge im Gerichtssaal gegenüber.

Fahrlässige Tötung lautet die Anklage gegen den 49-Jährigen, der den Unfallhergang aus seiner Sicht schilderte. Er wäre mit seinem VW Passat aus Germendorf kommend in Richtung Eden hinter einem Linienbus gefahren. An der Brückenampel warteten beide bei Rot, es war teilweise neblig, die Fahrbahn nass. Der Bus fuhr mit 50 km/h die Brücke herunter. Durch die Straßen- und Aldi-Parkplatzbeleuchtung sei die Sicht an der Stelle gut gewesen, er habe den Bus zügig überholen wollen, erinnerte sich Steven K. Zu spät habe er zwei Lichter eines Motorrollers auf sich zukommen sehen.

„Ich war auf halber Höhe mit dem Bus und konnte nicht mehr abbremsen, um dahinter abzutauchen. Ich habe die Situation unterschätzt – ich hätte nicht überholen dürfen“, räumte der 49-Jährige unter Tränen ein.

Der Busfahrer bestätigte den Unfallhergang. Er habe den Passat im Rückspiegel und gleichzeitig den entgegenkommenden Kleinroller gesehen, kurz danach den Zusammenprall der beiden.

Der Busfahrer habe plötzlich scharf gebremst und gefragt, ob ein Arzt an Bord wäre, schilderte Zeuge Axel K., der im Bus saß. Als ausgebildeter Ersthelfer sei er ausgestiegen und habe die junge Frau in die stabile Seitenlage gebracht. „Sie atmete noch“. Wenig später sei der Rettungsdienst da gewesen, den offensichtlich der Unfallverursacher, der neben ihm stand, mit seinem Handy gerufen hatte, beendete der 58-Jährige seine Aussage.

Alle Bemühungen halfen jedoch nichts. Ariane „Ari“ K. war mit dem Kopf gegen den Kotflügel des Pkws geschlagen und erlag noch am gleichen Tag ihren schweren Verletzungen.

Am Morgen kam es damals gegen 5:25 Uhr auf der Germendorfer Allee zum schweren Frontalzusammenstoß. Quelle: Julian Stähle

Die Schuld für diesen tragischen Unfall sei „zweifelsfrei erwiesen“, begann der Staatsanwalt sein Plädoyer. Der Angeklagte habe grob fahrlässig gehandelt, indem er die Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h missachtet, die schlechte Sicht und die Überlänge des Gelenkbusses unterschätzt habe. „Er hätte nicht überholen dürfen“. Deshalb beantrage er eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten für den bisher unbescholtenen Angeklagten. Die Strafe kann auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden, als Auflage sollte der Angeklagte 1500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Zudem soll die Fahrerlaubnis für weitere sechs Monate einbehalten werden.

Dem schlossen sich die Eltern als Nebenkläger im Wesentlichen an. Der Vater schilderte den Schicksalstag, der das Leben der gesamten Familie verändert habe, sichtlich aufgewühlt: „Unsere Tochter wollte 2018 heiraten und hatte uns bald Enkel versprochen.“

Die Richterin bestätigte in ihrem Urteil den Antrag des Staatsanwaltes. „Dieses Urteil wird an den Folgen für die Angehörigen nichts ändern“, so ihr Schlusswort.

Die Trauer über den Verlust von „Ari“ war groß. Lange hatte sie in einigen Vereinen in Oberhavel Fußball gespielt. Ihre ehemaligen Teamkollegen hatten eine Benefizspiel in Borgdorf organisiert.

Von Helmut Schneider

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