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Oranienburg Update zur Vollsperrung der A 10: Brücke zerlegt – pünktliche Freigabe erwartet
Lokales Oberhavel Oranienburg Update zur Vollsperrung der A 10: Brücke zerlegt – pünktliche Freigabe erwartet
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18:16 27.10.2019
Weniger als ein Viertel steht nach 20 Stunden noch, der Rest folgte in der Nacht zu Sonntag. Quelle: Helge Treichel
Oranienburg

Der Boden bebt und Funken blitzen auf als Baggerfahrer Frank Dickau von der Rostocker Abbruchfirma Büchert seine hydraulische Abbruchschere in den Beton „beißen“ lässt. Die fünf Tonnen schwere Zange durchtrennt die bis zu gut 17 Meter langen Fertigteilträger, sodass kleinere Blöcke entstehen. Die hebt der 48-Jährige heraus und stapelt sie in einigen Metern Entfernung auf, damit sie später, wenn der Verkehr hier wieder rollt, in einer Brecheranlage endgültig zerkleinert werden können.

Der nördliche Berliner Ring (A 10) ist seit Freitagabend, 22 Uhr, im Bereich des Autobahndreiecks Kreuz Oranienburg gesperrt. Sofort hatten Arbeiter damit begonnen, die Schutzplanken zu entfernen. Auf der Fahrbahn der A 10 werden die breiten Bahnen einer Vliesabdeckung ausgebreitet. Die darauf ausgebreitete Sandschicht soll verhindern, dass die Fahrbahn bei den Abbrucharbeiten beschädigt wird.

Insgesamt vier Kettenbagger mit schnell zu wechselnden Werkzeugen wie Abbruchschere, Abbruchhammer und Sortiergreifer beginnen derweil damit, den Beton zu zermalmen. Ihr „Opfer“ ist eine Brücke, die 1982 erbaut wurde und im Zuge des sechsstreifigen Ausbaus der A 10 zu klein geworden ist. Sie misst knapp 65 Meter, während die bereits errichtete neue Brücke des Berlin-Zubringers A 111 sogar 161,6 Meter lang ist. Letztere war seit Februar dieses Jahres aus Stahlelementen zusammengesetzt worden und erst einen Tag vor dem Abriss in Betrieb gegangen.

Erst wird Vlies auf der Fahrbahn ausgebreitet, dann Kies. Quelle: Helge Treichel
Bereits nach anderthalb Stunden ist ein guter Teil der Brücke herausgebrochen. Maximal 55 Stunden stehen den gesamten Abbruch zur Verfügung. Quelle: Helge Treichel

Die alte Brücke, die in den 1990er-Jahren saniert worden war, besteht aus jeweweils 15 nebeneinander liegenden Fertigteilträgern. Die kürzesten gut zwölf Meter lang, die längsten 17,2 Meter.

Der Plan: Bis spätestens Montagfrüh um 5 Uhr müssen der Abriss beendet und alle Spuren von der Fahrbahn der A 10 restlos beseitigt sein, damit der Verkehr wieder Rollen kann.

Sorgsam „filetiert“ liegt die alte Brücke auf der Fahrbahn der alten Rampe – rund 20 Stunden nach Beginn der Arbeiten. Quelle: Helge Treichel

Rund 20 Stunden nach Beginn der Arbeiten zieht Verkehrskoordinator Rainer Ewecker von der ARGE A10/A24 Havellandautobahn eine positive Zwischenbilanz: „Es läuft hier und geht mit Volldampf voran. Alles ist im Zeitplan.“ Er erwarte, dass die Strecke pünktlich wieder freigegeben werden kann. Ein Gewinn sei natürlich die Stunde, die durch die Zeitumstellung gewonnen wird, so Ewecker mit einem Augenzwinkern.

Gut gelaunt und zuversichtlich zeigt sich auch Martin Büchert auf der Baustelle, Geschäftsführer der Abbruchfirma. Am Wochenende pendelte er zum parallelen Brückenabriss auf der A 24, wo in Neuruppin ebenfalls seine Leute im Einsatz sind. Der Schlüssel zum Erfolg ist für ihn, nicht an der falschen Stelle zu sparen. „Ich gehe immer überdimensioniert ran“, sagt er. Neben einer Reserve müssten trotzdem Ersatzteile und ein Monteur stets verfügbar sein. Und nicht zuletzt stehe und falle bei ihm alles mit einem eingespielten Team und verlässlicher Technik. Auf die richtigen Leute und das richtige Fabrikat komme es an. „Unser Anspruch ist, dass wir bei den Auftraggebern in positiver Erinnerung bleiben und auch mal einen Folgeauftrag erhalten“, so Büchert.

Geschäftsführer Martin Büchert auf der Baustelle in Oranienburg. Quelle: Helge Treichel

Mit Prognosen und Jubel angesichts des flotten Arbeitsfortschritts hält er sich allerdings zurück. „Erst wenn der allerletzte Handschlag getan ist, sind wir fertig. Ansonsten kann immer noch irgendwas dazwischenkommen.“ Er zeigte jedoch auch keinerlei Zweifel daran, dass die Kehrmaschinen am Sonntag pünktlich die Fahrbahn säuberten. Im Anschluss steht nun die aufwendige Montage der Schutzplanken an. Verkehrskoordinator Rainer Ewecker rechnet um 18 Uhr damit, dass dies zwischen 22 Uhr und Mitternacht abgeschlossen ist – und die Strecke somit sogar überpünktlich freigegeben werden könnte.

Stand der Bau- und der Abrissarbeiten im Autobahndreieck Kreuz Oranienburg. Einseitig reicht die neue Fahrbahn bereits bis an die Abbruchstelle heran. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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