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Oranienburg Brotprüfung am Mendheim-Oberstufenzentrum: Bäcker „lassen die Hosen runter“
Lokales Oberhavel Oranienburg Brotprüfung am Mendheim-Oberstufenzentrum: Bäcker „lassen die Hosen runter“
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01:16 13.05.2019
Oberhavels jährliche Brotprüfung fand am 10. Mai im Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum in Oranienburg statt. Quelle: Nadine Bieneck
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Oranienburg

“Das ist ein schönes, saftiges Ding“, war Michael Iseensee von dem mit Körnern besprenkelten Brötchen begeistert. Aufmerksam begutachtete er Aussehen, Krusteneigenschaften, Geruch und Geschmack des Teigbatzens, der anschließend vom Brotprüfer des Deutschen Brotinstituts prompt die volle Punktzahl erhielt. Das freute nicht nur den Prüfer, sondern auch Maximilian Schöppner von der Bäckerei Plentz, der die Brötchenvariante mit Namen „Theos Schleife“ zum Jubiläumsjahr des Dichters Theodor Fontane kreiert hatte.

Die Profis hatten eine Menge Brote zu verkosten – insgesamt wurden 34 verschiedene Sorten eingereicht. Quelle: Nadine Bieneck

Einmal jährlich können die Mitglieder der Bäcker- und Konditoren-Innung Oberhavel die Qualität ihrer Backwerke durch einen Sachverständigen – drei davon gibt es – des Brotinstituts überprüfen lassen. Eine Premiere war die Brotprüfung in diesem Jahr dennoch: Sie fand erstmals auf Initiative von Lehrerin Heidi Roth-Bräuer gemeinsam mit Schülern des Seminarkurses „Ernährung und Gesundheit“ am Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum in Oranienburg statt. Mit Maximilian Schöppner und Marko Angermüller von der Bäckerei Angermüller aus Hennigsdorf als Beisitzer waren neben Prüfer Michael Isensee und Innungs-Obermeister Fred Plessow zwei weitere Bäcker dabei. „Die Prüfung ist eine freiwillige Angelegenheit“, verriet Angermüller den Elftklässlern. „Für uns Bäcker ist sie eine gute Möglichkeit zu gucken, wo wir vielleicht noch Fehler machen, die wir abstellen können.“ Maximilian Schöppner freute sich vor allem über „die große Vielfalt der Brote und Brötchen, die hier zu sehen sind“. Bei der Überprüfung der Backwaren „lassen wir richtig die Hosen runter und sehen, ob unsere Brote wirklich so gut sind, wie wir denken, oder es noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt“. Als Handwerksmeister wolle er zudem „ehrlich sein und euch mit unseren Produkten begeistern“, erklärte er den Schülern.

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Jede Menge Eigenschaften des Brotes werden überprüft. Quelle: Nadine Bieneck

Die griffen dann auch ordentlich zu, als es ums Verkosten ging: Ob Kornprotz, Walnussbrot oder die ganz gewöhnliche, handgedrückte Schrippe („Ein typisches Bäckereiprodukt für Brandenburg“, so Isensee) – insgesamt 34 verschiedene Brote und 14 verschiedene Brötchen durchliefen die Prozedur. Ist die Kruste fest genug? Stimmt die Bräunung? Ist das Aroma stimmig?

Mit dem Ergebnis war nach drei Stunden nicht nur Michael Isensee zufrieden: „Drei Viertel der geprüften Brote haben ohne Punktabzug die Bestnote erhalten. Das ist ein spitzenmäßiger Wert“, befand der Bäckermeister, der seit über 20 Jahren als Brotprüfer in ganz Nord- und Mitteldeutschland unterwegs ist. Auch die Schüler begeisterten sich für die Kostproben und erfuhren zudem eine Menge über die Kunst des Brotbackens. „Das hat Spaß gemacht und war interessant. Mal etwas ganz anderes als eine normale Unterrichtsstunde“, meinte Anna-Sophie Hintze (17). „Und geschmeckt hat es richtig gut.“

Premiere sowohl für Oberhavels Bäcker-Innung als auch das Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum in Oranienburg: Erstmals wurde die jährliche Brotprüfung gemeinsam mit Schülern eines Seminarkurses durchgeführt. Mehr als 30 verschiedene Brote und 14 Brötchensorten wurden am 10. Mai 2019 live im Klassenraum verkostet und auf ihre Qualität hin überprüft.

Von Nadine Bieneck