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Oranienburg Bunker-Anlage: Überbleibsel aus der NVA-Zeit
Lokales Oberhavel Oranienburg Bunker-Anlage: Überbleibsel aus der NVA-Zeit
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00:22 29.03.2019
Bunkeranlage  in   Oranienburg.
Bunkeranlage in Oranienburg. Quelle: Stefan Blumberg
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Oranienburg

Sie sind schon längst mit der Natur eins geworden. So, wie es von Anfang an vermutlich beabsichtigt war. Die Bauwerke sind mit Moos, Kraut und kleinen Bäumchen bewachsen. Wenn sie nicht einen kleinen Hügel bilden würden, käme niemand auf die Idee, dass sich Bunker unter den Hügeln befinden würden.

Die Hallen sind 25x10 Meter groß

Zehn Bunker und drei Lagerhallen finden sich in dem Waldstück in Oranienburg, zwischen altem Klinkerhafen, der Lehnitzschleuse, der Kuhbrücke und dem Gewerbegebiet Nord. Drei der einst fünf Lagerhallen stehen noch. Sie sind 25 mal zehn Meter groß und marode. An zwei Gebäuden fehlen die großen Tore an den beiden Eingängen. Die Dächer sind im Laufe der Jahrzehnte stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Vermutlich sind Hallen und Bunker in den 60er-Jahren angelegt worden; für das Mot.-Schützenregiment Oranienburg. Zu DDR-Zeiten sei die Anlage als Munitionslager der Nationalen Volksarmee genutzt worden. Die Objekte waren unter anderem Wachgebäude, Hochsicherheitsschalthaus und Schutzbunker für Wachpersonal – bis das Mot.Schützenregiment 1991 aufgelöst wurde.

Das ehemalige Munitionslager des Mot.-Schützen-Regiments Oranienburg

Gähnende Leere in den Hallen, aber farblich ideenreich gestaltet wurden sie in der Vergangenheit. Graffiti wären schön gewesen, die Kunstwerke an den Wänden gehen eher als Test für Schmierereien und Schriftzüge durch. Der Beton für die befestigten Zufahrten liegt immer noch im Boden. In unmittelbarer Nähe der Lagerhallen sind die Bunker gruppiert. Auch die sind alle frei zugänglich und farblich sehr freizügig gestaltet. Manche ähneln einer Müllhalde, manche sehen aus, als würden sie noch genutzt. Auch als Feuerstätte mussten manche Bunker herhalten. Deren Wände sind pechschwarz. Auch ein Tummelplatz für Jugendliche sollte aufgrund der Optik nicht ausgeschlossen sein.

Keine Pläne für die Immobilie

Die Bunker und Hallen, die vielen Oranienburgern wegen ihrer versteckten Lage nicht bekannt sein dürften, gehen aber nicht als „vergessener Ort“ durch. Dazu gibt es zu viele Trampelpfade, zu viele Fußspuren, zu viele Zeichen unzivilisierten Lebens. Die Liegenschaft gehört der Stadt Oranienburg. Die hat dafür keine Pläne.

Von Stefan Blumberg