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Oranienburg Auf Europareise: Skandinavier ankern mit Hausboot in Oranienburg
Lokales Oberhavel Oranienburg Auf Europareise: Skandinavier ankern mit Hausboot in Oranienburg
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18:10 16.07.2019
Seit fünf Jahren reisen Torild (l.) und Nils Pihlblad mit ihrem Hausboot durch ganz Europa. Quelle: Nadine Bieneck
Oranienburg

„Ohja, wir leben unseren Traum“, sagt Torild Pihlblad und lächelt dabei zufrieden. Ehemann Nils nickt zustimmend. Für drei Tage machte das sympathische Ehepaar aus Skandinavien Halt in Oranienburg und rastete mit seinem zum Hausboot umgebauten Schleppkahn „Passe Lagom“ am Wasserrastplatz in der Kanalstraße.

„Wo es uns gefällt, bleiben wir ein paar Tage“

International geht es auf dem Kahn zu: Die 70-Jährige stammt aus Norwegen, ihr 69-jähriger Mann aus Schweden. Hündin Lilli ist ein elfjähriger Terriermix aus Spanien, ihr 22 Meter langes und vier Meter breites Hausboot kommt ursprünglich aus Holland. „Wir haben es 2011 gekauft“, erzählt Nils Pihlblad. „Ursprünglich gebaut wurde es 1923, seitdem war es in Holland als Schleppkahn im Einsatz und hat verschiedenste Güter transportiert. 2002 hat unser Vorbesitzer es dann zum Hausboot umgebaut." Seit 2014 wohnen die beiden, die sonst in einem kleinen Dorf nahe der norwegischen Hauptstadt Oslo zu Hause sind, fast ganzjährig auf ihrem Kahn. „Wir haben auf dem Schiff alles, was wir brauchen.“ Die beiden sind „rundum glücklich“ mit dem Leben, das sie führen. "Für uns ist jeder Tag ein Tag im Paradies. Wir können reisen, wohin wir wollen, wachen manchmal jeden Tag an einem anderen Ort, immer am Wasser auf. Das ist wunderbar.“ Sie hätten allerdings auch lange und hart dafür gearbeitet, erklären die ehemalige Buchhalterin und der einstige Manager eines Spirituosenhandels augenzwinkernd. Frankreich, Belgien, die Niederlande, Polen und Deutschland haben die beiden bereits bereist. „Wir fahren einfach los. Wo es uns gefällt, bleiben wir für ein paar Tage. Wir haben ja keinen Stress, sondern alle Zeit der Welt.“

Oranienburger Schloss im Fokus

Ihren Zwischenstopp in Oranienburg verlängerten die Pihlblads nach ihrer Ankunft am Sonntag allerdings unfreiwillig, aber gern. „Wir wollten uns so gern das Schloss anschauen, aber das hat am Montag Ruhetag“, erzählt die 70-Jährige lachend. Also verschoben sie ihren Rundgang durch den einstigen Landsitz von Louise Henriette auf Dienstag und besuchten stattdessen am Montag die Gedenkstätte Sachsenhausen. „Davon hatten wir vorher schon gehört.“

Das Ehepaar fühlte sich wohl am Liegeplatz in der Kanalstraße. "Es ist schön grün hier, in die Stadt ist es nicht weit, die Menschen sind sehr nett“, plaudern sie. „Sonntagabend hatten wir ein Erlebnis, das uns wirklich beeindruckt hat. Eine Gruppe Jugendlicher versammelte sich am Ufer, hörte Musik und baute einen Grill auf. Wir waren erst etwas beunruhigt, aber die Jugendlichen waren sehr rücksichtsvoll, haben keinen Lärm gemacht und nach ihrer Party ihren gesamten Müll ordentlich in die Mülleimer entleert“, erzählt Torild Pihlblad. „Schreiben sie das unbedingt, denn das hat uns wirklich sehr beeindruckt."

Geringer Wasserstand bereitet Sorge

Am Mittwoch lichteten Torild und Nils Pihlblad schließlich den Anker ihrer „Passe Lagom" und machten sich mit rund 8 km/h auf den Weg zu ihrer nächsten Station. „Nach Spandau geht es, dort wollen wir uns mit Freunden treffen. Und anschließend hoffentlich weiter bis nach Berlin ins Zentrum hinein. Wir müssen unsere Routen vorher ziemlich genau planen und schauen, ob wir mit unserer Schiffstiefe und -höhe überhaupt durch die Kanäle und unter Brücken durchkommen.“ Die geringe Wassertiefe im Brandenburg führte bereits zu einer geänderten Reiseroute. „Eigentlich wollten wir nach Neuruppin, aber mit unseren 1,20 Meter Bootstiefe kommen wir nicht durch die Wasserstraßen, die teilweise nur 80 Zentimeter tief sind“, berichten sie.

„Wir werden das wohl länger machen"

Ursprünglich für zehn Jahre haben die beiden ihr Leben auf dem Boot geplant. Nach der aktuellen Halbzeit verrät Torild Pihlblad allerdings lächelnd: „Ich glaube, wir werden das wohl länger machen. Es ist einfach zu schön. Man trifft so viele nette Menschen und durch das langsame Reisen schärft man den Blick für die Schönheit seiner Umgebung und der Natur.“ Ein anderes Leben können sich beide momentan nicht mehr vorstellen.

Von Nadine Bieneck

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