Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oranienburg Wochenmarkt braucht mehr Strom
Lokales Oberhavel Oranienburg Wochenmarkt braucht mehr Strom
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:02 27.06.2019
Hannelore Neuendorf (l.) lobt die Frische der Bartnelken von Doreen Köppe. Quelle: Matthias Busse
Oranienburg

„Frische Eier, wo bekommt man die denn noch?“, ist Brigitte Handschke erfreut. Denn am Wochenmarkt-Stand von Jörg Ribbe kauft sie welche aus Wriezen. Der Berliner Händler bietet eine gewagte, aber gefragte Kombination mit Silber- und Modeschmuck. „Der Markt passt hier gut, und es gibt Produkte vom Bauern“, findet die aus dem Löwenberger Land Zugezogene. Allerdings wünscht sie sich: „Es könnte mehr sein.“

Das Angebot ist manchmal unregelmäßig

Wen man freitags an der Bernauer Straße auch fragt – die Kunden schätzen die Qualität der angebotenen Ware, kritisieren jedoch die kleine Anzahl an Ständen. Fleischer, Geflügelfleischer, Imker, Gemüsebäuerin, Schmuckanbieter und Gemischtwaren-Händler bilden den Kern. Fischer, Gulaschkanone und Hähnchenbraterei fehlen heute wegen der Hitze. Hannelore Neuendorf ist enttäuscht, hatte sie doch bereits eine Hähnchenhälfte als Mittagessen eingeplant. Bei Doreen Köpper findet sie wieder einen Strauß rot-weiße Bartnelken. „Die Vorigen haben wirklich prima gehalten“, lobt die Stammkundin.

Händler Jörg Ribbe hat Bärbel Müller (ganz rechts) zwei Ohrstecker verkauft und kassiert von Chritiane Kattner auf dem Oranienburger Wochenmarkt an der Bernauer Straße. Quelle: Matthias Busse

Die über 80-jährige Altstädterin kennt die Bernauer Straße schon sehr lange: „Wenn ich überlege, wie viele Geschäfte es hier einmal gab. Aber es hat sich viel verändert.“ Dann weist sie auf die geschlossenen Läden und bemängelt fehlende Sitzgelegenheiten. Bäuerin Köpper nimmt aber gern die knappe Fahrstunde aus Groß-Kreutz in Kauf, um wöchentlich Blumen, Gemüse und saisonales Obst ihres eigenen Hofs sowie weiterer Erzeuger aus Mittelmark anzubieten. „In so vielen Jahren hast du dir deine Stammkundschaft aufgebaut, weißt, wer Eier und wer ein Bund Möhren nimmt“, sagt die seit 2010 selbstständige Standbetreiberin.

Zum Standort gibt es keine bessere Alternative

Angefangen habe sie auf dem Bötzower Platz gegenüber vom Schloss. Damals zog die Bundesgartenschau Marktbesucher an, danach wurde es dort ruhig. Nach mehreren Umzügen hat sich der Wochenmarkt seit zwei Jahren an der Bernauer Straße, Ecke Liebigstraße, etabliert. „Hier ist mehr Laufkundschaft“, zeigt sich Köpper zufrieden. Auch Verkäufer Rainer Exner von der Klostermetzgerei Zehdenick kann nicht klagen: „Wenn ich um 9 Uhr aufmache, dann stehen die Kunden schon hier. Normalerweise bricht dann das Geschäft bis 16 Uhr nicht ab.“

Jetzt, in den Sommerferien, kommen jedoch weniger. Kundin Christine Kattner ist vom Standort weniger überzeugt: „An der Straße ist es nicht so großartig.“ Schmuck- und Eiermann Ribbe stimmt ihr zu: „Hier ist zu viel Autoverkehr.“

Rainer Exner von der Klostermetzgerei Zehdenick hat Stammkunden für seine Kümmelwurst. Quelle: Matthias Busse

Marktbetreiber Bernd Gellesch, der in der ganzen Region bis Berlin aktiv ist, meint zwar auch, dass die gegenüberliegende Seite an der Sparkasse „die Schokoladenseite der Bernauer Straße“ sei: „Aber das Thema ist beendet.“ Die Zick-Zack-Führung des Fahrradweges und die dortigen Sitzbänke ließen demnach keine sinnvolle Stand-Bebauung zu. Ein weiteres Problem hofft er aber lösen zu können – das der Stromversorgung.

Derzeit könne der einzige Strom-Verteilerkasten an der Liebigstraße nur die derzeitigen Verkaufswagen mit hohem Energiebedarf für Kühlung versorgen. „Ich könnte aber mehr Händler hinstellen“, verweist er auf Interessenten. Stefan Wiesjahn vom Oranienburger Geschäftsstraßenmanagement macht Hoffnung auf einen zweiten Stromkasten: „Ich habe bereits Unterstützung von der Stadt bekommen“, verweist er auf Gespräche mit Bauamt und Wirtschaftsförderung.

Die Versorgung wäre auch für weitere Aktionen nützlich, wie den „Markt der sozialen Möglichkeiten“ Ende August. „Das Ziel muss doch sein, die Innenstadt zu beleben und die Verweildauer der Menschen zu erhöhen“, wünscht er sich von der Verwaltung.

Von Matthias Busse

Peter Schwarz übernimmt den Frauen-Volleyball-Drittligisten VSV Havel Oranienburg und tritt damit die Nachfolge vom zurückgetretenen Robert Hinz an. Der 26-Jährige kommt vom Männer-Bundesligisten Netzhoppers Königs Wusterhausen.

27.06.2019

Gleich zweimal soll ein Autofahrer am Dienstagmorgen direkt auf einen Fußgänger zugefahren sein, der in der Walter-Bothe-Straße unterwegs war. Die Polizei ermittelt nun gegen den Mann.

27.06.2019

In der Seniorenakademie der Volkssolidarität ermuntert die bis heute jüngste Olympiasiegerin im Weitsprung ihr Publikum zu mehr Bewegung im Alltag.

26.06.2019