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Oranienburg Drei Generationen – drei Sichtweisen
Lokales Oberhavel Oranienburg Drei Generationen – drei Sichtweisen
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19:16 04.11.2019
Schülerinnen und Schüler des Eduard-Maurer-Oberstufenzentrums Hennigsdorf waren am Montagabend mit dabei, als Landrat Ludger Weskamp in der Kreisverwaltung in Oranienburg die Ausstellung „30 Jahre Mauerfall – Grenzen überwinden“ eröffnete. Quelle: Bert Wittke
Oranienburg

Über einen Bildschirm im zweiten Obergeschoss des Landratsamtes in Oranienburg flimmern Bilder. Sie zeigen Menschen, die Zeugen geworden sind – Zeitzeugen. Sie waren dabei, als sich rasant die Stimmen jener Leute mehrten, die „Wir sind das Volk“ und später „Wir sind ein Volk“ skandierten. Die dabei waren, als die Mauer fiel und sich die Grenzen gen Westen öffneten. Dazu sind Worte zu hören, wie sie damals an allen Ecken und Enden zu hören waren. „Ausreiseantrag“, „wollte nur raus“, „Fluchtpläne geschmiedet“, „Montagsdemos“, „friedliche Revolution“, „die ersten Trabis sind schon da“, „viele sind weggegangen“, im neuen System standhalten“.

„30 Jahre Mauerfall - Grenzen überwinden“ – eine Ausstellung, die für viel Gesprächsstoff sorgen dürfte. Quelle: Bert Wittke

Vor 30 Jahren ist die Mauer gefallen, seither ist Deutschland wieder ein Land. Wie haben Zeitzeugen aus Oberhavel diesen historischen Tag erlebt und wie gehen die nachfolgenden Generationen mit diesem Ereignis der jüngeren Geschichte um? Antworten auf diese Fragen zu finden ist Ziel der Ausstellung „30 Jahre Mauerfall – Grenzen überwinden“, die am Montagabend im Landratsamt eröffnet wurde. „Eine besondere Ausstellung zu einem besonderen Anlass.“ Mit diesen Worten begrüßte Ludger Weskamp all die Gäste, die in die Verwaltung des Landkreises gekommen waren. Bis zum 29. November sind dort auf den Fluren die Arbeiten dreier ganz unterschiedlicher Künstlerinnen und Künstler beziehungsweise Kunstgruppen zu diesem Thema zu sehen.

Die Rede ist von Berufsfotograf Matthias Jankowiak, der gleich nach dem Mauerfall zwei Monate lang intensiv entlang der Mauer unterwegs war und Bilder gemacht hat. Ja, sagte er am Montagabend, er sei sich bewusst gewesen, dass das historische Aufnahmen werden würden. Er, der im einstigen Westberlin groß wurde, ist heute aktives Mitglied des Künstlerstammtisches Glienicke.

Schon beim ersten Rundgang wurde beim Betrachten zahlreicher Ausstellungsstücke angeregt diskutiert. Quelle: Bert Wittke

Als Nachfolgegeneration haben sich die Schülerinnen und Schüler der Kunstkurse der Jahrgangsstufen 11 bis 13 des Eduard-Maurer-Oberstufenzentrums in Hennigsdorf eineinhalb Jahre lang auf eine gedankliche Zeitreise und Spurensuche begeben. Alle, so sagen sie, seien begeistert von der Idee gewesen. Zeitzeugen des Mauerfalls zu finden, war offensichtlich gar nicht so schwer. Oftmals seien es die eigenen Eltern oder Großeltern gewesen, die Rede und Antwort stehen konnten. Entstanden ist eine sehenswerte Ausstellung zum Anfassen, die Geschichte erlebbar macht, die Grundfragen von Gesellschaft und Demokratie beleuchtet und den Besucherinnen und Besuchern die Bedeutung von Grundrechten in Erinnerung ruft. Teile der Wanderausstellung, die von der Stadt Hennigsdorf, dem Hennigsdorf-Veltener Bildungsverein, der Künstlerin Annett Pollack-Mohr sowie der Bundesstiftung für Aufarbeitung der SED-Diktatur unterstützt wurde, sind nun in der Kreisverwaltung zu sehen.

Die neunjährige Lilly Rack mit ihren Eltern Ulrike und Danny. Die Viertklässlerin aus Bärenklau ist ein großer Lego-Fan und hat für diverse Fotografien Lego-Figuren arrangiert. Quelle: Bert Wittke

Schließlich zeigt die neunjährige Lilly Rack, die jüngste Einzelausstellerin, die bisher in der Kreisverwaltung ausgestellt hat, ihre Sicht auf das Thema „Grenzen überwinden“. Die Viertklässlerin aus Bärenklau ist ein großer Lego-Fan und Sie ist ein großer hat Legofiguren arrangiert und beim Fotografieren kräftig mit der Perspektive gespielt. „Lilly hat großes künstlerisches Talent. Es ist toll, wie kreativ sie ist, was sie alles bastelt und malt. Ich bin sehr stolz auf sie“, sagt Mutter Ulrike Rack, die Museologie studiert hat. Und auch Vater Danny Rack ist künstlerisch aktiv, befasst sich hauptsächlich mit Landschaftsfotografie.

Die Schau ist bis zum 29.November montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr in der Kreisverwaltung Oberhavel, Adolf-Dechert-Straße 1, in Oranienburg zu sehen.

Von Bert Wittke

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